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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Plauener Firma Obermeyer erstellt Erotik-Kalender
Plauen – In diesen Wochen herrscht in der Firma Günter Obermeyer in der Plauener Altstadt nicht nur betriebsame Geschäftigkeit, um entsprechend moderne Maschinen für die Verpackungsindustrie herzustellen. Am Wochenende klickten außerdem noch Kameraauslöser und Blitzlichtgeräte.
Da hörte man „ja, den Kopf etwas gerade halten, ja gut so“ und sieht zwischen Maschinen perfekt zurechtgemachte junge Frauen, die vor einem Profifotografen für einen Kalender zum Thema „Maschinen und Girls“ posieren. Firmeninhaber Thomas Richter hatte die Idee, man könne solche Maschinen auch so in Szene setzen wie es beispielsweise die Firmen auf der internationalen Automobilmesse tun: Schöne Autos und schöne Frauen.
Da steht sie in voller Pracht in der kleinen Fabrikhalle. Cremefarben und elegant geschwungen sieht ihre metallische Hülle aus. Darauf sind ideal ein mittelgroßer Einfüllstutzen und Bedienteile platziert. Ja, und unter ihrer Haube erst. Da lauern filigran hergestellte mechanische Kraft- und Bewegungsüberträger, bei deren Anblick Männerherzen höher schlagen. Zumindest das von Thomas Richter schlägt lauter. „So eine Tufüma 50 ist wie ein Ferrari unter den Spezialmaschinen“, sprudelt aus ihm die Begeisterung für eine, in diesem Fall historische technische Meiserleistung. „Das war eine Maschine in der DDR, die allein 1100 Mal in die UdSSR verkauft wurde. Es war eine Tubenfüllmaschine, die perfekt funktionierte“, sagt Richter. Wenn er an die Mechanik denke, Mensch, die kann man heutzutage gar nicht mehr preiswert herstellen. Dafür sind es nun noch edlere, genauere Spezial-Kunstwerke, so Richter.
Da kommt sie ins Spiel. Die andere Schöne. Neben der historischen Maschine. Sie heißt Isabel Meinhold, ist gertenschlank, hat ein Gesicht wie ein Engel, Wimpern wunderbar lang und das Lächeln samt Grübchen an den perfekt geformten Wangen. Sie ist zum ersten Mal Model und im „Blaumann“ plus „Schmierflecken“ ganz locker drauf. Fotograf Anselm Fina, Werbefachmann aus Erlangen, nimmt die junge Frau aus Oelsnitz behutsam in seine Obhut. Er redet leicht und ohne Aufregung die Regieanweisungen mit Isabel durch. Sie posiert mal entspannt, lasziv, freudig, aufreizend, naiv oder ganz anders und immer mit der „Tufüma“ flirtend.
„Ich glaube, mit diesen speziellen Fotos für unseren Kalender kann erreicht werden, dass der Betrachter ähnlich wie beim Anblick eines schnellen Autos und der an ihnen posierenden Frauen diese Lust für etwas Wertvolles empfindet“, vermutet Richter. „Unsere Maschinen sind im Übrigen genau so teuer wie ein Sportwagen“, verrät der Plauener Unternehmer, der 25 Mitarbeiter hat, die spezielle Verpackungsmaschinen für die Pharma- und die Kosmetikindustrie fertigen. Sorgsam werden Einstellungen auf Einstellung „abgeschossen“. Anselm Fina sieht sich die Ergebnisse sofort an einem Flachbildschirm an. Nach harter Arbeit ist es geschafft. Isabels erotisches Bild steht am Wochenende: die alte Tufüma, sie in der Pose einer heißen Mechanikerin. Nächste Woche geht es weiter. Eine andere Szene – zwölf werden es. Und 2010 soll der Kalender in einer Auflage von 1000 Stück exklusive erhältlich sein. Frank Blenz
2009-09-22
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Kommentar von _Barbara Peters am 22.09.2009; 15:45:29 Uhr
Kommentar zu Plauener Firma Obermeyer erstellt Erotik-Kalender
Guten Tag,ich bin doch erstaunt darüber, dass nun auch Verpackungsmaschinen mit weiblichen Models drapiert vermarktet werden. Als weibliche Führungskraft eines Verpackungsunternehmens mit Verantwortung für den Bereich Produktion kann ich mich nur herzlich wenig dafür begeistern, spiegelt es doch die Denke wieder, daß in dieser Funktion nur Männer existieren und diese über derartige Anmache zum Kaufen "verführt" werden könnten. Wenn dem so ist, finde ich das sehr bedauerlich. Ich orientiere mich eher an Fakten, d.h. welche Maschinen braucht mein Betrieb, was kann die angebotene Maschine und welches Budget steht zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen
Barbara Peters - Leiterin Herstellung -