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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Happy Birthday, Ober-Plauener
Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer feiert 50. Geburtstag
Plauen – Was haben Daniel Cohn-Bendit, Gary Moore, Heath Ledger, Bastian Pastewka und vermutlich weitere 100 000 weniger bekannte Menschen mit Ralf Oberdorfer gemeinsam? Richtig sie feiern am Sonntag Geburtstag. Keiner von den genannten Promis aber begeht einen derart „Runden“ wie Plauens Stadtoberhaupt. Er wird 50.
Und da es angeblich Unglück bringt, jemanden vorab zu gratulieren, dann sollte er den folgenden Satz überlesen, denn wir können aus drucktechnischen Gründen nicht anders. Also: Alles erdenklich Gute vom Vogtland-Anzeiger zum „halben Jahrhundert, beruflich und privat weiterhin viel Erfolg und völlig uneigennützig wünschen wir uns natürlich eine so gute Zusammenarbeit, wie wir sie inzwischen als selbstverständlich empfinden.
Googelt man seinen Namen, geschieht Erstaunliches. 68 800 Klicks werden angezeigt und das wiederum entspricht fast exakt der Einwohnerzahl „seiner“ Stadt. Wünschen wir ihm also noch zahlreiche weitere Klicks in der abergläubischen Hoffnung, dass damit auch die Zahl der Plauener ansteigt. Oberdorfer ist ein Plauner Gung. Kein von irgendwo Zugereister. Er spricht hiesigen Dialekt, weshalb ihn die Leute wohl im doppelten Sinne verstehen. Kein verbiesterter humorloser Beamter, wie es sie ja noch hin und wieder geben soll. Davon werden sich notfalls noch Folgegenerationen überzeugen können, denn die Wortbeiträge in Ausschuss- und Stadtratssitzungen werden aufgezeichnet. Dort sorgt er bei weniger humorbegabten Mitmenschen zuweilen sogar für leichte Bauchschmerzen, wenn er eine Sache etwas unorthodox beim Namen nennt. Oberdorfer ist aber auch ein Mann des Ausgleichs, der seinem Sternzeichen Widder nicht unbedingt zur Ehre gereicht, weil er eben nicht mit dem Kopf durch die Wand will. Sein verbaler Schluss-Strich nach manchmal recht ausführlichen Diskussionen: „Dann soll es so sein.“ Einen Satz, denen sich mittlerweile selbst seine Stellvertreter zu eigen gemacht haben.
„Ich stütze mich auf alle Fraktionen und möchte dadurch Mehrheiten der Vernunft finden“, wird er zitiert. Das kann man so formulieren, doch Oberdorfer erfüllt den selbst gestellten Anspruch auch mit Leben. Denn als Kommunalpolitiker wie Sportler hat er seinen alten Wilhelm Busch im Ohr der einmal meinte, dass Ausdauer früher oder später belohnt wird – meistens aber später. Ausdauer bewies er bei der Wiedereröffnung des Freibades Haselbrunn im Juni 2002, übrigens per Sprung vom Zehn-Meter-Turm. Seither meinen manche es sei Glück, dass der Plauener OB nicht auf den Kopf gefallen sei. Nicht alle glaubten damals an sein Lieblingsprojekt Freibad. Das ist heute nicht anders, wenn er in Sachen Campus auf dem Amtsberg schon mehrere Kultusminister des Freistaats „genervt“ hat. Wie die Sache am Ende angesichts allerorts leerer Kassen ausgeht: siehe Ausdauer.
Seine sportliche Nähe zum VFC und Wacker, sein Urlaubs-Faible für Ski- und Bergwanderungen, ist den meisten Plauenern ebenso bekannt, wie die Tatsache, dass ihr OB in jeder Hinsicht ein Mensch wie du und ich ist. Wo es Scheidungen und Trennungen gibt, Hoffnungen und Wünsche, auch private. Einer dieser Wünsche hatte übrigens kurz vor Papa Geburtstag, wurde am 1. April ein Jahr alt und heißt Helena. Die beiden anderen Nachwuchs-Oberdorfer sind Christian, 1983 geboren und Anna, Jahrgang 1990.
