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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Staatsanwalt spricht bei Tat in Plauen von Mord
Plauen – Im Fall des totgeprügelten Karsten aus Plauen geht es laut Staatsanwalt um Mord. Der Lebensgefährte der Mutter soll den Zweijährigen grün und blau geschlagen haben. Das hat das Kind nicht überlebt.
Das Körper des Kindes war mit blauen Flecken übersät, zudem wies der Junge schwere Kopfverletzungen auf. „Wir gehen davon aus, dass der Junge an den Kopfverletzungen gestorben ist, auch wenn das Ergebnis der Obduktion noch nicht vorliegt“, sagt Bernd Sämann, Sprecher der Staatsanwaltschaft Zwickau.
Musste der Junge sterben, weil er nicht schlafen konnte? „Auch davon gehen wir aus“, sagt Sämann: Gestern wurde Haftbefehl gegen den 36-jährigen Lebensgefährten der Mutter erlassen. Sämann zufolge hat sich nach Schilderung der Mutter folgendes in der Plauener Albin-Enders-Straße 5 ereignet: Am späten Montagabend konnte der kleine Karsten nicht schlafen. Deshalb verprügelte der Lebensgefährte der Mutter den Jungen. Später gab es weitere Hiebe – grundlos und wegen Nichtigkeiten.
Nach Aussage der Mutter hatte der Lebensgefährte angekündigt, die Erziehung des Kindes zu übernehmen, weil die Mutter zu lasch und zu nachsichtig sei. Diese neue Erziehung basierte laut Sämann auf Schlägen. „Allerdings war die Mutter nach eigener Aussage nicht bei den Züchtigungen dabei: Sie habe die Schläge gehört, aber nicht gesehen. Der Beschuldigte dagegen erklärte zuerst die blauen Flecken des Kindes mit mehreren Stürzen. Später räumte er ein, den Jungen mehrfach geschlagen zu haben. Doch er belastete die Mutter: Sie habe sich aktiv an den Schlägen beteiligt.“
Wie Sämann weiter berichtet, stellte die Mutter am späten Dienstagabend fest, dass ihr Sohn bewusstlos ist – und alarmierte den Notarzt. Noch in der Nacht flog ein Rettungshubschrauber das Kind in eine Spezialklinik nach Jena. Dort kämpften die Ärzte stundenlang um das Leben des Jungen – vergeblich: Mittwochnachmittag war er tot.
Der Staatsanwalt wirft dem Peiniger Mord vor: „Er hat aus niedrigen Beweggründen gehandelt. Und darauf steht: Lebenslang.“ Frühestens nach 15 Jahren könnte er entlassen werden – aber nur, wenn das Gericht nicht eine besonders schwere Schuld feststelle. Der 36-jährige Tatverdächtige stammt aus Nordrhein-Westfalen und war Polizeiangaben zufolge erst vor etwa drei Wochen nach Plauen gezogen – zu der 31-jährigen allein erziehenden Mutter. „Das Paar hatte sich vor zirka zwei Monaten im Internet kennen gelernt.“
Einer geregelten Arbeit gingen beide nicht nach. Das wurde gestern bei einem Pressegespräch des Landratsamtes deutlich. Über die Berufe der beiden wurde nichts bekannt – Datenschutz. Unklar blieb auch, warum der Kindsmutter schon seit Jahren eine gerichtlich bestellte Betreuerin zur Seite gestellt ist, die ihr in lebenspraktischen Dingen helfen sollte. „Die Betreuerin hatte intensiven Kontakt und hat sich lobend über die Mutter geäußert. Sie sprach von liebevoller Betreuung des Kindes und keinerlei Vernachlässigung“, sagte Sozialamtsleiterin Gabriele Paul.
