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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Gutachten entlastet Admedia Plauen
Plauen/Chemnitz – Das Plauener Reha-Zentrum Admedia geht in die Offensive. Die im Raum stehenden Beschuldigungen weist das Unternehmen vehement zurück.
Der Vorfall beim Plauener Rehabilitations- und Therapiezentrum Admedia wirft viele ungeklärte Fragen auf. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Chemnitz hält sich zu dem Fall eher bedeckt. Anfang Februar gab es Hausdurchsuchungen bei den beiden Geschäftsführern Antje Erler-Schiener und Dirk Neumann.
Eine anonyme Person, die aus der Branche kommen soll, habe eine Kopie eines vermeintlichen Schreibens unter anderem an die Deutsche Rentenversicherung und an die AOK Sachsen geschickt. Der Brief sei bei der AOK bereits im Oktober 2010 bekannt gewesen. Bis heute ist kein original des Dokumentes aufgetaucht, in dem Admedia Ärzten angeboten haben soll, für neue Patienten eine Kopfpauschale von 100 Euro zu zahlen. Zudem dürften die Ärzte den Wellnessbereich des Hauses nutzen, heißt es in dem Brief.
Dirk Neumann beteuerte gestern noch einmal, mit der Sache nichts zu tun zu haben. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) berichtete in ihrem Mitteilungsblatt im Dezember 2010 ohne genaue sachliche Prüfung bereits über das Schreiben. Inzwischen geht aber auch die KVS eher von einer Fälschung aus, heißt es auf der Internetseite. „Die sind einem Riesen-Fake aufgesessen. Es haben alle geglaubt bis hin zur Staatsanwaltschaft“, sagte Neumann dem Vogtland-Anzeiger. Der unbekannte Verfasser sei mit einer hohen kriminellen Energie und Intelligenz ans Werk gegangen. „Wir haben nach wie vor keine Ahnung, wer das sein könnte“, so Neumann, der auf die weitere Arbeit der Ermittler hofft. Am 23. November hatte er Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verleumdung und Urkundenfälschung bei der Polizei in Plauen gestellt.
Ein von Admedia in Auftrag gegebenes Schriftprobengutachten entlastet das Unternehmen. Das Ergebnis ist gestern in Chemnitz vorgestellt worden. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit handele es sich demnach bei der Unterschrift unter dem Brief um eine Fälschung (Bild). Der Übereinstimmungsgrad liege bei 46 Prozent und damit deutlich unter der Urheberidentität. Von möglichen 41 Übereinstimmungen passten lediglich 19, heißt es im Gutachten. Verglichen wurden aktuelle und auch ältere Signaturen von Antje Erler-Schiener.
Ein weiteres Indiz für eine Fälschung sieht Dirk Neumann im eigentlichen Inhalt des Schreibens, sagt er. Darin wird das „Intensivierte Reha-Nachsorge-Programm Irena“ beworben. Ein spezielles Nachsorge Programm für Patienten nach einer Reha. Meist soll damit das Ergebnis weiter stabilisiert oder ausgebaut werden. Das Angebot darf ausschließlich von einem Arzt einer Rehabilitationseinrichtung verordnet werden, die einen entsprechenden Vertrag mit der Rentenversicherung hat. Nicht verordnen dürften dies alle niedergelassenen Ärzte und Krankenhausärzte. Und an diese seien die Briefe angeblich gegangen. „Das widerspricht sich.“ Benutzt worden sei bei dem Brief vermutlich ein original Briefpapier von Admedia, meint Neumann. Unklar sei, wie der mutmaßliche Verfasser daran kam.
Von Martin Reißmann
2011-03-02
Kommentar zu Gutachten entlastet Admedia Plauen?
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