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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Zeitarbeit im Vogtland boomt
Die Arbeitslosenzahl sinkt, doch viele Jobs entstehen in unsicheren Beschäftigungsformen wie der Zeitarbeit. Im Vogtland kommen ein Drittel der angebotenen Jobs aus der Leiharbeit. Private Arbeitsvermittler sprechen von einem Boom bei der Zeitarbeit.
Von Martin Reißmann
Plauen – Auch wenn Zeitarbeiter allgemein ein makelhaftes Image auf dem Arbeitsmarkt genießen, boomt die Branche. Die Zahl der Leiharbeiter im gesamten Vogtland hat nach aktuellsten Zahlen der Arbeitsagentur Plauen fast das Niveau wie vor der Wirtschaftskrise Ende 2008 erreicht. Anfang 2011 arbeiteten etwa 1600 Frauen und Männer in der so genannten Arbeitnehmerüberlassung. Das sind rund zwei Prozent von allen gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Den vorläufigen Höhepunkt gab es mit fast 2000 Arbeitern auf Zeit im Sommer 2008. „Mit Einsetzen der Wirtschaftskrise ging die Zeitarbeit in unserer Region deutlich zurück“, sagt Agentursprecherin Silke Steinkampf.
Das Verhalten im Bereich der Zeitarbeit spiegele auch immer die wirtschaftliche Entwicklung wider. „Zeitarbeit ist ein wichtiger Indikator für den Arbeitsmarkt. Daher waren im Zuge der Krise eher als in anderen Branchen Beschäftigungsrückgänge zu verzeichnen.“ Aber auch der Anstieg der Wiedereinstellungen sei zu- erst bei der Leiharbeit zu spüren, heißt es.
Händeringend sucht Werner Frank nach Zeitarbeitern. Der Niederlassungsleiter der Personalvermittlung Time Company in Plauen hat derzeit mehr Aufträge auf seinem Tisch als Arbeiter zur Verfügung. Es herrsche Hochkonjunktur bei der Leiharbeit. „Es ist eigentlich wieder wie vor der Krise.“ Seit gut einem Jahr gehe es wieder aufwärts. Nicht einmal im Winter sei ein Rückgang zu verzeichnen gewesen, meint der Arbeitsvermittler. Besonders die Automobilindustrie sowie Lager- und Versandunternehmen suchen momentan verstärkt Zeitarbeiter. Rund 200 Beschäftigte sind bei Werner Frank eingetragen am Standort Plauen. Deutlich mehr bräuchte er, um alle Anfragen zu bedienen. Gute Facharbeiter zu bekommen, sei schwer. „Wir suchen Leute über Leute und finden keine mehr.“ Die Übernahmequote bei den Firmen sei sehr hoch, sagt der Niederlassungsleiter.
Das Bild der Zeitarbeit wandelt sich, so Frank. In Deutschland stecke die Branche im Vergleich zu Amerika noch in den Kinderschuhen. Seit diesem Jahr bekommen Arbeiter, die zum Zeit-Arbeitgeberverband BZA gehören, erstmals auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld gezahlt. Ein Facharbeiter im Vogtland bekommt bei Werner Frank 8,56 Euro in der Stunde. Unterschieden wird in Ost- und Westtarif. „Es gibt Berufszweige, da verdienen die Leute weniger als unsere Helfer.“ Auch regelmäßige Lohnanpassungen gebe es. Gebessert habe sich in den letzten Jahren auch die Leistungsbereitschaft der Arbeiter.
Knapp 300 Jobangebote aus der Zeitarbeit sind im letzten Juni bei der Arbeitsagentur in Plauen eingegangen. Das sind rund ein Drittel aller angebotenen Stellen, sagt Agentursprecherin Silke Steinkampf. Firmen nutzen Zeitarbeiter um personelle Engpässe auszugleichen, Auftragsspitzen abzudecken oder Arbeiter für eine dauerhafte Einstellung zu testen. „Zeitarbeit bietet vielen Menschen eine zusätzliche Chance, in Arbeit zu kommen.“
Gewerkschaften haben gegenüber der Zeitarbeit eher eine ablehnende Haltung. Sie kritisieren niedrige Entlohnung sowie die geringe Arbeitsplatzsicherheit und fordern die Eindämmung. Im Herbst soll die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland erstmals die Millionengrenze überschreiten.
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