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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Erste Lieferengpässe von Winterreifen im Vogtland
Weischlitz/Plauen – Wer in diesem Jahr neue Winterreifen für sein Auto benötigt, muss sich sputen. Im Vogtland gibt es bereits Händler, die verschiedene Modell und Größen nicht mehr vorrätig haben, zeigt eine Umfrage des Vogtland-Anzeigers.
„An der Abwrackprämie liegt es weniger. Die Reifenhersteller scheinen nur mit halber Kraft zu produzieren – wegen der Kurzarbeit. Und das wirkt sich auf die Lieferzeiten aus“, sagt Karl Rudert, Senior-Chef des gleichnamigen Reifen-Service in Weischlitz. Im September bestellte Reifen sollten Ende September, Anfang Oktober geliefert werden – und sind immer noch nicht da, sagt Rudert, dessen Firma mit Point S zusammenarbeitet, einem Verbund von rund 750 eigenständigen Reifenhändlern, dessen Zentrale in Baden-Württemberg sitzt. Dort ist man zu keiner Auskunft bereit beim Thema Reifenknappheit. „Kein Kommentar.“
Im Autohaus Sörgel im Bad Elsteraner Ortsteil Mühlhausen hat seit Montagvormittag mit einem Mal ein wahrer Ansturm auf Winterreifen eingesetzt – die Wettervorhersage hat so manchen Autofahrer aufgeschreckt. „Bei uns sind Reifen ausreichend vorhanden“, sagt Inhaber Udo Sörgel. Es wurde rechtzeitig vorgesorgt. Auch Sörgel hat allerdings bereits von Lieferengpässen beim Großhandel gehört. Die Abwrackprämie träfe daran allerdings keine Schuld. Vielmehr produziere die Industrie seit Jahren immer weniger auf „Halde“.
Bereits erste Lieferprobleme gibt es dagegen bei Reifen- Berndt in Plauen. Geschäftsführer Frank Berndt findet klare Worte: „Es sieht beschissen aus.“ Einige Winterräder werden nicht mehr vor Januar eintreffen, sagt der Chef. „Das habe ich in 20 Jahren noch nicht erlebt, dass Hersteller im Oktober schon nicht mehr liefern können.“ Bei dem Fachhandel im Plauener Ortsteil Chrieschwitz brennt derzeit die Luft. Die Mitarbeiter haben mit dem wechseln der Räder alle Hände voll zu tun. „Bis zu 140 Autos machen wir derzeit am Tag“, sagt Frank Berndt.
Probleme gibt es vor allem bei kleinen privaten Reifenhändlern. Die großen Handelsketten sind auf solche Situationen besser vorbereitet. „Bei bestimmten Marken haben wir Engpässe, aber es sind genügend Reifen auf Lager. Das Problem liegt ganz klar auf Industrie-Seite“, meint Markus Meißner von Auto-Teile-Unger. Nicht bestätigen kann die Lieferprobleme Sigrun Schönstein von Reifen-Autoteile-Schmidt in Plauen: „Wir haben alles noch reichlich vorhanden.“ mar/ufa
2009-10-14
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