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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Familie aus Mosambik zu Gast im Vogtland
Vogtland – Wenn Familie Dietrich-Rossini im Vogtland unterwegs ist, scheint das auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich. Ist es aber, denn ihre Heimat ist Mosambik. Vor fast zwanzig Jahren reiste Manon Dietrich, die damals in Berlin lebte, durch die Großeltern aber Wurzeln im Vogtland hat, mit einer Gruppe junger Leute nach Maputo.
Drei-Monats-Tickets lösten die Freunde damals. Einige von ihnen flogen nach dem viertel Jahr wieder nach Hause, manche blieben wie auch sie. Zwei Jahre lang arbeitete Manon in einem Reisebüro. 1993 fing sie bei der Friedrich-Ebert Stiftung an. Diese wurde 1925 als politisches Vermächtnis des ersten demokratisch gewählten deutschen Reichspräsidenten Ebert gegründet. Als eine gemeinnützige, private, kulturelle Institution ist sie den Ideen und Grundwerten der Sozialen Demokratie verpflichtet. In Mosambik ist die Friedrich-Ebert-Stiftung seit 1984 mit einem Büro vertreten und unterstützt die nach Bürgerkriegsende 1992 eingeleiteten politischen, wirtschaftlichen und sozialen Transformationsprozesse.
Auch ihren jetzigen Mann, einen Italiener, lernte Manon in Mosambik kennen. Zusammen haben sie zwei Töchter. Sarah ist elf mit dunklen Haaren wie der Papa. Die siebenjährige Luana ist eher Mamas Ebenbild und ganz blond.Nach Deutschland versuchen sie regelmäßig zu kommen, denn schließlich gibt es hier noch viele Verwandte. In diesem Jahr war es ein eher zufälliger Besuch. Um einen Lehrgang zu besuchen, sollte die junge Frau nach Berlin fliegen. Kurzerhand nahm sie ihre beiden Töchter mit und blieb länger. Vier Wochen verbrachten die drei ,,Mädels“ nun im Vogtland. Sie wohnten bei zwei Cousinen in Plauen.
,,Mein Mann hat leider keinen Urlaub bekommen. Er hat eine Videofirma und eine Menge zu tun. Aber meine beiden Töchter müssen über die lange Zeit sowieso beschäftigt werden. Bei uns sind viel länger Ferien als in Deutschland. Von Juni bis in den September haben die Kinder frei.“, sagt Manon. Außerdem sei zu Hause gerade nicht Sommer, sondern Winter, allerdings mit den gleichen Temperaturen wie bei uns gerade. 15 oder 17 Grad, kälter wird es nicht in dem Teil Afrikas. Dafür steigt das Thermometer aber im Sommer auch bis 40 Grad hoch.
Maputo ist die Hauptstadt direkt am Meer gelegen. Etwa 2,5 Millionen Menschen leben dort. Die Landessprache ist portugiesisch. Sarah und Luana gehen in eine portugiesische Schule mit 1500 anderen Kindern aus 22 Nationen. Mehr als die Hälfte der Schüler sind trotzdem Mosambikaner. Beide Mädchen sprechen perfekt englisch. Durch ihren Vater italienisch und bald kommt noch französisch dazu. Die Familie wohnt in einem Haus nur wenige Minuten von Schule und Arbeitsplatz der Eltern entfernt. Trotzdem werden die Kinder täglich zum Unterricht gebracht. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht und Laufen ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich.
Im Vogtland wird hauptsächlich gemacht worauf man Lust habe. Natürlich aber vor allem Dinge die es zu Hause nicht gibt. So sind zum Beispiel der Kletterwald oder die Sommerrodelbahn besondere Attraktionen. Heute geht es wieder nach Berlin. Von dort aus fliegen die drei zurück nach Hause. Ein ganzer Tag müsse da schon eingeplant werden. Text/Bild: S. Rössel
2009-07-31
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