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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Bohrungen nach Zinn beginnen in Gottesberg
In Gottesberg in der Gemeinde Muldenhammer wird seit Dienstag nach Zinn gebohrt. Mit den dort vermuteten 120 000 Tonnen Zinn will die "Deutsche Rohstoff AG" (DRAG) Heidelberg ein gutes Geschäft machen.
Gottesberg/Geyer - Dass Bodenschätze nichts wert sind - das war gestern. Inzwischen boomen die Preise für Rohstoffe auf dem Weltmarkt wie nie zuvor. Erkannt haben das schon vor fünf Jahren die Unternehmer Thomas Gutschlag und Titus Gebel - die Gründer der DRAG. In Australien fördern sie in einer Mine Gold und Wolfram zutage, in Kanada Blei und Zink, den USA Öl und Gas - und im erzgebirgischen Geyer und vogtländischen Gottesberg Zinn.
Dort sei vermutlich die größte Zinn-Lagerstätte der Welt, sagt DRAG-Vorstand Thomas Gutschlag. Wenn das Wetter mitspiele, könnten die Bohrungen in Gottesberg schon vor Weihnachten abgeschlossen sein. Dort sollen drei Bohrer eingesetzt werden, die sich bis in 400 Meter Tiefe vorarbeiten. Nach aktuellem Marktpreis sind beide Lagerstätten zusammen etwa 2,7 Milliarden Euro wert. Für eine Tonne Zinn gebe es derzeit 20 000 Dollar. Die Lagerstätten sind lange bekannt.
Laut Gutschlag habe man schon in der DDR sehr solide erkundet. Die Genehmigung für Probeborhungen erteilte das Oberbergamt nun der DRAG. "Es gab auch bereits eine Einwohnerverammlung in Muldenhammer. Dort sind wir auf großes Verständnis gestoßen", so Gutschlag. Nach den Probebohrungen wird abgewägt, ob man das Zinn-Vorkommen auch abbaut und aufbereitet. Für zehn, zwölf Jahre hätte man dann in Gottesberg zu tun - Gutschlag spricht von etwa 100 Arbeitsplätzen, die dort entstehen könnten. Zinn ist ein begehrter Stoff für die Herstellung von Elektronik, Lötzinn und Weißblechdosen. Cornelia Henze
2011-11-29
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