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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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"Was ihr macht, ist große Klasse"

Maffay5Treuen – „Es ist Eiszeit und doch sind wir alle hier“, mit diesen Worten in Anspielung auf das gleichnamige Lied und die Rückkehr des Winters, begrüßte Dieter Pfortner, Geschäftsführer von Magnetto Automotive Treuen seinen langjährigen Freund Peter Maffay.

 

Der seit vier Jahrzehnten erfolgreiche deutsche Rockmusiker und Dauerbrenner in den Charts füllt erst jetzt wieder die Konzerthallen. 54 Auftritte umfasst seine Hallen-Tour zum aktuellen Album „Ewig“ – und zwischen den Auftritten in Chemnitz und Hof ließ sich Peter Maffay nach 2003 einen erneuten Besuch bei Magnetto nicht nehmen. Pfortner, der bereits das Konzert in Zwickau nicht ausließ und am Vortag in Chemnitz mit dabei war, schwärmte in den höchsten Tönen – und erntete im Rund zustimmendes Kopfnicken.


 Nach Treuen gekommen war auch eine kleine Abordnung der Wirtschaftsjunioren Plauen/Vogtland, die sich bei einer Radtour auf Mallorca vor einer Woche auch die aus der Peter-Maffay-Stiftung finanzierte Finca für traumatisierte Kinder und Jugendliche angesehen hatten. Immerhin hatten sich die Wirtschaftsjunioren im Sommer 2007 sehr engagiert an einer großangelegten Spendenaktion für die Tabaluga-Kinderstiftung beteiligt, in deren Ergebnis in Reichenbach bei einer Benefizveranstaltung an Peter Maffay 55 000 Euro übergeben werden konnten. „Während des Besuches auf Mallorca haben wir mit der Stiftungsverwaltung auch besprochen, wie im Jahr 2010 einer Gruppe von vogtländischen Kindern und Jugendlichen, die eine schwierige Vergangenheit haben, ein Aufenthalt auf der Finca ermöglicht werden kann“, erzählte Noreen Loepke: „Mit Vereinen oder Selbsthilfegruppen werden wir jetzt die Idee in die Tat umsetzen.“

 

Noch begeistert von den Eindrücken auf der Finca überreichte Noreen Loepke einen Rahmen voller Bilder vom Besuch der Wirtschaftjunioren auf dem Stiftungsgelände. „Wir ziehen den Hut vor Dir, nicht nur Deiner Musik wegen, sondern auch vor allem für Deinen Einsatz für die Schwächsten“, betonte die junge Rechtsanwältin und hatte sogleich noch den neuen Pin der Wirtschaftjunioren „für den man besondere Verdienste aufweisen muss“, für Peter Maffay in petto. „Das ist ja wie Weihnachten“, lachte der Musiker und dankte für das Engagement im Namen der Kinder. „Die Stiftung lebt nur von Spenden und kann nur dann ihre Arbeit machen“, sagte er. „Wir sind nun im fünften Jahr und konnten bislang insgesamt 1500 Kindern mit einem Ferienaufenthalt helfen.“ Sogleich sprach Peter Maffay von seinem neuen Projekt „Schutzräume“.

 

Begonnen werden soll es im April nahe seiner Geburtsstadt Kronstadt in Siebenbürgen. „Dort gibt es noch Kirchenburgen mit angrenzenden Pfarrhöfen, die es aus der Zeit der Sachsen noch zu erhalten gilt. Einen solchen Pfarrhof werden wir kaufen und umbauen. Und im Gegenzug die Kirchenuhr restaurieren.“ Im Mai werde in Tutzingen unter Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin und im Beisein zahlreicher Ministerpräsidenten das Projekt „Schutzräume“ vorgestellt. Und weil da auch etwas aus Sachsen dabeisein soll, spendet das Catering-Unternehmen des Plaueners Wolfgang Schoberth exzellenten Wein vom ältesten Weingut Sachsen – Prinz von der Lippe. Für Peter Maffay hatte der Plauener schon eine Kostprobe dabei.


 Nachdem der Musiker verriet, dass der Baden-Württembergische Ministerpräsident das ganze Jahr über unentgeltlich Musiklehrer für die Kinder-Stiftung bereitstellen möchte, gab es noch eine Überraschung in Form von Instrumenten. Die Geschäftsführerin der Harmona Akkordeon GmbH Klingenthal, Gabriele S. Herberger, überreichte zwei Mini-Akkordeons. „Als wir im Herbst 2007 die Kinder-Akkordeons entwickelten, wurde von unseren großen Maffay-Fans die Idee geboren, zwei davon Dir für die Stiftung zu schenken.“ Ein Fan ist seit 20 Jahren die 36-jährige Diana Rappel – und sie strahlte, als sie ganz nahe bei ihrem Idol stand. „Erst vor einer Stunde habe ich von der Begegnung erfahren“, erzählte die Montage-Mitarbeiterin, die mit ihrer Kollegin Martina Fischer stets an einer Säule im Werk Maffay-Konterfeis aufhängt. Mit den Worten „das ist wirklich für Kinder? Also auch für mich“, schnallte sich Peter Maffay gleich ein solches Akkordeon um und versuchte es mit „Hänschen klein“.


 Nachdem Dieter Pfortner seine Gäste bereits am Anfang mit einem kleinen Film über die Entwicklung des Unternehmens einstimmte, folgte im Anschluss noch ein Rundgang. Und er hatte in den Krisenzeiten positive Nachrichten parat: „Wir haben keine Kurzarbeit im Haus und wollen diese auch vermeiden. In den nächsten Monaten wollen wir das Werk technisch erweitern und brauchen auch neue Fläche.“

 

Und „auch in Zeiten, wo es nicht so gut geht, wollen wir ein Zeichen setzen“. Sprach es und überreichte seinem Freund Peter Maffay eine Scheck über 10 000 Euro für die Stiftung. „Das Geld ist bei Dir gut aufgehoben.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Nach einer Stunde sauste Peter Maffay voll bepackt zum Soundcheck zu seinen Musikerkollegen nach Hof, zum 37. Konzert der Tour. M. T.




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