Gleichwohl habe das Kind Entwicklungsrückstände gehabt. Welcher Art diese Rückstände waren, ließ Frau Paul offen. Nachbarn hatten berichtet, dass sie den am 28. März 2008 geborenen Karsten nur im Wagen sitzend gesehen haben – nie laufend. Auf Nachfrage berichtete Frau Paul, dass auch die behandelnde Kinderärztin auf Rückstände hingewiesen habe. „Geplant war, das Kind einem Gutachter vorzustellen.“
Um den Jungen ging es Frau Paul zufolge auch bei einem Hausbesuch am 6. Juli: Die Betreuerin und eine Sozialarbeiterin des Vogtlandkreises haben mit der Mutter und deren Lebensgefährten über einen Platz in einem integrativen Kindergarten gesprochen. Wie die Betreuerin berichtete, hat sich der Lebensgefährte bei dem Gespräch eingebracht, war gut informiert und sehr interessiert“, sagte Frau Paul, die keine Erklärung für die Tat hat, „zumal es auch ein funktionierendes ,Großeltern-System’ gegeben hat“.
Wie viele Fälle an Kindesmisshandlungen werden jedes Jahr im Vogtland bekannt? Jugendamtsleiter Dr. Berthold Geier spricht von 100 Hinweisen im Jahr 2009 – „15 Mal wurden anschließend Kinder aus ihren Familien herausgenommen“.
Von Uwe Faerber
2010-07-15
Kommentar von _Gorges am 16.07.2010; 15:40:09 Uhr
Kommentar zu Staatsanwalt spricht bei Tat in Plauen von Mord
Den beiden Kranken müsste genau das selbe wiedrfahren wie dem kleinen Karsten.Und da braucht sich keiner von denen herausreden und dem anderen die Schuld in die Schuhe schieben. Beide gehören für immer von kindern weggesperrt. Haben die Nachbarn nichts gemerkt?
Traurig.
Kommentar von _M. Schütz am 16.07.2010; 18:49:04 Uhr
Kommentar zu Staatsanwalt spricht bei Tat in Plauen von Mord
Ich bin ein wirklich friedvoller, angenehmer Zeitgenosse - und Papa von einem 5-jährigen Sohn. Wenn ich mir vorstelle, wie so ein dissoziales A...loch auf einen kleinen, hilflosen Jungen (ZWEI Jahre!) einschlägt - auch wenn Karsten nicht gestorben wäre und die Miststücke Ihre Untaten (auch unterlassene Hilfeleistung der Mutter ist strafbar) vertuschen hätten können: Todesstrafe.Kommentar von _Unbekannt am 16.07.2010; 19:46:20 Uhr
Kommentar zu Staatsanwalt spricht bei Tat in Plauen von Mord
Ich bin erschüttert über die Tatsache und über eine Mutter die zuhört wie man einen kleinen Jungen so etwas an tut. ich weis nicht was ich mache würde aber ich würde nie im leben zusehen wie jemand eine kinderseele zerstört und ein kind verprügelt. diese mutter ist für mich genauso schuldig sie hätte den tot ihres eigenen kindes definitiv verhindern können und ich hoffe sie wird kein zweites bekommen. ich habe zwei kinder 3 Jahre& 9 Monate und bin selbst erst 21 J., das wird meinen "Babys" niemals passieren.Kommentar von _Nicole aus Plauen am 16.07.2010; 21:56:29 Uhr
Kommentar zu Staatsanwalt spricht bei Tat in Plauen von Mord
Ich würde die Totesstrafe in Deutschland einführen! Was ist das für eine Welt,in der die Kinder nicht mal vor Ihren Eltern sicher sind!So eine elende Rabenmutter!
Kommentar von _1nsi am 18.07.2010; 02:09:26 Uhr
Kommentar zu Staatsanwalt spricht bei Tat in Plauen von Mord
oh gott. :-(Kommentar zu Staatsanwalt spricht bei Tat in Plauen von Mord?
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Kommentar von _Jürgen Hohenberger am 16.07.2010; 07:40:41 Uhr
Kommentar zu Staatsanwalt spricht bei Tat in Plauen von Mord
Zu tode Foltern wäre eine gerechte Strafe für beide. Ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotzen könnte, wenn ich sowas lese. Wie kann man auf einen zweijährigen kleinen wehrlosen Wurm so brutal eiprügeln. Was sind das für Menschen/Tiere die soetwas tun. Gezeichnet, der Vater einer zweijärigen Tochter.