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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Marderhund: Im Vogtland kaum zuhaus

190909 MarderRodau – Udo Matenaar hatte Glück: Der Jäger saß als Teilnehmer einer Drückjagd auf einem Hochstand bei Rodau. Doch statt eines Wildschweines lief ihm ein pelziger Geselle vor die Flinte und mit einer Schrotladung brachte er ihn zur Strecke.

 

„Ich wusste sofort, das ist ein Marderhund“, erinnert sich der Mann an das Jagderlebnis vor genau zehn Jahren.


Der heute 45-jährige Matenaar aus der niedersächsischen Stadt Nordhorn geht seit 30 Jahren zur Jagd, 1999 war er als Gastjäger ins Vogtland gekommen, um mit Freunden seinem Hobby zu frönen. Der Abschuss eines Marderhundes war damals ein seltenes Ereignis – und ist es immer noch, zumindest im Vogtland.


„2006 weiß ich von einem zur Strecke gebrachten Marderhund im Vogtland, im Bereich Plauen“, sagt Claus Singer, seit 54 Jahren Jäger und 1. Vorsitzender der Jägerschaft Reichenbach. „Ein Jahr später, 2007, gab es einen erlegten Marderhund in Posseck und seitdem habe ich keine Kenntnis von weiteren Abschüssen.“


Singer berichtet, dass Marderhunde ursprünglich aus Ostasien stammen, aus dem Südosten Sibiriens, aus China und Japan. „Ab 1928 hat man bis zu 10 000 Marderhunde im europäischen Teil Sowjetrusslands freigelassen, um die Pelztier-Fauna zu bereichern – sicher auch unter wirtschaftlichen Aspekten“, sagt der 70-jährige Diplom-Forstingenieur, nach dessen Worten mit dem Aussetzen der Tiere eine starke Ausbreitung nach Westen einsetzte, erst in Skandinavien, dann in anderen Teilen Europas. „Mittlerweile ist die Marderhund-Dichte in Finnland höher als die des Rotfuchses.“


Singer zufolge haben sich die Marderhunde auch in Deutschland sehr vermehrt. „1990/91 zählte man 32 Abschüsse, 15 Jahre später gab es mehr als 23 200, die meisten in den neuen Bundesländern – davon 94 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.“ Singer gruppiert den Marderhund in eine Gruppe ein, zu der auch Waschbär, Nutria und Mink gehören.

 

Alles Tiere, die nicht ursprünglich zu Deutschland gehören und eingewandert sind – so genannte Neozoen. Landwirte und Jäger, Förster und Naturschützer, keiner wolle den Marderhund haben, sagt Singer. Aber man werde den Marderhund nicht ausrotten können – möglich sei lediglich, seinen Bestand zu regulieren. Doch die Jagd ist nicht einfach, weil das Tier nachtaktiv ist und nur selten zu sehen. „Man kann es mit Fallen versuchen. Aber die müssen zweimal täglich nachgeschaut werden. Und das ist für einen berufstätigen Jäger nicht einfach“, sagt Singer. ufa

 

2009-09-19




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