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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Plauener Rotkittel überreicht Hochzeitsgeschenk
Plauen/Kopenhagen – Während die meisten noch keinen Gedanken an den Kauf der Weihnachtsgeschenke verschwenden, bereiten sich jene, die sie am 24. Dezember in die festlich geschmückten Wohnungen bringen, bereits akribisch auf das Fest vor.
Am Montag wurde der dreitägige Weihnachtsmannkongress in der Nähe der dänischen Hauptstadt Kopenhagen eröffnet. Der mittlerweile 51. übrigens, und der Plauener Weihnachtsmann Gerd Köhler ist das fünfte Mal dabei. Als einer der wenigen 168 Rotkittel, die über einen richtigen Bart verfügen.
Als wir ihn am vormittag telefonisch befragen, worüber die durchaus nicht nur alten Bärtigen beraten und diskutieren werden, erklingt im Hintergrund Leierkastenmusik. Von wegen angestrengt diskutieren und sich den Bart fusslig reden. Zunächst nämlich ist erst mal feiern angesagt. Weihnachtsmann heiratet Weihnachtsfrau. Punkt 11 Uhr liefen zwei Dänen in den Hafen der Ehe ein. Was man in seinem Falle wörtlich nehmen kann, versteht er sich doch als spezieller Weihnachtsmann für Seeleute.
Seine nunmehrige Gattin hatte der junge Däne zum Abschluss des vorjährigen Weihnachtsmännerkongresses romantisch einschließlich Kniefall gefragt, ob sie seine Frau werden wolle. Und die hübsche Nisse, wie die Weihnachtsfrauen in Dänemarkt bezeichnet werden, sagte spontan zu. „Natürlich waren in den Verlobungsringen Weihnachtssymbole eingraviert“, schmunzelt der vogtländische Vertreter der Weihnachtsmann-Gilde, der dem jungen Paar ein im Wortsinne Spitzen-Geschenk aus seiner Heimat Plauen überreichte. Vorgenommen wurde der feierliche Akt immerhin vom dänischen Bürgermeister. Und nicht nur die im Freizeitpark Bakken nördlich von Kopenhagen untergebrachten Weihnachtsmänner schauten dem Spektakel zu, sondern auch viele Hauptstädter, die sich eigens auf den Weg hierher gemacht hatten.
Besonders originell findet Köhler, dass die Braut die letzte Nacht vor der Hochzeit mit dem Chef-Weihnachtsmann im Weihnachtshaus verbringen musste – damit die künftige Ehefrau nicht noch in letzter Minute ausbüxt oder ihr gar etwas zustößt. Und dann ist Köhler am Handy kaum noch zu verstehen. Der Lärm jubelnder Menschen im Hintergrund schwillt an und der Bärtige aus Plauen kann nur noch mitteilen, dass es im Anschluss an die Trauung für die Männer in Rot dann doch noch ernst wird. Zunächst trifft man sich zur Jahreshauptversammlung, bevor sich die Rotkittel ab 14 Uhr zur großen Parade formierten. 168 Weihnachtsmänner aus 19 Ländern und Gebieten, wie es exakt heißt, denn zwar gehört beispielsweise Grönland zu Dänemark, legt aber großen Wert auf einen „eigenen“ Weihnachtsmann.
Die Parade im Freizeitpark, von der Größe her vergleichbar dem in Plohn, zieht alljährlich Dänen aus dem ganzen Land, vor allem Kinder, an und ist als Termin sogar in den Broschüren der Tourist-Informationen enthalten. Und was liegt noch an? Beispielsweise übernehmen die „Delegierten“ die in Dänemark sehr ehrenvolle Aufgabe, den besten eingelegten Hering des Jahres zu küren, der zum traditionellen dänischen Weihnachtsessen mit Schweinebraten, Rotkohl und Mandeleiscreme gehört. Und traditionell unternehmen die Weihnachtsmänner auch in diesem Jahr wieder ihr Salzwasserfußbad am Bellevue Strand und eine Tour zum Strøget von Kopenhagen. tp
2009-07-22
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