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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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EgroNet spielt eine Pionierolle in Europa
Plohn - Das EgroNet im Vierländereck Tschechien, Bayern, Thüringen und Sachsen spielt eine Pionierrolle bei der Gestaltung grenzüberschreitender Nahverkehrssysteme in Europa. Das war der Tenor auf der Festveransaltung anlässlich des 10. Geburtstages des Länder verbindenden Mobilitätssystems am Freitag im Freizeitpark Plohn im Vogtland.
Politiker, Nahverkehrsexperten und -unternehmer sowie viele Einwohner der Region feierten gemeinsam, konnten für die Anreise mit Bahn, Bus oder Zug den Geburtagstarif „2 auf 1“ für das EgroNet-Ticket nutzen. Mit diesem können am 28. und 29. Mai bis zu zwei Erwachsene und vier Kinder durch die gesamte Region fahren.
Das EgroNet war als externes Projekt zur Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover entwickelt worden. In den Ausbau wurden mehr als 200 Millionen Euro investiert. Genau am 28. Mai 2000 um 6.05 Uhr startete es, als der erste Zug über die wieder aufgebaute Brücke von Klingenthal nach Krasilce (Graslitz) fuhr. „Ich kenne viele Projekte, die zur Expo entwickelt wurden, von denen man aber heute nichts mehr weiß. Das EgroNet ist eine positive Ausnahme. Es wurde in den 10 Jahren sogar weiter entwickelt“, betonte Ministerialdirigent Hans Peter Göttler vom Bayerischen Staatsministerum für Verkehr.
Das lässt sich an eine Reihe von Zahlen verdeutlichen. Im Jahr 2.000 waren es 13 Partner, jetzt sind es 20 Verkehrsverbünde, Landkreise und kreisfreie Städte, die eng zusammen arbeiten. Die Zahl der kooperierenden Verkehrsunternehmen stieg von 45 auch 62. Sie fahren mit Straßenbahnen, Bussen und Zügen auf 702 Linien, bedienen mehr als 7.300 Haltestellen. Die EgroNet-Region war zur Gründung 6.300 Quadratkilometer groß, heute sind es 15.000 Quadratkilometer. Damit stieg auch die Zahl der Einwohner von 1,6 auf über 3,2 Millionen.
Wichtig ist vor allem, dass sie die zahlreichen Nahverkerhsangebote intensiv nutzen. In den zehn Jahren wurden rund 330.000 EgroNet-Tickets verkauft. Mit dem EgroNet-Ticket können Reisende einen Tag lang für gerade mal 15 Euro bzw. 150 Kronen die Region zwischen Karlsbad, Bayreuth, Lichtenfels, Gera, Zwickau, Plauen und Johanngeorgenstadt erkunden. „Damit hat das EgroNet viel mehr geleistet, als nur den Nahverkehr über Ländergrenzen zu verbinden. Es hat die Menschen der Region zusammen gebracht“, sagte Roland Werner vom Sächsischen Verkehrsministerium. Inzwischen wird auch in Sachen Sport, Kultur oder Tourismus zusammen gearbeitet. Gemeinsam treten die Kooperationspartner im Jahr auf rund 20 regionalen, nationalen und internationalen Messen und Ausstellungen auf, geben gemeinsam Broschüren wie „Sehenswürdigkeiten“, „Pauschalangebote“ oder „Wandern“ im EgroNet heraus. Nicht vergessen werden darf der jährlich neu gestaltete gemeinsame Fahrplan.
Die Erfahrungen, die bei der Verknüpfung der Nahverkehrslinien gemacht wurden, sind inzwischen überall gefragt. „Südlich im Anschluss an die EgroNet-Region, nämlich im Bayerischen Wald und im Sumava, Böhmerwald, ist die Verknüpfung der Nahverkehrsmittel schon sehr weit fortgeschritten. Hier wirken die Fachleute aus der EgroNet-Region als ständige Berater. Aber wir haben auch im Dreiländereck Bayern, Österreich, Tschechien das EgroNet-Prinzip vorgestellt. Ebenso baut man in den Grenzregionen Tschechiens, der Slowakai und Österreichs auf unsere Erfahrungen“, berichtete Julius Lovas, Ministerialrat im Tschechischen Ministerium für Verkehr.
Die Kooperationsparner geben sich weiterhin nicht mit dem Erreichten zufrieden. Ein Beispiel dafür ist das HandyTicket. „2003 begann hier in der EgroNet-Region erstmals in Deutschland und Tschechien der Versuch, das Handy als Taschenfahrscheinautomat zu nutzen. Einige hundert Interessenten in Sachsen und Tschechien stellten sich als Probanten zur Verfügung. Das hier erfolgreich entwickelte System wird inzwischen deutschlandweit von fast 60.000 Menschen genutzt“, unterstrich Tassilo Lenk, als Landrat des Vogtlandkreises und Vorsitzender des Zweckverbandes Öffentlicher Pesonennenahverkehr Vogtland (ÖPNV) auch Leiter des EgroNet. Während der Festveranstaltung übergab der bisherige Geschäftsführer des ÖPNV, Karlheinz Meinel, der in Ruhstand geht, den Stafelstab an seinen Nachfolger Torsten Müller.
Inzwischen erhielt das EgroNet auch Auszeichnungen wie den Europäischen Schienenpreis des Bahnkundenverbandes 1993 oder den Bayerischen ÖPNV-Preis 2008. Weitere Gemeinsame Ziele sind bereits abgesteckt. So soll der Schienenstrang von Hof über Selb und Asch nach Cheb (Eger) wieder in Betrieb genommen werden und die Hauptzugstrecken von Sachsen nach Bayern elektrifiziert.
Mitglieder des Länder verbindenden Mobilitätssystems „EgroNet“ sind in Tschechien der Bezirk Karlovy Vary (Karlsbad) und die Stadt Cheb (Eger), in Bayern die Landkreise Neustadt an der Waldnaab, Tirschenreuth, Wunsiedel, Hof, Bayreuth, Kulmbach und Lichtenfels sowie die kreisfreien Städte Weiden, Bayreuth und Hof, dann in Thringen der Saale-Orla-Kreis und der Landkreis Greiz und schließlich in Sachsen der Zweckverband Öffentlicher Pesonennenahverkehr Vogtland und der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen. gb
2010-05-30
Kommentar zu EgroNet spielt eine Pionierolle in Europa ?
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