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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Bund der Architekten wirbt für Reichenbach
Der Verband Sachsen des Bundes Deutscher Architekten tritt für Reichenbach als Ort ein, der Architekten ausbildet. Doch nach dem Willen der Landesregierung soll die Hochschulausbildung nach Leipzig oder Dresden verlagert werden.
Reichenbach - Das Bekenntnis zu Reichenbach steht in einer Pressemitteilung der Architekten. Hintergrund sind die Pläne der sächsischen Landesregierung, die Hochschulausbildung in Reichenbach zu liquidieren. Neben der Architektur wäre die Textil- und Ledertechnik betroffen, die nach Zwickau wechseln soll. Warum sollte die Architekturausbildung in Reichenbach bleiben? In der Pressemitteilung heißt es:
"Im Entwerfen und Konstruieren, aber auch in der heute immer wichtiger werdenden Vermittlung ihrer Arbeitsergebnisse sind die Reichenbacher Absolventen häufig besser gerüstet als ihre Kollegen aus den großen Hochschulen. Ein Grund dessen liegt auch im Stellenwert, den die Präsentationstechniken einnehmen. Die werden in vielfältigen Situationen geübt. Dabei wird der vermeintliche Nachteil der Fakultät, nämlich die Kleinheit, durch die Direktheit der persönlichen Betreuung wieder zum Vorteil für die Studierenden. Denn nur hier (und nicht in Leipzig oder Dresden) gibt es das konsequente Studioprinzip, nur hier hat jeder seinen eigenen festen Arbeitsplatz und nur hier gibt es eine Betreuungsintensität, die große Fakultäten schon organisatorisch nicht bieten können.
Die Erfolge lassen sich messen. Da sind die Büros, die von Absolventen gegründet wurden, die inzwischen in der sächsischen Architektenszene mitmischen wie ,Ahoch4' und ,aufbauostarchitekten' in Zwickau oder das Atelier 'ST' in Leipzig. Oder die Absolventen, die in ambitionierten Büros in Sachsen, Deutschland und auch im Ausland arbeiten, den Kontakt zu "ihrer" Hochschule aber halten. Zu erwähnen ist das Hochschulranking von ,DetailX', wo die Reichenbacher Fakultät stets die vordersten Plätze belegt.
Das liegt vor allem daran, dass die Zufriedenheit der Studierenden überdurchschnittlich hoch ist: sie sind gerne in Reichenbach, fühlen sich gut betreut und zelebrieren die Sonderstellung ihres Campus in der Stadt.
Der BDA Sachsen wendet sich mit Nachdruck gegen die geplante Schließung. Es mag schon sein, dass man die Zentralisierungsbestrebungen der Verwaltung als Ziel grundsätzlich anerkennen muss und dass durch Konzentration die Ausbildungsqualität in den Zentren noch gesteigert werden könnte. Doch das Nachsehen hat die Region, in der die Rolle der regionalen Architektur und deren schöpferischer Weiterentwicklung bearbeitet und reflektiert wird. Der BDA befürchtet nicht nur, dass in Reichenbach ein in Deutschland einmaliges Studienmodell abhanden kommt, er befürchtet auch die Abhängung einer gesamten Region, die entsteht, wenn Architekturausbildung in Sachsen demnächst nur noch in Dresden und Leipzig stattfindet."
2011-07-13
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