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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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60 Jahre Neuberinhaus Reichenbach

  170909 Neuberinhaus Reichenbach – Das Reichenbacher Neuberinhaus wird 60 Jahre alt. Deswegen findet morgen, am Jahrestag der Wiedereröffnung 1949, eine Festveranstaltung mit alten Filmen, Ausstellung, Theateraufführung, Tanz und Bewirtung statt. Neben geladenen Gästen sind dann auch die Reichenbacher und ihre Nachbarn zum Mitfeiern aufgerufen. Restkarten für 18 Euro gibt es an der Neuberinhaus-Kasse.


Gebaut wurde das Reichenbacher Veranstaltungshaus bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Eröffnet am 15.Oktober 1898, fanden bis 1945 im damaligen „Kaiserhof“ Konzerte, Theateraufführungen, Vorträge, Tagungen, Bälle und Vergnügen der ortsansässigen Vereine statt. Am Kriegsende brannte das Haus nach einem Bombenangriff aus. Erstaunlicherweise begannen die Reichenbacher schon ein Jahr später mit dem Wiederaufbau. Die Mittel dafür kamen von der Stadt und dem Land Sachsen. Und auch die Bevölkerung half durch Spenden und freiwillige Arbeitseinsätze tatkräftig mit, was die große Verbundenheit der Leute mit ihrem Veranstaltungshaus zeigte.


Hatte man während des Wiederaufbaus noch vom „Reichenbacher Hof“ gesprochen, so erhielt das neue Stadttheater zur Eröffnung am 18. September 1949 zu Ehren der in Reichenbach geborenen Theaterreformatorin Friederike Caroline Neuber, genannt die Neuberin“, den Namen „Neuberinhaus“. Noch im gleichen Jahr kam Goethes Faust durch das Stadttheater Plauen zur Aufführung. Und mit dem Film „Ehrengericht“ wurde das Haus gleichzeitig auch als Kino für die Stadt eingeweiht.


Bis 1980 gastierten immer wieder die Theater aus Plauen, Zwickau, Greiz, Crimmitschau, Gera, Chemnitz, Altenburg und die Landesbühne Sachsen im Neuberinhaus. Es fanden Konzerte des Stadtorchesters, des Kulturorchesters und des späteren Vogtlandorchesters statt. Es gab viele Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „Stunde der Musik“ und „Meister des Wortes“, Aufführungen von Schüler- und Amateurtheatern, Weihnachtsmärchen der Tanzschule Büttner, Modenschauen, Konferenzen und Unterhaltungsprogramme. Zur Einkehr lud die Gaststätte „Schwemme“ ein.
Zum Ende der Spielzeit 1980/1981 musste das Neuberinhaus wegen erheblicher baulicher und schwerwiegender technischer Mängel geschlossen werden. Danach erfolgte eine dreijährige umfassende Rekonstruktion.

 

Das Haus erhielt neue Technik, eine neue Bühne und auch eine neue Saal- und Foyergestaltung. Im Foyer wurde eine Büste der Neuberin aufgestellt. Diese Rekonstruktion war wohl neben engagierten Mitarbeitern und Stadtvätern auch ein Baustein dafür, dass das Neuberinhaus die Wende überlebte und heute als das Nummer-Eins-Veranstaltungshaus des Vogtlandkreises gilt. Derzeit wird mit Mitteln aus dem Konjukturpaket die gesamte Brandschutztechnik auf Vordermann gebracht. In diesem Zusammenhang sprach Landrat Dr. Lenk erst kürzlich davon, dass der Landkreis sich mit dieser Investition bewusst zur Zukunft des Neuberinhauses bekenne. Das beweist, dass das Haus seit Jahren nicht mehr nur die Funktion eines Stadttheaters erfüllt, sondern seine Ausstrahlung weit über die Stadtgrenzen hinaus reicht. Das hängt wohl einerseits mit dem vielfältigen Programm zusammen, liegt aber, glaubt man seinem Chef Jens Pfretzschner, auch am einmaligen Charakter des Hauses.

 

„Das Neuberinhaus ist eben kein Zweckbau“, sagt er. Seit 1990 gibt es hier wieder eine öffentliche Gaststätte. Auch der 1994 erfolgte Umbau des Großen Saales trug wesentlich dazu bei, den Reichenbacher Veranstaltungstempel heutigen Erfordernissen anzupassen. Damals wurde die feste durch eine variable Bestuhlung ersetzt, so dass der Große Saal jetzt je nach Veranstaltung mit Reihen-, Tisch- oder Konferenzbestuhlung ausgestattet werden kann. Heute finden jährlich vier bis fünf Kunstausstellungen im Foyer statt. Die Besucherzahlen konnten von 50 000 auf 82 000 bei 1300 Veranstaltungen im Jahr gesteigert werden. Und immer mehr Vereine und Kulturgruppen, vom Förderverein der Vogtland Philharmonie über den Frauenchor Reichenbach bis hin zum Gitarrenkursus und Ganztagsschulprojekt, wählen das Neuberinhaus zu ihrer Heimstatt.  ina

 

2009-09-17




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