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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Achttägiger Weltrekordversuch gestartet

Pause wie Reifenwechsel bei der Formel 1

 

100310 TrtschkaPlauen – Der wohl spektakulärste Weltrekordversuch in Plauen hat begonnen. Extremsportler Frank Trtschka tritt seit gestern Punkt 12 Uhr in die Pedalen seines Profi-Ergometers, eine Spezialanfertigung einer Leipziger Firma. Der Plauener will in den härtesten acht Tagen seines Lebens, wie er selber sagt, versuchen, bis zum 17. März, 20 Uhr, im Sattel zu bleiben und nonstop Ergometer zu fahren.


Erfahrungen hat der Ultrasportler im so genannten Indoor Spinning vor allem im letzten Jahr gesammelt, als er 72 Stunden am Stück auf seinem Ergometer strampelte. In diesem Jahr ist einiges anders und auch deutlich professioneller, sagte der 32-Jährige in der Vorab-Pressekonferenz bei Intersport Hopfmann in den Plauener Kolonnaden.


Eine deutliche Anspannung war vor dem Start zu spüren. Nicht nur Frank Trtschka hatte sichtlich Farbe im Gesicht. Es wurden weitere Ergometer aufgebaut und letzte Vorbereitungen auf die sportliche Herausforderung getroffen. „Ich bin zuversichtlich“, so Trtschka. Pünktlich 12 Uhr konnte und musste es los gehen. Mit mental unterstützender Musik stieg Trtschka auf sein Ergometer, sein Partner für die nächsten acht Tage. In dieser Zeit wird der Plauener auch mit keinem Besucher oder Medienvertreter sprechen. Um ihn herum soll es eine Ruhezone geben, die vor möglichen Ablenkungen schützen soll. Der Kopf spiele bei der Aktion eine wichtige Rolle, so Trtschka. Auch die Familie des Extremsportlers nimmt in dieser Zeit Abstand.


Auge in Auge fährt der Sportler mit Mehrzad Shirvani. Der Schweizer mit Iranischen Wurzeln wird die erste Zeit mitradeln. Er ist der amtierende Weltrekordhalter im Ergometer-Dauerfahren. Im letzten Jahr stellte er mit 192 Stunden den aktuellen Guiness-Rekord auf und übertraf damit die alte Bestmarke eines Italieners um zehn Stunden. Trtschka will es 200 Stunden im Sattel aushalten. Die ersten 100 Stunden sogar ohne ein Auge zuzudrücken. Eine große Herausforderung für den Extremsportler. Seit Oktober bereitete sich Trtschka fieberhaft auf seinen Weltrekordversuch vor. Wöchentlich trainierte er zwischen 30 und 40 Stunden. Seine Ernährung hat er vollständig umgestellt. Kaffee und Alkohol hat der 32-Jährige seit Oktober nicht mehr angerührt. Mehrere Ärzte bestätigten seinen optimalen Gesundheitszustand vor dem Start. Während der Aktion wird der Körper ständig überwacht. Ein Arzt ist rund um die Uhr an der Seite von Trtschka. Für eventuelle Notfälle oder ärztliche Versorgung ist ein „Medical Point“ eingerichtet worden. Dieser verfügt über die wichtigsten medizinischen Notfallgeräte. Auftreten können während der Aktion unter anderem eventuell Herz-Rhythmus-Störungen, Kreislaufprobleme oder veränderte Werte im Blut, sagt Peter Speer vom ärztlichen Betreuungsteam.

 

Insgesamt besteht das Team um Frank Trtschka aus rund 50 Personen. Neben Intersport Hopfmann, den beiden Sporternährungsherstellern Best Body und Winforce, der Medfachschule Bad Elster, Inmotio, Seat und unter anderem dem Vogtland-Anzeiger unterstützen die Aktion maßgeblich auch die Kraftsportfreunde Stöckigt. „Einige haben sogar extra Urlaub genommen“, so Trtschka. Der Plauener Extremsportler hat nach jeder Rennstunde fünf Minuten Pause, die laut Trtschka wie ein Reifenwechsel bei der Formel 1 genutzt werden. Da kann ein Toilettengang schon einmal zum „logistischen Problem“ werden. Die längste Schlafzeit wird also maximal vier Minuten betragen. Auf das so genannte Powernapping oder auch Kraftnickerchen hat Trtschka wochenlang hintrainiert.


In den acht Tagen werden etwa 8000 Kilometer zusammenkommen. Wenn das Ziel am nächsten Mittwoch 20 Uhr erreicht ist, hat Trtschka zudem rund eine Million Mal in die Pedalen getreten, sagt er. Sollte es in der langen Wettkampfzeit Komplikationen geben, wird der 32-Jährige alles daran setzen, dass Rennen zu Ende zu fahren. Einen zweiten Rekordversuch wird es nicht geben, versichert der Plauener. „Auch wenn Mehrzad 400 Stunden fährt. Ich möchte bloß nicht in 20 Jahren sagen, ich habe es nicht probiert.“

 

In den acht Tagen wird der Plauener auch von zahlreichen Sportlern unterstützt, die an seiner Seite auf einem der Ergometern mitfahren. Angekündigt haben sich unter anderem Profisportler aus der Slowakei und Österreich, wie Weltmeister Christoph Strasser. Die eingenommenen Startgelder sollen vollständig an verschiedene Sportprojekte im Vogtland gestiftet werden. Welche Projekte im einzelnen unterstützt werden, steht noch nicht fest. Noch können sich Vereine und Institutionen mit ihrem Sportprojekt melden, heißt es. Die gesamte Extremsportaktion wird auch live ins Internet übertragen. Eine Webcam zeigt Frank Trtschka auf seinem Ergometer. Besucher aus der ganzen Welt können so den Ultrasportler bei seiner größten sportlichen Herausforderung verfolgen.

 

Service:

www.ergometer-challenge.com

 

2010-03-09




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