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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Woolworth-Kette ist pleite
Plauen/Frankfurt – „Die Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Entgegen anders lautenden Meldungen sind die Unternehmen nicht von der Krise der britischen Handelskette Woolworths Group betroffen.“ Erst im November 2008 hat die deutsche Handelskette zwei neue Filialen an den Standorten Düsseldorf und Hagen eröffnet. Weitere Filialeröffnungen sind für 2009 geplant“. So weit die Pressemitteilung des Unternehmens am 27. November vorigen Jahres.
Gestern klangen die Nachrichten aus der Frankfurter Unternehmenszentrale wesentlich dramatischer. In den Vormittagstunden meldeten die Agenturen, dass das über 80-jährige Unternehmen bereits am Samstag Insolvenzantrag gestellt hatte. Nun müssen die etwa 11 000 Mitarbeiter der bundesweit 323 Filialen um ihre Arbeitsplätze bangen – unter ihnen die Beschäftigten der beiden vogtländischen Filialen in der Plauener Stadt-Galerie und in Rodewisch. Wie viele Personen das Unternehmen an beiden Standorten beschäftigt, war weder von der Geschäftsleitung in Rodewisch noch vom Center-Management der Stadt-Galerie zu erfahren.
Noch schneller als die beantragte Insolvenz hatte wohl eine Anweisung aus der Zentrale die Runde gemacht, keinerlei Auskünfte vor Ort zu erteilen. Manuela Buchta vom Center-Management in Plauen konnte nur mitteilen, dass ihr seitens der Woolworth-Filiale ihres Hauses keine Informationen vorlägen. Natürlich hoffe sie, dass die Plauener Beschäftigten von einer drohenden Schließung verschont bleiben. Woolworth gehört zu den ersten Mietern seit Eröffnung der Stadt-Galerie im Jahre 2001.
Auch in Rodewisch waren weder Auskünfte über Beschäftigtenzahl noch Verkaufsfläche zu erfahren. Der Pressesprecher des Konzerns mit Sitz in Frankfurt, Thomas Schulz, stand gestern Vormittag sichtlich unter Stress. Der vom Frankfurter Amtsgericht bestellte Insolvenzverwalter Ottmar Hermann habe die Zentrale noch nicht mal betreten. Der wird zwar ab sofort das Vermögen der Kette verwalten, was aber nicht gleichbedeutend sei mit der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, über das das Gericht zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden werde. Die Mitarbeiter seien über den Insolvenzantrag bereits informiert worden, fügt Schulz an. Bis sich Hermann ein Bild von der Situation des in Schieflage geratenen Konzerns ein genaues Bild gemacht habe, bleiben alle Filialen geöffnet.
Bezüglich einer Frage unserer Zeitung nach den Gründen des Insolvenzantrages wollte sich Schulz nicht äußern. Intern wird gemunkelt, dass die Liquidität des einstigen Traditionsunternehmens nicht mehr gesichert sei. Und auch der neue Chef der Kaufhauskette hatte nach nur vier Wochen im Amt Anfang dieses Monats das Handtuch geworfen.
Nachdem bereits der britische Konzern Woolworth voriges Jahr Insolvenz anmelden musste, ist nun auch das im November 1926 gegründete deutsche Unternehmen in Bedrängnis geraten. Schon nach Übernahme des operativen Woolworth-Geschäftes durch eine britische Investment- und Beratungsgesellschaft 2007/2008 war es zu einem massiven Beschäftigungsabbau gekommen. Damals wurden 1000 Stellen gestrichen und etwa 800 Beschäftigte entlassen. Branchenkenner sprechen nun davon, dass Woolworth jetzt der Konkurrenz der noch billigeren Supermärkte weichen müsse. T. Piontkowski
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