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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Vogtländer stirbt in „Hindenburg“
Zeulenroda – Der RTL-Film „Hindenburg“ hat Millionen Fernsehzuschauer gefesselt. Bei der Katastrophe des Luftschiffs 1937 kam auch ein (Thüringer) Vogtländer zu Tode: Erich Knöcher aus Zeulenroda.
Der Fabrikbesitzer Erich Knöcher gehörte zu den 97 Passagieren, die am Abend des 3. Mai 1937 in Frankfurt in Richtung New York starteten. Drei Tage später erreichte die „Hindenburg“ das Landefeld in Lakehurst. Auf Grund eines Gewitters verzögerte sich die Landung, die Knöcher mit anderen Reisegästen auf dem Passagierdeck erlebte, wie Patrick Russell herausgefunden hat, ein Publizist aus Chicago, der sich nach eigenen Angaben seit 30 Jahren mit der Geschichte der Luftschiffe beschäftigt.
Bei der verzögerten Landung in Lakehurst brach im Heckteil des Schiffes ein Wasserstoff-Feuer aus, das sich geschwind ausbreitete: Das Luftschiff sank schnell zu Boden. Durch die Flammen entzündete sich auch der Dieselkraftstoff für die Antriebsmotoren.
„Mein Vater flüchtete aus dem brennenden Wrack“, sagt Knöchers 84-jährige Tochter Jutta, damals zehn Jahre alt. „Wegen seiner schweren Verletzungen kam er ins Krankenhaus, wo er zwei Tage später trotz aller Bemühungen starb – im Alter von 38 Jahren.“ Er war einer von 36 Toten der Luftschiffkatastrophe – 35 der 97 Passagiere kamen ums Leben und ein Mitglied der Bodenmannschaft.
Erich Knöchers Leichnam wurde mit dem Dampfschiff „Hamburg“ zurück nach Deutschland gebracht, seine Beerdigung erfolgte in Zeulenroda. Dort war Erich Knöcher am 9. September 1898 geboren worden. Wie Tochter Jutta berichtet, diente er als junger Mann im Ersten Weltkrieg. Nach der Rückkehr nach Zeulenroda heiratete er, bekam mit seiner Frau drei Töchter und gründete eine kleine Drahtweberei: Erich Knöcher & Co. produzierte verschiedene Drahtgeflechte, auch Fliegengitter.
Dann und wann begab sich Knöcher auf Dienstreisen ins Ausland, auch nach Übersee. So reiste er 1934 mit dem Dampfschiff „Europa“ in die USA. Und so kam es auch, dass der Geschäftsmann 1937 eine Reise buchte in die Vereinigten Staaten: Er wählte den ein Jahr zuvor in Dienst gestellten Zeppelin LZ 129 „Hindenburg“; die Fahrt im Mai war seine erste Nordamerika-Tour 1937; die Luftschiffreise war damals die schnellste Möglichkeit, von Kontinent zu Kontinent zu gelangen. Der Privatsender RTL hat die Hindenburg-Katastrophe in einem Zweiteiler verfilmt: Die Zehn-Millionen-Produktion am vergangenen Sonntag und Montag hat ein Millionenpublikum interessiert. Der Absturz, eine der größten Technik-Katastrophen der Menschheit, war auch ein Unglück für Knöchels Familie. Die Mutter musste sich mit den drei Töchtern alleine durchschlagen, berichtet Jutta Knöfel, die der Vogtland-Anzeiger in Dortmund erreicht.
Frau Knöfel hat nach eigenen Angaben in Zeulenroda Abitur gemacht und ein halbes Jahr die Fremdsprachenschule in Leipzig belegt. Nach dem Krieg ging sie in den Westen. „Ich habe in der Reisebranche gearbeitet und mich hochgearbeitet.“ Ihre Mutter und eine Schwester seien in Zeulenroda geblieben, die zweite Schwester nach München gegangen. „Mittlerweile sind alle gestorben“, sagt die alte Dame. Über das Schicksal der väterlichen Fabrik weiß sie wenig: „Sie wurde enteignet und verstaatlicht. Wie ich gehört habe, soll das Gebäude heute sehr verfallen sein“, sagt sie im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger.
Von Uwe Faerber
2011-02-11, Foto: RTL
Kommentar zu Vogtländer stirbt in „Hindenburg“ ?
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