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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Vogtlandbahn will für Berliner attraktiver werden
Neumark – Mit der Vogtlandbahn sollen mehr Berliner ins Vogtland gelockt werden. Derzeit werde zusammen mit dem Tourismusverband Vogtland und der Vogtland Kultur GmbH an Reisepaketen für Kurzurlauber gearbeitet, sagte Vogtlandbahn-Geschäftsleiter Hartmut Schnorr gestern in Neumark.
Das neue Kompaktangebot aus Zugfahrschein, Hotelübernachtung und Tickets für Kultureinrichtungen solle ab Herbst getestet werden. Bereits seit Juli fahre der Vogtland-Express zur Attraktivitätserhöhung für Wochenend-Urlauber sonntags erst mittags ab Plauen.
Laut Schnorr hat sich die Wiedereinführung der durchgehenden Zugverbindung von Plauen über Chemnitz und Riesa nach Berlin bewährt. Absolute Fahrgastzahlen wollte er nicht nennen. Die meisten Reisenden kämen aus dem Raum Chemnitz, gefolgt von Mittweida. Aber auch in der Gegenrichtung von Berlin ins Vogtland werde das Angebot gut angenommen. Durch zusätzlichen Halt in Elsterwerda und Doberlug-Kirchhain bestehe zudem von diesen Bahnhöfen eine umsteigefreie Verbindung zum Flughafen Schönefeld. Aber, der Vogtland-Express fährt laut Schnorr immer noch nicht im rentablen Bereich. Zwar zeichne sich seit etwa drei Monaten ein positiver Trend ab, doch müsse das Unternehmen auch weiterhin hart arbeiten, um den Express in sicheres Fahrwasser zu bringen.
Die Vogtlandbahn hatte 2005 die Direktverbindung nach Berlin geschaffen. Aus Kostengründen wurde es am 16. Februar eingestellt. Nach nur rund zwei Monaten und einem Wechsel an der Spitze des Unternehmens fährt der Express seit 8. April wieder. Die große Popularität und den Zuspruch zu der Vogtland-Berlin-Verbindung nennt Schnorr offiziell als Grund für die Kehrtwende. Auch Landrat Dr. Lenk hatte sich immer wieder für den Erhalt der einzigen Direktverbindung in die Hauptstadt ausgesprochen. Und so zahlt der hiesige ÖPNV Nahverkehrszuschüsse für die vogtländische Teilstrecke, obwohl es sich in Wahrheit um eine Fernverbindung handelt.
Seit der Wiederinbetriebnahme des Vogtland-Express unternehmen Schnorr und seine Kollegen große Anstrengungen, um das Projekt Direktverbindung rentabel zu gestalten. So hält der Zug seit 19. Juli zusätzlich in Elsterwerda und Doberlug-Kirchhain. Der Fahrpreis wurde um zwei Euro auf 29 Euro pro Fahrt angehoben.
Schnorr und seine Mitstreiter haben erkannt, dass sie langfristig nicht nur die Vogtländer zu ihren Kunden zählen dürfen, sondern das Angebot auch auf Berliner ausrichten müssen, die zum Wochenendurlaub ins Vogtland kommen. Dass dies bei dem Überangebot an Reiseschnäppchen nicht einfach wird, sei ihm klar, gibt Schnorr zu. Aber in Sachen Vogtland-Express baue das Unternehmen auf Klasse statt Masse – und wolle neben dem Service vor allem mit der schönen Landschaft und dem Brauchtum im Vogtland punkten. Deswegen werde der Vogtland-Express sich bei Bedarf auch auf die Mitnahme von Fahrrädern oder Wintersportgeräten einstellen, versicherte er. Und auch über die Teilung des Zuges ab Zwickau in Richtung Plauen und Schöneck werde derzeit bei der Vogtlandbahn nachgedacht. ina
2009-08-18
Kommentar zu Vogtlandbahn will für Berliner attraktiver werden?
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