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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Straße wird zum Schlachthof
Neumark - Es sah nicht nur aus wie im Schlachthof, es war einer und zwar unter freiem Himmel: Gestern Nachmittag kippte ein Schweinetransporter auf der B 173 kurz nach Neumark in Richtung Zwickau um. Von den 191 Schweinen starben 42. "Durch den Unfall kamen im Lkw 32 Borstentiere ums Leben, zehn wurden vor Ort getötet, weil sie schwer verletzt waren", sagte Amtstierarzt Dr. Hans-Georg Möckel, der den Rettungseinsatz vor Ort leitete. Die lebenden Tiere wurden neu verladen und zu ihrem Bestimmungsort gebracht - zum Schlachter nach Weißenfels. Makaber.
"Ja, das ist nun mal so. Die lebenden Tiere wurden an der Unfallstelle getränkt und geduscht. Sie durften sich dann von den Strapazen ausruhen. Als der neue Transporter kam, ging die Fahrt weiter. Freitag sind auch diese Tiere tot. Es war halt Schlachtvieh", so Möckel.
Der Amtstierarzt lobte den Einsatz vor Ort. Feuerwehr, Polizei, THW, zwei Fleischermeister und Möckel samt Stellvertreter haben die "Schweinerei" mit beseitigt. Selbst der Fahrer, der unverletzt blieb, packte mit an. "Das war schon ganz schön schwer, die Schweine aus einem umgestürzten Laster zu bekommen. Zumal die Tiere ja stark verängstigt waren. Da war schon Manneskraft gefragt. Und auch die toten Tiere zu bergen, ist anstrengend. Aber die Zusammenarbeit mit allen Kräften hat super geklappt. Am Abend war nichts mehr vom Unfall zu sehen, zumindest nichts von toten Schweinen."
Die getöteten Tiere wurden von Neumark aus gleich zur nächsten Tierkadaver-Verwertungsanlage gebracht und dort entsorgt. "So weit ich es jetzt behaupten kann, lief die Aktion ohne Fehl und Tadel ab.
Wie es zu dem Unfall kam, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Fakt ist: Der Lkw kippte in einer Kurve 80 Meter vor der Grenze zum Zwickauer Land um. Möckel sagt, dass der Fahrer nicht unbedingt zu schnell gewesen sein muss. "So ein Tiertransporter hat mehrere Etagen. Die Tiere sind ja nicht angegurtet, sie laufen in dem Fahrzeug frei herum. Jeder weiß ja, wie die Kräfte zum Beispiel in einem Zug auf Menschen wirken, wenn er in eine Kurve fährt. Es kann durchaus passiert sein, dass die Schweine alle auf eine Seite gelaufen sind und der Lkw dadurch umkippte."
Thomas Nahrendorf
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