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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Teppichmuseum öffnet im Schloss Voigtsberg

Fliegender Teppich am Start

 

  010410 Teppich Oelsnitz – „Bei uns tobt der Bär“, sagt Eckardt Scharf. Der Geschäftsführer des Stadtmarketing meint damit das emsige Treiben im Teppichmuseum Oelsnitz – so der offizielle Name – vor der großen Premiere. Die erste museale Einrichtung nach der Rekonstruktion des Schloss-Ensembles steht am Start.

 

Die Mitarbeiter haben in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Stellwände und Exponate werden an den richtigen Platz gerückt, letzte Fotos geschossen für die Texttafeln. Dazwischen tanzt der Staubwedel. Am Osterwochenende, am 3. und 4. April, jeweils von 11 bis 17 Uhr, öffnen sich die Türen des neuen Museums auf Schloss Voigtsberg für die Besucherströme. Scharf rechnet mit großem Andrang. Angekündigt hat sich auch die Fraktionschefin der Grünen im Landtag, Antje Hermenau. Die Gunst der Stunde nutzt die Einrichtung und erhebt Eintrittspreise von Anfang an.  Schon am Mittwoch präsentierte Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius ihren geladenen Gästen zum Frühjahrsempfang bei Sekt und Häppchen das neue Oelsnitzer Schmuckstück.


Am heutigen Donnerstag begrüßt Eckardt Scharf dann rund 50 Sponsoren, die mit Leihgaben und Schenkungen das Teppichmuseum unterstützt haben, zu einer Besichtigung vorab. Diese Tage verlangen vom Team enormen Einsatz. Rund 250 000 Euro von der Stadt Oelsnitz standen der Stadtmarketing und Tourismus GmbH für die Ausgestaltung des Museums zur Verfügung, eine Summe, die bis jetzt nicht ausgeschöpft werden musste, berichtet Scharf.
 
Aus Fundus des alten Museums
 
Ein großer Teil der Exponate stammt aus dem Bestand des ehemaligen Teppich- und Heimatmuseums, das 2004 geschlossen wurde. Auf diesen Fundus konnten Gerd Naumann und Jürgen Hohmuth zurückgreifen, die aus wissenschaftlicher und gestalterischer Sicht seit 2006 das neue Museumskonzept erarbeiteten.
 
Gefördert vom Kulturraum
 
Integriert wurde die Einrichtung 2008 in das umfassend sanierte Mädchenhaus – eines der ehemaligen Gefängnisbauwerke des Schlosses. Ein wichtiger Erfolg – das Teppichmuseum ist wieder aufgenommen in die Förderung des Kulturraums Vogtland/Zwickau.


Der Museums-Rundgang beginnt oben auf der Galerie, wo den Eigenschaften des Teppichs nachgespürt wird – erreichbar auch über den Fahrstuhl – und setzt sich im Geschoss darunter mit der „Straße der Besten“ fort. Besucher können sich – in Gedanken- auf die fliegenden Teppiche versetzen und die „Botschafter“ erleben. Über die große Freitreppe wird man hinunter in den Maschinensaal geleitet. Texttafeln, Webstühle aus verschiedenen Zeitepochen, die ersten Automaten und authentische Sachzeugen erzählen viele interessante Details aus der Kultur- und Unternehmensgeschichte.
 
Jagdteppich der Familie Koch
 
Hier hat der Jagdteppich der Familie Koch seinen Platz und der älteste Teppich der Welt – zumindest in einer Abbildung.
Die museale Ausstellung begleiten großformatige über zwei Geschosse reichende historische Fotos an den Stirnwänden. Die Originalaufnahmen konnte Naumann im ehemaligen Traditionskabinett der Halbmond sichern. Das Erdgeschoss ist für Sonderausstellungen vorgesehen. Hier bauen zur Zeit Werksmitarbeiter die Jubiläumsausstellung „130 Jahre Halbmond“ auf. In Vorbereitung ist eine Begleitbroschüre im Rahmen der Museumsreihe, die noch im ersten Halbjahr erscheinen soll.


Gefeiert wird die Eröffnung an Ostersamstag und –sonntag mit einem Museumsfest im Schlosshof. Die Stadtkapelle Oelsnitz und der I. Vogtländische Schalmeienzug Auerbach unterhalten die Gäste. Bei einer Museumstombola kann man sein Glück versuchen. Tolle Teppichkostüme bietet die Modenschau. Gesorgt ist außerdem für Essen und Trinken.
Der Eintritt ins Teppichmuseum kostet drei Euro. Besichtigt werden können auch die Kernburg zu einem Euro und die Sonderausstellung „Vielfalt“ von Manfred Feiler zu 2,50 Euro. Das günstige Kombi-Ticket ist für fünf Euro zu haben.

 

Service:

Geöffnet ist das Teppichmuseum künftig von Dienstag bis Sonntag, von 11 bis 17 Uhr.

 

Von Renate Wöllner

2010-04-01




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