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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Kinderlachen als Belohnung für 35 Stunden Fahrzeit

Treuen – Auf nach Weißrussland heißt es am Samstag für Dr. Alexander Galle aus Treuen. Er und drei weitere Mitstreiter vom Hilfsverein Keimling – darunter seine zwei ältesten Kinder Helena (16) und Constantin (13) – sind dann rund 35 Stunden unterwegs. Um zu helfen, 1350 Kilometer von der Heimat entfernt.


Mit den eingesammelten Spendengeldern – im vergangenen Jahr kamen 5000 Euro zusammen – werden zwei Ferienlager in Bobruisk unterstützt, die von den baptistischen, lutherischen und orthodoxen Kirchgemeinden organisiert worden sind. Diese sind auf Spenden angewiesen, da es für freie Träger der Jugendarbeit in Weißrussland vom Staat keinerlei finanzielle Unterstützung gibt“, weiß Galle.


Vor Ort werden Lebensmittel eingekauft, die Technik untersucht und gegebenenfalls erneuert. Schrittweise sollen die in die Jahre gekommenen Zelte ersetzt werden. Das Ganze geschieht in Zusammenarbeit mit einer Hilfsorganisation aus den Niederlanden. Rund 500 Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 17 Jahren, die teilweise aus Tschernobyl-belasteten Gebieten kommen, können in dem Ferienlager für kurze Zeit ihre Alltagssorgen vergessen.

 

Weißrussland war auf Grund der Windrichtung der Hauptleidtragende des Reaktorunglücks von Tschernobyl – rund 200 Kilometer entfernt von Bobruisk, weiß Galle. Seit 1991 unterstützt der Hilfsverein Keimling Projekte in Weißrussland und Rumänien. Alexander Galle hat beide mehrfach Staaten besucht. Zum zehnten Mal macht er sich am Samstag auf nach Bobruisk. Auch in dem ohnehin armen Land habe die Wirtschaftskrise ihre Wirkung hinterlassen – Gelder für Freizeitaktivitäten der Kinder sind kaum vorhanden.


In den vergangenen Jahren habe es in Weißrussland positive und negative Veränderungen gegeben – die Infrastruktur ist besser, die Straßen sauberer und die Zöllner sind etwas freundlicher geworden. Mitte der neunziger Jahre war ein mehrstündiges Gespräch im Hinterzimmer an der Grenze die Regel. „In solchen Momenten bekommt man es schon mit der Angst zu tun“, erinnert sich Galle. Diese Schikanen gehörten allerdings der Vergangenheit an.


Trostlos sei heute der Anblick der zum Teil entvölkerten Dörfer. Die Landflucht habe mitunter extreme Ausmaße angenommen. Dafür wurden die großen Städte wie die Hauptstadt Minsk „herausgeputzt“. „Aber auch in Bobruisk sei ein wahrer Eispalast entstanden, der als Trainingszentrum der weißrussischen Eishockeynationalmannschaft dient“, erzählt Alexander Galle, der beruflich als Entwicklungsingenieur bei Siemens in Erlangen tätig ist. Über die Jahre hinweg hat er in Weißrussland Freunde gefunden, ist begeistert von der Gastfreundschaft der Weißrussen – eine weitere Motivation, die beim Helfen hilft.  M. W.

 

2009-07-16




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