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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Zur Tulpenzeit blüht schon der Flieder
Plauen – Wer mit offenen Augen durch die Natur streift, wird staunend die für einen April ungewöhnlich vielfältige Blütenpracht bewundern. Schlagartig ist die Natur in den vergangenen Tagen erwacht und hat auch Pflanzen und Bäume zur Blüte getrieben, die eigentlich noch einige Wochen Zeit gehabt hätten.
„Der Grundstock dafür wurde bereits im Herbst gelegt, der mild und aber auch genügend feucht war. Da haben die Pflanzen nochmals getrieben“, erklärt Bärbel Hoffmann, die mit Tochter Katrin die Gärtnerin Hoffmann GbR in Plauen Am Preißelpöhl inne hat.
Die Gärtnerei bestehe bereits mehr als 25 Jahre und sei mittlerweile vogtlandweit die einzige, die Stauden selbst produziert. „Und wir haben auch seit sieben Jahren wieder ein Frühjahr, das warm und feucht ist. Ein Mal in der Woche Regen ist spitze. Das lockt die Pflanzen zur Entfaltung. Und so blüht bereits der Löwenzahn, der erst Ende Mai an der Reihe wäre. Auch für die Apfelblüte, die jetzt schon zu sehen ist, wäre Mitte Mai normal. Kirschen- und Pflaumenbäume, die auch noch Zeit gehabt hätten, sind bereits abgeblüht. Und auch der Flieder ist vier Wochen zu zeitig“, so die Fachfrau. Dass dieser bereits im April zu sehen ist, sei schon ungewöhnlich.
Ebenso wie die Obstbaumblüte. Und sie erinnert an den Spruch „wenn die Baumblüte gleichzeitig mit dem Raps ist – und die Felder sind schon gelb – dann fehlen die Bienen“. Doch diese würden zur Bestäubung der Blüten in diesen Tagen generell fehlen, weil ihr Nachwuchs nach dem langen Winter eben noch nicht flugreif sei. Dadurch werde die Obsternte vermutlich nicht üppig ausfallen. „In der Natur spielt alles zusammen“, betont Katrin Hoffmann. Um das Wechselspiel der Natur geht es auch im Grünen Klassenzimmer der Landesgartenschau, die am Freitag in Reichenbach ihre Tore öffnet. Und dieses Klassenzimmer haben die Plauener Gärtnerinnen mit angelegt.
Wer am Garten von Stefan Greif in Rodersdorf vorbeikommt, kann sich gar nicht satt sehen.
Die Tulpen in vielen Farben sind eine wahre Augenweide. Der Rentner liebt sein Hobby, das nach dem Krieg mit fünf geschenkten Winterling-Zwiebeln begann. Mit den ersten Sonnenstrahlen erwachen in seinem Garten die Frühblüher: Winterlinge, Krokusse, Hyazinthen, Herbstzeitlose, Narzissen und natürlich die Tulpen, die immer wieder mit neuen Sorten ergänzt werden. Ist alles verblüht und sind die Blätter gelb – somit die Kraft wieder in den Zwiebeln – fährt der Hobbygärtner, der auch Gemüse anbaut, „einfach mit dem Rasenmäher“ über die gewaltigen Blumenbeete. M. T.
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