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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Banges Warten bei Nema Netzschkau
Am Mittwoch steht nächste Betriebsversammlung an
Netzschkau – „Wir hoffen auf einen Investor. Alles andere scheint unwahrscheinlich“, sagt Dieter Feist, Chef des Betriebsrates der Nema Wärmetauscher GmbH. Die Zukunft des Unternehmens mit 186 Leuten ist ungewiss.
Am Mittwoch, 15 Uhr, gibt es eine Betriebsversammlung in Netzschkau. Laut Feist werden „aussagekräftige Herren“ von der GEA-Konzernzentrale in Bochum erwartet. „Die werden hoffentlich sagen, wie es weitergeht“, meint er. Nach Recherchen des Vogtland-Anzeigers hat der GEA-Aufsichtsrat bereits im vergangenen Jahr ein Konzept beschlossen, die Produktion aus Netzschkau abzuziehen, vermutlich an den Standort Wurzen. Um die Belegschaft zu spalten und ihre Widerstandskraft zu schwächen, wird versprochen, dass die Ingenieurleistungen in Netzschkau bleiben sollen – wenigstens vorerst. Offiziell bestätigt wird diese Information nicht.
GEA-Sprecher Marc Pönitz sagt nur, dass es ein Umstrukturierungskonzept gibt – zum Inhalt sagt er nichts: Noch sei nichts entschieden. Der Vorstand werde Verhandlungen aufnehmen. Nicht nur die Nema sei betroffen, auch andere Standorte, in aller Welt. Zum GEA-Konzern gehören 400 Firmen. 56 davon stellen – wie die Nema – Wärmetauscher her. „Vom Einbauteil in eine Heizung bis zur Größe eines Fußballfeldes“, sagt Pönitz. Warum hat der GEA-Konzern vor gut zwei Jahren die Nema Wärmetauscher GmbH gekauft? Um einen Konkurrenten auszuschalten, der einen guten Ruf hat? „Das stimmt nicht“, sagt Konzernsprecher Pönitz. „Damals hatte der Kauf Sinn. Zwei Jahre später gibt es eine neue Situation durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise.“ Darauf müsse man reagieren.
Frage an Kay Weidner, Pressesprecher des Bundeskartellamtes in Bonn. Hat eigentlich beim Verkauf der Nema an die GEA damals das Kartellamt Auflagen erteilt? „Der Verkauf war ordnungsgemäß angemeldet – Auflagen durch das Kartellamt gab es nicht“, sagt Weidner. Kann sich Nema-Betriebsrat Feist vorstellen, dass die GEA den Standort Netzschkau an einen Investor verkauft? „Das hängt davon ab, was der Investor plant“, sagt der 63-Jährige. Er arbeitet seit 42 Jahren im Unternehmen, das in der DDR Nema Netzschkau hieß und seit der Wende mehrmals seinen Namen geändert hat: Nema Wärmetauscher GmbH, Nema Airfin, GEA-Nema Wärmetauscher GmbH . . . ufa
2010-03-23
Kommentar zu Banges Warten bei Nema Netzschkau?
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Kommentar von _Christoph am 24.03.2010; 13:58:39 Uhr
Kommentar zu Banges Warten bei Nema Netzschkau
Da wird von unseren Brüdern und Schwestern aus dem westlichen Teil unseres Landes wieder ein Betrieb platt gemacht. Die Industrie in der ehemaligen DDR ist unter dem Vorwand marode zu sein, "abgewickelt" worden. Die Firmen wurden häufig für die symbolische Mark verschenkt. Nach einer vorgeschriebenen Schamfrist ist der Betrieb dicht gemacht worden, die Belegschaft in die Wüste geschickt und die "maroden" Maschinen für gutes Geld meist in den Westteil unseres Landes verkauft. Zusammen mit den abgeschöpften Fördergeldern ein reichliches und dazu relativ müheloses Einkommen. Bleiben noch die Liegenschaften mit Gebäuden. Lassen diese sich verkaufen, vergrößert sich der Gewinn entsprechend. Anderenfall ist der neue Eigentümer spurlos und unauffindbar verschwunden, natürlich mit dem Geld, und überläßt die Gebäude dem Verfall und die Abrißkosten der Allgemeinheit. Wie viel zu oft geschehen.So betrachtet versteht man den Sinn von Kohls "Blühenden Landschaften". Der Mann hat es wörtlich gemeint!!