Man könnte ihn jetzt noch Statements zum Stadtentwicklungskonzept abgeben lassen, zur Zusammenarbeit mit dem Landkreis, in dem Plauen die größte Stadt ist, man kann es aber auch lassen. Denn wenigstens zum „50.“ sollte man die Arbeit mal ruhen lassen. Zumindest versuchsweise. Stattdessen sollen an dieser Stelle einige seiner Mitarbeiter zu Wort kommen. Und das sagen sie „hinter dem Rücken“ ihres Chefs:
Kämmerin Ute Goebel
„Unseren OB zeichnet vor allem sein hohes Engagement für die Stadt und seine große Sachkompetenz im umfangreichen Spektrum seiner Aufgaben aus. Als Mitarbeiterin im Leitungsgremium der Stadtverwaltung, die dem OB direkt unterstellt ist, schätze ich an ihm vor allem seinen Leitungsstil und die angenehme Zusammenarbeit. Er ist sachlichen Argumenten gegenüber immer aufgeschlossen und trifft klare Entscheidungen, bei denen er auch stets die städtische Finanzlage im Blick hat.“
Wirtschaftsförderer Eckard Sorger
„Ein Mann, der mit gesundem Menschenverstand und Pragmatismus unsere Stadt deutlich nach vorn gebracht hat!. Es macht viel Spaß mit ihm zu arbeiten, denn er weiß wie ein Unternehmer denkt und versteht deshalb die Belange der Wirtschaft. Persönlich alles Gute und viel Kraft und Elan zum weiteren Gestalten unserer schönen Stadt Plauen.“
Büroleiter Roland Brückner
„Seine Fähigkeit Visionen zu entwickeln und den Weg dorthin auch dann zielstrebig zu gehen. Und es macht Spaß und ist herausfordernd, ihn dabei begleiten zu können.“
Personalchefin Silvana Karliner
„An unserem Oberbürgermeister schätze ich besonders seine durch und durch positive und optimistische Grundeinstellung. Er ist sehr sachlich und bewahrt auch in schwierigen Situationen die Ruhe. Er ist ein fairer Chef, der die Leistungen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achtet.“
Ex-Azubi Kathrin Reuter
„Herrn Ralf Oberdorfer zeichnet sein Durchsetzungsvermögen aus. Er versucht immer bis zum Schluss zu kämpfen. Ich wünsche dem Herrn Oberbürgermeister alles erdenklich Gute zum Geburtstag, viel Kraft und Erfolg weiterhin.“
Ralf Oberdorfer:
Ralf Oberdorfer wurde am 4. April 1960 in Plauen geboren, besuchte von 1966 bis 1976 die Seumeschule, anschließend absolvierte er eine dreijährige Ausbildung im Stahlbau Plauen zum Maschinen-Anlagenmonteur. Danach studierte er an der TU Chemnitz und schloss 1987 als Diplomingenieur für Maschinenbau und Pädagogik ab. Von 1987 bis 1989 arbeitete er in der Berufsaubildung. In den Folgejahren war Oberdorfer Büroleiter im Deutschen Bundestag und als Geschäftsführer in der Privatwirtschaft tätig.
Bereits 1985 trat er in die LDPD ein. Am 25. Juni 2000 trat er als unabhängiger Kandidat zu den Oberbürgermeisterwahlen an und wurde im zweiten Wahlgang gewählt. Seine zweite Amtszeit begann am 27. September 2007, nachdem er die OB-Wahlen am 24. Juni gewonnen hatte. Erfahrungen in der Kommunalpolitik hatte er bereits als FDP-Fraktionsvorsitzender gesammelt. Von 1983 bis 2007 war Oberdorfer mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Gabriele verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.
Von Torsten Piontkowski
2010-04-03
Kommentar zu Happy Birthday, Ober-Plauener?
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