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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Übernahmepoker: Vogtlandbahn vor Zerreißprobe

Arriva-Verkauf könnte zur Abtrennung von der Regentalbahn führen


240410 VogtlandbahnNeumark – In eine völlig ungewisse Zukunft blicken in diesen Tagen die Beschäftigten der Vogtlandbahn angesichts zweier entscheidender Weichenstellungen: Als wäre die laufende Ausschreibung des Vogtland-Netzes mit jährlich über drei Millionen Zugkilometern nicht schon Nagelprobe genug, wird ausgerechnet in dieser Wettbewerbsphase der Mutterkonzern Arriva von der Deutschen Bahn (DB) geschluckt.

 

Zwar wird die DB aus kartellrechtlichen Gründen hierzulande alle Arriva-Verkehrsbetriebe verkaufen müssen, doch wie dieser Verkauf abgewickelt wird, bleibt vorerst offen. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten: den Verkauf aller deutschen Arriva-Betriebe in einem Paket oder „filetiert“ – also jeden Verkehrsbetrieb an einen anderen Investor. Letzteres dürfte nach Einschätzung vieler Branchen-Kenner die von der DB bevorzugte Variante sein, um sich keinen großen Konkurrenten aus dem Ausland nach Deutschland zu holen. Ein Bahnkenner der Region, der namentlich nicht genannt werden möchte, hält es für möglich, dass die Vogtlandbahn und die Regentalbahn, die bislang gemeinsam unter dem Dach der „Länderbahn“ geführt werden, in verschiedene Hände gelangen könnten.


Dabei spielen die laufenden Ausschreibungen eine entscheidende Rolle: Als wichtigster Teil auf der Haben-Seite der Vogtlandbahn (VBG) zählt das Werk in Neumark, das der größte Wettbewerbsvorteil ist, denn fast alle VBG-Triebwagen kommen wegen ihres Alters für den künftigen Einsatz auf dem Vogtland-Netz nicht in Frage. Ende kommender Woche endet die Abgabefrist der Ausschreibung des vogtländischen ÖPNV-Zweckverbandes für den Regionalverkehr im Vertragszeitraum von Ende 2012 bis Ende 2027. Sollte die VBG diese Ausschreibung verlieren, gilt es als wahrscheinlich, dass der Gewinner das Werk in Neumark kaufen und unter neuer Regie weiterführen wird.

 

Bei den jüngsten Ausschreibungen auf bayerischer Seite hat die VBG den Regionalverkehr zwischen Hof und Marktredwitz ab Dezember 2012 an die Privatbahn Agilis verloren, die bereits ab Juni 2011 das Dieselnetz Oberfranken und damit alle Zugleistungen ohne Neigetechnik von der DB übernehmen wird. Agilis gehört zu 100 Prozent zur Benex GmbH und die wiederum zu 51 Prozent der Hamburger Hochbahn.


Die Benex GmbH hat sich für Marktredwitz als oberfränkischen Werks-Standort entschieden und liebäugelt nun auch mit dem ostbayerischen Dieselnetz, auf dem bislang zwischen Eger, Marktredwitz und Regensburg VBG-Züge und im Oberpfälzer und Bayerischen Wald die Regentalbahn-Triebwagen unterwegs sind. Dieses Netz schreibt der Freistaat Bayern heuer für die Betriebsaufnahme ab Dezember 2013 aus.


Vor dem Hintergrund dieser Ausschreibungen bleiben den VBG-Mitarbeitern als vorerst einzig sichere Arbeitsleistung die Alex-Züge zwischen Hof, München, Oberstdorf, Nürnberg und Prag. Sollte es zu einer Trennung zwischen VBG und Regentalbahn kommen, ist fraglich, ob die Alex-Züge weiter unter Regie der VBG oder künftig vom bisherigen bayerischen Schwester-Unternehmen gefahren werden – zumal das Werk für die Zugwartung in Schwandorf steht.

 

Von Werner Rost

 

2010-04-24




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