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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Vietnamesen begrüßen das neue Jahr
Willkommen im Jahr des Drachen: Mehrere hundert Vietnamesen begrüßten Samstagnacht das neue Jahr, das nach asiatischem Mondkalender auf den 22. Januar fällt. Im Plauener "Treffer" wurde fröhlich gefeiert, getanzt und gesungen.
Von Cornelia Henze
Plauen - Je später der Abend, um so mehr Gäste drängen in den "Treffer". Die Männer kommen im Anzug, die Damen in farbenprächtigen Kleidern, die ganz klar an die asiatische Heimat der Feiernden erinnert. Auch die Kinder, die in Deutschland lebende zweite und dritte Generation der Vietnamesen, sind fein herausgeputzt.
Schließlich werden sie - vom Kleinkind bis zum 18-Jährigen - alle auf die Bühne gerufen, um sich ihr Startkapital für das neue Jahr abzuholen. Jedes Kind im Saal erhält fünf Euro, was ein Strahlen auf die Kindergesichter zaubert. "Der Zauber von Tet ist einzigartig", ruft Lun Van Suu von der Bühne herunter. Ihm, dem Vorstand vom "Verein der Vietnamesen in Plauen und Umgebung", steht der junge Nguyen Duc Tam als Übersetzer zur Seite. Seit zwölf Jahren lebt er in Deutschland, und spricht die Sprache seiner Wahl-Heimat perfekt. Wenn auch die Hauptsprache an diesem Abend das Vietnamesische ist - ein Brocken Deutsch gehört dazu, zumal auch viele deutsche Freunde und Gäste an den gedeckten Tafeln sitzen.
"Ohne Klebreiskuchen kein Tet", klärt eine junge Vietnamesin einige deutsche Gäste auf und erklärt die auf den Tischen stehenden Speisen. Nudeln mit Gemüse und Frühlingsrollen - so wie man sie vom Asia-Imbiss kennt - gibt es zu verkosten, aber da stehen auch saure Zwiebeln, Schweinefleisch und Sauerkraut und der Klebreiskuchen, "Banh ching". Letzterer besteht aus Klebreis und enthält eine Füllung aus Schweinebauch, Zwiebeln und Mongobohnen. Laut Legende hatte einst ein Prinz diesen Kuchen für seinen Vater kreiert und dafür, weil die Speise so köstlich schmeckte, das Königreich erhalten. Noch heute trägt diese Speise tiefe Symbolkraft in sich - man huldigt damit Himmel, Erde und den Ahnen.
Begleiter für das neue Jahr ist für Chinesen und Vietnamesen der Drache. Zum Tet Nguyn Dan in Plauen vollführen zwei Drachen in den Farben rot und gelb - sie verkörpern Nord- und Südvietnam - einen Freudentanz auf der Bühne. Ihm folgen noch viele Tänze und Gesänge, über zwei Stunden lang, die der Verein wohl schon lange vor dem großen Fest akribisch einstudiert hat. Traditionelle Gesänge in Vietnamesisch, Tänze in bunten Gewändern zu fremdländischen Klängen erinnern an die alte Heimat in Fernost - ein flotter Rap schlägt die Brücke zum Hier und Jetzt in Deutschland, in Europa, wo die junge Generation der "deutschen Vietnamesen" längst angekommen sind.
2012-01-23
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