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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Badeunfall an der Talsperre Pöhl
Pöhl – Eine Frau hat die Leiche des Jungen ungefähr sieben Meter vom Ufer entfernt unter Wasser gefunden, berichtet die Polizei. Nach ersten Ermittlungen gehe man zwar davon aus, dass der Junge aus Zwickau ertrunken sei, sagte ein Polizeisprecher gestern. Unklar seien jedoch die genauen Umstände. Es sei auch nicht bekannt, ob der Junge überhaupt schwimmen konnte. Auch die Zeugen können laut Polizei bislang keine genauen Angaben zum Unfallhergang machen.
Was meinen die Leute von der DRK-Wasserwacht, die den verunglückten Jungen aus dem Wasser geholt haben? „Ich vermute, dass der Junge wie ein Stein untergegangen ist“, sagt Kay Hansen, Leiter der DRK-Rettungswache an der Talsperre. „Einen Todeskampf beim Ertrinken kann es kaum gegeben haben – das hätte einer der vielen Badegäste bemerken müssen.“ Der Achtjährige war am Sonntag mit seinem fast gleichaltrigen Bruder und den Eltern im Naturfreibad gewesen, einem markierten Teil an der Talsperre, der jedoch nicht bewacht und für den auch kein Eintrittspreis erhoben wird. Plötzlich riefen seine Angehörigen nach dem Jungen, konnten ihn aber nicht finden. Dann wurde Alarm geschlagen.
Der 40-jährige Wachleiter Hansen, der Dienst tat mit sieben Leuten in der DRK-Hauptstation, etwa 150 Meter vom Unglücksort entfernt und ohne Sichtverbindung, schildert den Hergang so: „15.42 Uhr erfolgte die Alarmierung, zwei Minuten später waren wir mit sechs Mann und zwei Motorrettungsbooten an Ort und Stelle. Kaum hatten wir eine Kette im Wasser gebildet, um nach dem Vermissten zu suchen, schrie eine Frau, die im Wasser sprichwörtlich auf den Jungen getreten war.“
Drei von Hansens Männern holten den Jungen eilends aus dem Wasser. „Wir haben sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen: Herzdruckmassage, Absaugen, Beatmen . . . Zwei Minuten später war der Rettungswagen da und kurze Zeit später auch der Notarzt, der den Jungen mit ins Plauener Vogtland-Klinikum genommen hat“, berichtet Hansen, der seit 1988 bei der Wasserwacht arbeitet und nach eigenen Worten in den Jahren wohl ein halbes Dutzend Todesfälle an der Talsperre erleben musste. Nach Hansens Angaben haben sich Spezialisten auch um die geschockte Familie gekümmert. Wie Hansen sagt, hat die Rettungskette optimal funktioniert – „aber es hätte eher alarmiert werden müssen“.
Der letzte bekannte Todesfall am Naturfreibad ereignete sich am 25. Juni 2006: Damals starb eine 24-Jährige. Die Reichenbacherin war mit ihren Töchtern schwimmen gewesen. Auch die Frau war zuerst vermisst worden, wie sich Hans-Gert Franz erinnert, der scheidende Geschäftsführer des Talsperren-Zweckverbandes. Franz weist darauf hin, dass das Naturfreibad kein richtiges Bad sei – der Zaun sei nur zum Schutz vor der nahen Straße. Franz zufolge gibt es eine Notrufsäule für den Fall der Fälle.
Die Wasserwacht mit Hauptstation und zwei Nebenstellen (in Voigtsgrün und auf der Schlosshalbinsel) ist laut Wachleiter Hansen für 30 Kilometer Uferlinie zuständig. „Den Bereich des Naturfreibades können wir nicht einsehen“, sagt Wachleiter Hansen. Rund ein Dutzend Leute der DRK-Wasserwacht arbeitet ehrenamtlich von Mai bis September – immer wochenends. „Jetzt in den Ferien haben wir zusätzlich von Montag bis Freitag zwei fest Angestellte“, sagt Hansen.
Von Uwe Faerber
2010-06-28
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Kommentar von _jpfeil am 29.06.2010; 23:20:57 Uhr
Kommentar zu Badeunfall an der Talsperre Pöhl
Mit Schrecken habe ich heute von diesem furchtbaren Vorfall gehört. Ich selbst habe einen kleinen Sohn und vermag mir gar nicht vorstellen, wie es nun den Eltern geht. Auch wenn Kinder schon schwimmen können, man sollte sie dennoch immer im Blick haben. Für die Eltern kommt zwar jede Hilfe zu spät aber ich hoffe, das dies nun alle Eltern aufruft, wachsam zu sein.Ich wünsche den Eltern, dass sie daran nicht zerbrechen.
J.