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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Wende-Denkmal | Debatte läuft in falsche Richtung
Plauen – Die Entscheidung der Jury für das geplante Wende-Denkmal in Plauen bereits zwei Favoriten festzulegen, hat unter der Bevölkerung eine hitzige Debatte losgetreten. Die kontrovers geführten Diskussionen schaukeln sich hoch und gehen nach Ansicht der Initiatoren ungewollte Richtungen.
„Was derzeit abläuft, ist nicht in unserem Sinn. Wir müssen abwarten und Ruhe in die Sache bringen, um sie nicht noch zu verschlimmern. Die Bevölkerung wollten wir von Anfang an einbeziehen“, widerspricht Projektleiter Wolfgang Sachs den Kritikern. Bei einer mehrstündigen Sitzung des Projektteams am Mittwochabend wurde die weitere Vorgehensweise festgelegt. Dabei sei auch vereinbart worden, sich erst einmal nicht mehr zu äußern und keine Informationen zu veröffentlichen, um nicht zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen.
Als „Sündenbock“ steht derzeit vor allem der für den Künstler-Wettbewerb zuständige Organisator, Architekt Claus Weisbach, da. Aber wohl zu unrecht. Bei der Präsentation der 14 Denkmalentwürfe Anfang vergangener Woche im Plauener Rathaus, verkündete er zwar, dass sich die zehnköpfige Fachjury bereits auf zwei Favoriten geeinigt hätte. Dies erweckte unter allen Interessierten den Eindruck, es werde an der Bevölkerung, die maßgeblich mitreden sollte, vorbeigearbeitet. Die Entscheidung für zwei Entwürfe hat aber nicht Weisbach selbst getroffen, sondern bekanntlich die Jury. Und deren Bekanntgabe war wohl mit der Projektleitung auch abgesprochen. Wolfgang Sachs, der die große öffentliche Aufmerksamkeit für den Wettbewerb durchaus positiv sieht, bittet die Bevölkerung nochmals, sich zahlreich an der Meinungsumfrage zu den Denkmal-Entwürfen zu beteiligen.
Bisher hätten sich rund 300 Personen über die Vorschläge der regionalen Künstler, in der Ausstellung im Rathaus oder auf der Internetseite des Wende-Denkmals, geäußert. Welches Modell im Laufe der Befragung unter den Plauenern am besten abschneidet, ist noch unklar. Die Ergebnisse sollen erst ab 25. Juli ausgewertet werden. „An diesem Tag öffnen wir die Boxen mit den Meinungsbogen und dann beginnt eine Kommission ihre Arbeit“, so Sachs: „Wer in dem Gremium mitwirken wird, werden wir noch entscheiden.“ Noch offen ist, wie sowohl die Meinung der Bevölkerung als auch das Votum der Jury in die endgültige Entscheidung einbezogen werden können. Sollen allein die Bürger entscheiden? Soll das Jury-Votum umgesetzt werden oder wird es einen Kompromiss geben?
Alle Modelle sind noch bis Ende des Monats im oberen Foyer des Rathauses zu sehen. Das Interesse der Bevölkerung ist groß. Ursprünglich sollten alle Modelle nur eine Woche ausgestellt werden. Derzeit wird sogar darüber nachgedacht, die Ausstellung nochmals zu verlängern, um noch mehr Menschen die Gelegenheit zu geben, sich an der Meinungsumfrage zu beteiligen. Allerdings soll die Schau dann nicht mehr im Rathaus zu sehen sein, sagt Sachs. Über den neuen Ausstellungsort wollte er sich noch nicht äußern.
Das geplante Denkmal soll ausschließlich aus Spendengeldern finanziert werden. Veranschlagt sind 60 000 Euro. Inzwischen sind von Bürgern, Firmen, Institutionen und Vereinen rund 23 000 Euro an Spenden eingegangen. Die größte Summe kommt von einem unbekannten Plauener. Er verdoppelte das Ergebnis einer Benefizveranstaltung und spendete allein mehr als 5000 Euro. (mar)
2009-07-10
Kommentar zu Wende-Denkmal | Debatte läuft in falsche Richtung ?
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