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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Tiefensee erinnerte an Vorreiterrolle von Plauen

  130809 Tiefensee Plauen – Für eine „persönlichen Auseinandersetzung“ mit der deutsch-deutschen Zeitgeschichte hat sich der Beauftragte für die neuen Länder, Wolfgang Tiefensee (SPD), ausgesprochen. „Im Interesse der jungen und der kommenden Generationen, sind wir alle als Zeugen der Teilung gefragt“, sagte er am Donnerstag bei der Eröffnung einer Ausstellung mit Schülerarbeiten zum Thema „Friedliche Reolution im Herbst '89 – Aufbruch in eine andere Zeit“ im Plauener Vogtlandkonservatorium.

„Dass sich Schüler aus Plauen und Hof dieser schwierigen Aufgabe gestellt haben, finde ich ganz beachtenswert. Auch deshalb, weil mit der Erinnerung die Brücke von 1989 bis 2009 geschlagen wird“, sagte Tiefensee. „Wir wollen aus den unterschiedlichen Erfahrungen in Ost und West eine gemeinsame Zukunft entwickeln.“

Tiefensee erinnerte zugleich an die Vorreiterrolle von Plauen und Hof für die deutsche Wiedervereinigung. „Mit der Demonstration am 7. Oktober 1989 haben 15 000 Menschen in Plauen den Grundstein für die friedliche Revolution in der DDR gelegt. Ohne sie wäre die Mauer nicht gefallen“, sagte der Leipziger und genau an dem Tag, an dem vor 48 Jahren der Bau der Mauer begann. „Zivilcourage brauchen wir auch heute. Denn unsere Gesellschaft ist nicht nur veränderungsbedürftig, sie ist auch veränderbar. Und dazu brauchen wir Menschen, die sich einmischen“, ermunterte Tiefensee.

Ein kurzer Spaziergang auf den Spuren von 1989 endete an der Stelle, wo am 7. Oktober der Grundstein für ein Wende-Denkmal gelegt werden soll. Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer schilderte dem Minister das Engagement der Plauener, ein solches Denkmal allein aus eigener Kraft zu finanzieren.

Die Stadt Hof, die Anfang Oktober 1989 Ziel der Flüchtlingszüge aus der Prager Botschaft war, stehe für die beispiellose Solidarität zwischen Westdeutschen und Ostdeutschen vor und nach dem Fall der Mauer, betonte Tiefensee bei einem anschließenden Bürgerdialog über Erfahrungen der Kommunen mit der Wiedervereinigung in Hof. Das Treffen bildete den Abschluss einer zweitägigen Veranstaltung „Grenzgänge - kommunale Erfahrungen mit Teilung und Einheit“, die das Bundesverkehrsministerium gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft organisiert hatte. In Plauen trafen sich Vertreter der Nachbarstädte bei einem Wirtschafts- und Kommunalen Forum.

Am Rande des Besuchs in Plauen sagte der Verkehrsminister auf Anfrage des Vogtland-Anzeigers, dass 2010 die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Hof und Reichenbach beginnt und 2013 abgeschlossen sein wird. „Die Sachsen-Franken-Magistrale ist eine ganz wichtige Eisenbahnachse“, betonte er. M. T. Mehr dazu in der Freitagsausgabe auf Seite 3.

2009-08-14




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