Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Knochenbrüche und blasse Gesichter

Wunden1Plauen – Kunstblut, Wachs, Theaterschminke, Spatel, Schwämme und Pinsel gehören zu ihren Arbeitsmitteln. Echte kleine Kunstwerke vollbringen sie damit, auch wenn der Betrachter beim näheren Hinschauen eher eine Gänsehaut bekommt.


Die Frauen und Männer der realistischen Unfallhilfe, kurz RUD genannt und deutschlandweit in mehreren Gruppen vertreten, schminken Mimen für bestimmte Übungen zum Beispiel im Katastrophenschutz, der Feuerwehr- oder Polizeiarbeit oder Fortbildungen von Notärzten, Rettungsassistenten und Rettungssanitätern.


Dabei müssen sie alle denkbaren Verletzungen realistisch darstellen. Angefangen von Schürfwunden, über offene Brüche bis hin zu schweren Brandverletzungen.
Eva Ebert war am Wochenende zum zweitägigen Ausbildungsprogramm von Notärzten und Rettungsassistenten in Plauen dabei.


Die Bankkauffrau engagiert sich beim Deutschen Roten Kreuz in Reichenbach. Sie ist Jugendgruppenleiterin, Schatzmeisterin und Seminarleiterin. Die Ausbildung für die realistische Unfallgestaltung hat sie vor etwa fünf Jahren stufenweise absolviert.
Für die Veranstaltung des PHTLS (Pre-Hospital Trauma Life Support) kümmerte sie sich im Vorfeld um die Darsteller und fand bei Familie Rahnfeld gleich mehrere Mimen. Holger Rahnfeld mit seiner Frau Antje und Tochter Lisa kamen am Samstag ins Helios Vogtlandklinikum, um den Notärzten und Rettungsassistenten als Unfallopfer zum Üben zur Verfügung zu stehen.


Während bei Lisa das Blut den ganzen Arm entlang lief, hatte sie die fast noch leichteste Verletzung. Ihr Vater hatte mit mehreren klaffenden Wunden und einem offenem Knochenbruch am Arm und sehr blasser Gesichtsfarbe da schon die schwerere Rolle. Antje Rahnfeld war an diesem Tag das Brandopfer. Von oben bis unten hatte Eva Ebert sich schminken müssen. ,,Das dauert schon etwa eine halbe Stunde. So großflächige Verbrennungen sind schon aufwändiger“, erklärt die junge Frau, während sie beim Vater der Familie mit Wachs den Armbruch nach modelliert.

 

Ziel der Notfalldarstellung ist es, Einsatzkräfte im Rahmen ihrer Ausbildung und ihren regelmäßigen Übungen möglichst realitätsnah den Ernstfall „am Menschen“ trainieren zu lassen, nach dem Motto „Wissensvermittlung durch Selbsterfahrung“. Dabei zählt nicht nur der optische Faktor.


Die Verletzungen und Krankheiten müssen auch entsprechend schauspielerisch dargestellt werden. So müssen die jeweiligen Symptome simuliert und auf das Handeln der Helfer entsprechend reagiert werden. Am Sonntag stand dann die Rettung von Kindern an. Dazu brachte sie Elf- bis Fünfzehnjährige aus ihrer Jugendgruppe beim DRK mit. „Jünger dürfen die Kids dafür nicht sein.


Die Kleineren dürfen höchstens zum Kinderschminken auf Festen zu mir kommen. Da arbeite ich allerdings mit ganz anderen Farben“, lacht die junge Frau. S. Rössel




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