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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Kreis baut zwei Internate
„Ich gehe davon aus, dass das am Donnerstag im Kreistag so beschlossen wird“, so gestern Landrat Tassilo Lenk. Bisher seien Neubauten von Internaten im Freistaat kaum förderfähig gewesen, weshalb diese Projekte nur schleppend voran gingen. Nun will man für beide Internate eine Förderung von 80 Prozent abfassen.
Das Internat in Reichenbach sei deshalb so wichtig, weil die Reichenbacher Berufsschule deutschlandweit einmalig die Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik anbiete. Das sei ein Alleinstellungsmerkmal, das es gelte, gegenüber der Sächsischen Aufbaubank hervorzuheben, so der Landrat.
100 dieser Kältetechnik-Azubis nimmt Schulleiter Tasso Börner pro Jahrgang auf – momentan sind 400 junge Menschen, die sich für die über 3-jährige Ausbildung entschieden haben, vor Ort. „Die Azubis kommen aus ganz Ostdeutschland, außer Thüringen, besonders der Norden mit Rostock und Schwerin ist stark vertreten.“ Das heißt: Etwa 170 dieser Kältetechniker wohnen im Internat, wobei die Nachfrage laut Börner größer sei als die vorhandenen Wohnheimräume. Junge Leute, die dort nicht unterkommen konnten, werden teilweise ans Internat des ebenso kreislichen BSZW Rodewisch verwiesen. „Wir als Schule haben ein gehobenes Interesse, dass die Wohnheimqualität verbessert wird“, sagt der Schulleiter und weist auf den schlechten baulichen Zustand des vorhandenen Plattenbaus in der Greizer Straße hin, auf abgewohntes Mobiliar, auf heutzutage nicht mehr zumutbare enge Drei- statt Zwei-Bett-Zimmer.
„Das Internat wird dringend benötigt. Bisher wurde immer nur das Notwendige saniert“, weiß auch Oberbürgermeister Dieter Kießling. Das Wohnheim wurde noch zu DDR-Zeiten von den Studenten der Textilfachschule (heute Westsächische Hochschule) genutzt. Von ursprünglich zwei Internatsblöcken wurde einer bereits abgerissen. Der Kreis hat vor einiger Zeit – wohlweislich mit dem Wissen, dort umfangreich zu sanieren oder gar neu zu bauen – das Grundstück von der Treuhandsliegenschaftsgesellschaft gekauft. Bisher war immer nur von der Sanierung des Blocks die Rede – nun von Abriss und Neubau. „Das wäre die günstigste Variante nach Meinung des Kreisbauamtes“, so Landrat Lenk.
Von den acht Millionen Euro, die der Landkreis in seine Bildungsstruktur investieren kann, fließt also der Hauptanteil in beide Internate. Von dem kleinen Rest profitierten weitere Schulen in Kreisträgerschaft. Cornelia Henze
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