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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Markneukirchener Instrumentenbauer baut ab

Markneukirchen/Nauheim – Der finanziell angeschlagene Instrumentenbauer Schreiber & Keilwerth streicht 67 seiner zuletzt 292 Stellen. Am Produktionsstandort in Markneukirchen fällt mit 61 von 257 Jobs sogar fast jeder vierte weg. Die betroffenen Produktionsmitarbeiter seien freigestellt worden, teilte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Tobias Hoefer am Dienstag am Unternehmenssitz im hessischen Nauheim mit.

 

Aus der dort angesiedelten Verwaltung müssen den Angaben zufolge 6 der bislang 35 Angestellten gehen. „Es ist allen klar, dass es uns nur so gelingt, Schreiber & Keilwerth wieder krisensicher aufzustellen und für Investoren attraktiv zu machen“, erklärte Hoefer. Als Insolvenzverwalter, der im Interesse der Gläubiger handeln müsse, habe er keine andere Chance gehabt. „Ich kann den Betrieb auch nur dann fortführen, wenn zumindest keine Verluste erwirtschaftet werden.“ Nach Angaben seines Sprechers erhalten die 67 Betroffenen nun zwei Drittel ihres Gehaltes über die Bundesagentur für Arbeit. Falls es die Auftragslage zulasse, könnten sie sofort wieder beschäftigt werden.


Geschäftsführer Armin Eckert sprach indes von „Überkapazitäten und überholten Strukturen, die wir nun abbauen müssen, um kostendeckend zu arbeiten“. Eckert hatte am 12. März den Insolvenzantrag beim Amtsgericht Darmstadt eingereicht. Zuvor hatte die Firma den damals noch rund 300 Mitarbeitern keinen Februar-Lohn auszahlen können. Das Insolvenzverfahren wurde am 1. Mai eröffnet.

 

„Wir haben eine starke Solidarität von unseren Geschäftspartnern erfahren, aber die wirtschaftliche Situation ist unverändert ernst. Die gesamtwirtschaftliche Flaute und die angespannte Situation in der Musikindustrie wirken sich nicht förderlich für die angestrebte Sanierung aus“, so Eckert. Hinzu kämen noch unbewältigte „Altlasten“ aus der jüngeren Vergangenheit. „Wir haben früher einen Großteil unseres Geschäfts mit Schwesterunternehmen in der Music Group gemacht zu teilweise sehr unvorteilhaften Konditionen. Dieses Geschäft ist mit dem Ausverkauf der Music Group auch noch weitgehend weggefallen. Wir setzen mehr auf unsere Eigenmarken“, so Eckert.

 

Hoefer räumte ein, dass sich zwar schon mehrere Interessenten aus Europa und Asien – darunter auch Finanzinvestoren – gemeldet hätten, aber bislang noch nichts Zählbares herausgesprungen sei. „Wir brauchen jetzt schnell konkrete Angebote auf dem Tisch.“ Bis es Klarheit über die Zukunft des Traditionsbetriebs gebe, werden nach seinen Angaben „sicherlich noch einige Wochen“ vergehen. Das Unternehmen war 1996 durch die Eingliederung des 1925 gegründeten Betriebes Julius Keilwerth in die seit 1946 bestehende Firma W. Schreiber & Söhne entstanden. Zum Verhängnis wurde ihm nun eine „Bad Bank“: Als solche sei das für die Finanzierung verantwortliche Kreditinstitut eingestuft worden und habe deshalb zunehmend die Liquidität eingeschränkt, hieß es.


In Markneukirchen entstanden bislang jährlich 50 000 Oboen, Klarinetten, Fagotte, Flöten und Saxophone. Gefertigt werden sowohl einfache Konstruktionen etwa für Schüler als auch hochwertige Holz- und Blechblasinstrumente für Solisten. Die 2001 errichtete Produktionsstätte gehört zu den weltweit modernsten ihrer Art. va

 

2010-05-05




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