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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Kämpfen für den Standort Vogtland
Neoplan-Belegschaft demonstriert vor dem Werkstor
Plauen – Ein Großteil der Belegschaft des Plauener Busproduzenten Neoplan haben am Montag vor den Werkstoren gegen die geplante Produktionsverlagerung des Rohbaus der Busse nach Polen und für den vollständigen Erhalt ihres Standortes demonstriert.
Rund 300 Mitarbeiter versammelten sich dazu am Vormittag mit Pfeifen, Plakaten und Fahnen zu einer Mitarbeiterinformation des Betriebsrates. Das Wetter war eisig und die Stimmung unter den anwesenden Mitarbeitern mindestens genauso unterkühlt. „Beschissen“ fühlen sich die Arbeiter, sagte ein Beschäftigter, der nicht genannt werden möchte, dem Vogtland-Anzeiger. Seit 15 Jahren arbeitet er bei Neoplan in Plauen und nun weiß er nicht, wie es weiter geht. Mit den Worten „diesmal ist es ganz komisch“, ging er nach der Kundgebung wieder in die Produktionshalle und an seine Arbeit.
Stefan Kademann von der IG Metall machte der versammelten Belegschaft in seiner Rede Mut und forderte sie zum Kampf auf. Es geht hier nicht nur um die Arbeitsplätze, sonder auch um eine ganze Region. „Wir müssen für das Vogtland kämpfen und nach einer Lösung suchen, die Produktion hier zu behalten“, so der Zwickauer IG-Metallchef, der am Wochenende auch den sächsischen Staatssekretär Erhard Weimann über die Lage bei Neoplan informierte. Dieser versicherte, mit Kademann in Kontakt zu bleiben.
Auch Politiker und Vertreter anderer Plauener Unternehmen beteiligten sich an der Kundgebung. Neoplan erzielte 2009 Rekordumsätze. „Anstatt sich für das Jahr zu bedanken, kommt so eine Nachricht“, sagt Frank Zimmermann, Betriebsratsvorsitzender bei MAN Roland Plamag Plauen. Er sieht die Schuld bei den Managern, die nur noch die Maximierung des Gewinnes in den Augen haben und immer neue Wege suchen, die Produktion günstiger zu gestalten. „An die Arbeiter, die täglich früh um sechs an ihren Arbeitsplätzen stehen und Leistung bringen, wird da nicht mehr gedacht“, so Zimmermann in seiner Rede.
Am Nachmittag gab es zwischen dem Betriebsrat und Dr. Jens Foerst, Produktionsleiter der Bussparte bei MAN Nutzfahrzeuge, weitere Gespräche. Neue Einzelheiten zu den geplanten Umstrukturierungen des Standortes gab es für die Öffentlichkeit vorerst aber nicht. Es gibt weiteren „Abstimmungsbedarf“, sagte Betriebsratschef Bernd Goerke auf Anfrage. Die Gespräche sollen am Mittwoch fortgesetzt werden, heißt es. Neoplan gehört seit 2001 zu MAN.
Von Martin Reißmann
2010-01-26
Kommentar zu Kämpfen für den Standort Vogtland?
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Kommentar von _Delta13 am 26.01.2010; 21:03:37 Uhr
Kommentar zu Kämpfen für den Standort Vogtland
Das was sich hier abspielt, ist nur der Anfang. Die Hochsteuerpolitik und Inkompetenz der Bundesregierung führt dazu, dass die Produkte der Unternehmen in Deutschland immer teuerer werden und damit nicht mehr wettbewerbsfähig.Abhilfe würde nur eine Rosskur führt den gesamten Staatsapparat bringen. Doch die ist nicht in Sicht.
Der Zustand ist vergleichbar wie mit dem Luxusdampfer Titanic nach der Kollision mit dem Eisberg.