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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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ENKA Elsterberg: "Wir werden nicht aufgeben"

  080309 Enka Demo Elsterberg – Die Beschäftigten des Viskosewerkes Enka in Elsterberg wehren sich gegen die Schließung des Standortes. 1300 Menschen aus der Region demonstrierten gestern für den Erhalt des Werkes. „Wir werden diesen Standort nicht aufgeben“, sagte der kommissarische Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie Energie (IG BCE), Gerald Vogt. Von einer Schließung wäre die ganze Region betroffen. „Hier haben Gewerbetreibende, Handwerker, Vereine mit den Beschäftigten demonstriert“, sagte er.


Der in Bedrängnis geratene Garnhersteller Enka (Wuppertal/Nordrhein-Westfalen) hatte Mitte Februar die Schließung seines Werkes in Elsterberg zum 1. Juli angekündigt. Betroffen sind 380 Mitarbeiter. Das Werk im unterfränkischen Obernburg mit 240 Mitarbeitern soll weitergeführt werden.


 Die IG BCE hat unter dem Motto „Wir wehren uns“ zu dem Protest aufgerufen. Mit einer machtvollen Demonstration, die Einigkeit und Solidarität ausdrückte, verliehen die Mitarbeiter, ihre Familien und zahlreiche Vogtländer ihrer Forderung die nötige Aufmerksamkeit. Mit Transparenten marschierten sie die 1,5 Kilometer vom Werktor bis zum Marktplatz durch die Stadt. Unter dem Demonstranten waren die Bundestagspolitiker Robert Hochbaum (CDU), Sabine Zimmermann (Die Linke), aber auch die Landtagsabgeordneten Alfons Kienzle und Frank Heidan (beide CDU).


Auf dem Marktplatz ergriffen neben Gewerkschaftsfunktionären auch Elsterbergs Bürgermeister Volker Jenennchen, Enka-Betriebsratsvorsitzender Klaus Wirth und Mitarbeiterin Daniela Kieselbach das Wort. Sie machten alle ihr Unverständnis für die Entscheidung der Enka-Eigentümer in Frankfurt deutlich. Die 40-jährigen Textilarbeiterin und zweifache Mutter Daniela Kieselbach brachte es auf den Punkt: „Wir wollen unsere Kinder hier aufwachsen sehen, sie sollen hier in den Kindergarten und die Schule gehen und deren Väter sollen hier Arbeit haben und nicht durch das ganze Land fahren.“


Die Elsterberger kämpfen weiter und hoffen nun auf ein Gespräch zwischen Wirtschaftsminister Thomas Jurk und den Enka-Eigentümern der Internatinal Chemicals Investment-Group am kommenden Donnerstag.


Am Rande der Demo übergab der Elsterberger Stadtwehrleiter Ludwig Otto unserer Zeitung einen Brief, den die Gemeindewehrleitung an Sachsen Wirtschaftsminister Jurk geschrieben hat.  j.st.




Kommentar zu ENKA Elsterberg: "Wir werden nicht aufgeben"?

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