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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Ein Diakon aus Berufung
Jocketa – Die Kirchgemeinde Jocketa ohne das Ehepaar Roßbach – kaum vorzustellen, aber bald wahr. Am Sonntag werden Christel und Gerhard Roßbach während des Nachmittagsgottesdienstes verabschiedet.
Nach über 32 Jahren „Dienst für den Herrn“ verlassen die Pöhler Gemeinde und ziehen ins elterliche Haus nach Bad Elster. Hier wollen sie hoffentlich noch viele gemeinsame Jahre verbringen. „Vielleicht etwas reisen. Auf alle Fälle mal für 14 Tage an den Chiemsee“, erzählt Gerhard Roßbach.
Der gelernte Baumschulengärtner entschied sich Anfang der 1960er Jahre für den kirchlichen Weg. Die Begeisterung des Vaters hielt sich in Grenzen, sollte doch der einzige Sohn später die Baumschule übernehmen. Doch die Berufung war stärker. Schon als Ehrenamtlicher in der Jugendarbeit war aktiv in den Gemeinden Bad Elster, Sohl, Raun und Arnsgrün unterwegs. Der Wunsch diesen Beruf auszuüben, wurde stärker und er begann in Moritzburg die Ausbildung zum Diakon.
1971 bekam Gerhard Roßbach eine Stelle an der Dorfkirche in Forchheim/Erzgebirge, einer kleinen Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert. Erbauer war George Bähr, dem Baumeister der Dresdner Frauenkirche. Das Ehepaar Roßbach erinnert sich gern an die Zeit im Erzgebirge. Hier wurden die beiden Söhne Frank und Thomas geboren.
Seit 1977 ist die Familie in Jocketa. Bereits ein Jahr später war Roßbach zur ersten Rüstzeit mit der Jungen Gemeinde nach Geilsdorf unterwegs.
Ebenfalls 1978 gab es den ersten offenen Abend. 2008 wurde das 30-jährige Jubiläum dieser verdienstvollen Veranstaltungsreihe gefeiert. Einen Großteil seiner Gemeindearbeit nimmt in den Sommermonaten „Kirche unterwegs“ ein. Sein diesjähriger Einsatz war der 39. Und für Gerhard Roßbach der letzte.
Die Aufgaben wurden im Laufe der Zeit immer umfangreicher und waren allein kaum noch zu bewältigen. Das Landeskirchenamt beschloss, für die Arbeit einen Praktikanten anzustellen. Bis jetzt waren 21 junge Leute im Dienst.
Die Zeit der Zeltlager für Rüstzeitgruppen ging in den 1980er Jahren zu Ende. Die Kirchgemeinde Jocketa erhielt die Erlaubnis für einen Flachbau als Rüstzeitheim. Kurz vor der Wende durfte ein Erweiterungsbau durchgeführt werden.
Gerhard Roßbach dankt noch heute allen, die beim Bau geholfen haben. Wer hier zu Gast war, wurde von Christel Roßbach bestens versorgt. Bis zum Mai dieses Jahr hat sie unermüdlich gekocht, gebacken und geputzt. Sie war der gute Geist des Hauses.
Die vielen Gäste aus nah und fern fanden immer ein offenes Ohr bei ihr. „Wir hoffen, dass weiterhin Gäste von überall hierher kommen und unser Rüstzeitheim weiter Bestand hat“ – das wünschen sich beide Roßbachs.
Das Jocketaer Paar organsierte die Unterstützung für Notleidende in Weißrussland und der Ukraine. In den 1990ern waren mehrfach Tschernobyl-Kinder erst in Ruppertsgrün, dann in Jocketa. „Diese Aktionen haben uns geprägt.“
Nach einem Nachfolger gefragt, kann der scheidende Diakon keine Antwort geben. „Es haben sich schon einige beworben. Aber es ist eben viel Arbeit“, bedauert er. Als Diakon in Jocketa ist man zu 40 Prozent Gemeindepädagoge, zu 20 Prozent ist Verwaltungsarbeit zu erledigen, 30 Prozent nimmt „Kirche unterwegs“ ein und die verbleibenden 10 Prozent ist Arbeit im Rüstzeitheim. „Einen Sommerurlaub hatten wir eigentlich nie“, erzählt er, bedauert die Tatsache aber nicht.
Gerhard Roßbach und seine Frau Christel sind zwei Menschen, die immer für andere da waren und denen die Arbeit mit den Christen nicht nur Beruf ist sondern Berufung. „Wir freuen uns auf unseren neuen Lebensabschnitt und wenn mal jemand aus der Gemeinde in Bad Elster ist, der darf ruhig bei uns rein schauen“.
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