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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Stöckigt gewinnt Vogtland-Anzeiger Grillmeisterschaft
Beim Finale der 4. Vogtländischen Grillmeisterschaften im Garden des Dormero Hotels ging es nicht nur wegen der tropischen Temperaturen heiß her. Auf der Punkteliste der Jury stand am Ende das Team der Kraftsportfreunde Stöckigt ganz oben.
Von Torsten Piontkowski
Plauen – „Der Platz am Grill ist der angenehmste, da empfindet man die Temperaturen ein paar Meter weg als richtig angenehm“, scherzte Simone Schönerstedt vom Team des Vogtland Radio. Und in der Tat versuchte Petrus gestern Nachmittag alles, um das teilweise schmuddelige Wetter der Vorjahre vergessen zu machen. Und wer glaubte, die Kreativität der Vorjahres-Teams sei kaum noch zu toppen, sah sich eines Besseren belehrt. Stichwort: Selbst gefangener Fisch aus dem Atlantik. Doch der Reihe nach.
Erneut hatten sich sechs Teams bis ins Finale gekämpft: Das Fanprojekt Plauen, die U 19-Griller aus Zeulenroda, die dafür sorgten, dass die 4. Auflage länderübergreifend vonstatten ging, ein Moderatorenteam des Vogtland Radios, eine Auswahl der Kraftsportfreunde Stöckigt, die Jungen samt einem Mädchen aus dem Plauener Jugendclub Boxenstop und das die Redaktions-Ehre vertretende Team „Hot Papers“ vom Vogtland-Anzeiger. Sie alle mit dem Willen und größtenteils auch dem Können ausgestattet, die Jury von ihren Brutzelkünsten zu überzeugen.
Und in der hatten neben Vogtland-Anzeiger Herausgeber, Wilfried Hub, Platz genommen die Team-Siegerin der Zweitauflage, Jessica Dressel-Kowalzick, der Plauener McDonalds-Chef Alexander Bahl-Voigt, der Unternehmer Peter Horlomus und Sissi Wiesinger für das gastgebende Dormero Hotel. Und da man Bewährtes nicht ändern sollte, galten die gleichen Konditionen wie im Vorjahr: Gewertet wurde ein Fleisch-, ein Fisch- und ein vegetarisches Gericht, wobei Idee und Aussehen mit jeweils maximal fünf, der Geschmack mit zehn Punkten „vergütet“ wurde. Und um den neudeutschen Begriff „Alleinstellungsmerkmal“ zu bemühen – den konnte jedes Team für sich in Anspruch nehmen. Am geschmacklich schärfsten ging es beim Dreier-Team des Fan-Projektes um Reiner Förster zu. Die Stöckigter Hauptakteure am Grill arbeiteten hygienisch korrekt mit Einweghandschuhen, die U 19-Griller ließen es mit Abstand am ruhigsten angehen, die Radiomacher hatten für den Fall der Fälle einen Löscheimer parat, das Team vom Boxenstop verfügte über das geringste Durchschnittsalter und in der Ecke der Hot Papers schwitzte der Maitre de Plaisier Frank Heiroth wohl am meisten.
Beim Fanprojekt hatte die langjährige Forelle, mit der es nie so recht für die vorderen Plätze reichen sollte, ausgedient. Stattdessen setzte man diesmal auf Rippchen, die in Größe und Gewicht den pfeffrigen Sportlersteaks der Zeulenrodaer in nichts nachstanden. Ob sein Vater am Nachbar-Grill des Vogtland-Anzeigers zu schlagen sei, die Antwort blieb Florian Schinnerling „vorsichtshalber“ schuldig. Ansonsten übten sich die drei jungen Männer in Gelassenheit und der Überzeugung, dass ihr im Atlantik selbst gefangener Seelachs Imagepunkte bringen würde. Apropos Image: Die Stöckigter hatten sich als eigenen Zaungast Extremsportler Frank Trtschka mitgebracht. Einige hatten sich im Vorfeld von Profis „coachen“ lassen, wie die Radioleute, die auf dem kleinsten im Wettbewerb befindlichen Grill Erstaunliches kreierten. Und auch die Hot Papers hatten sich in einem Fischgeschäft eine Spezialmarinade mixen lassen. Auf Basisdemokratie setzte die „Jugend“ vom Boxenstop. „Wir haben keinen Chef“, hieß es auf Nachfrage. Entsprechend leicht chaotisch ging es dann auch zuweilen zu.
Mitten in der heißen Phase stieß auch der Vorjahressieger Kevin Spahlholz noch dazu, der diesmal aus beruflichen Gründen nicht teilnehmen konnte. „Man lernt immer noch dazu“, so Kevin nach einem Rundgang bei seinen Nachfolgern. Der Spaßfaktor sei mindestens gleich hoch geblieben. Das Team des Vogtland Radios klatschte sich nach jedem gelungenen Gericht ab, die Fanprojektler auf ihrem Stammplatz vor dem Eingang „warnten“ die Radioleute vor dem Nahen des Chefs, die Hot Papers servierten aufgespießten Druckfehlerteufel, auf dass der für ewig verschwinden möge und ansonsten fotografierte man sich gegenseitig, was die „Digitale“ hergab.
Am Ende hatte das zahlenmäßig stärkste Team die Geschmacksnerven der Jury am erfolgreichsten gereizt. Die Stöckigter holten sich den Sieg mit einem Putenbrustfilet in süß-pikanter Sauce, Champignons mit Frischkäse und einer Zuccini-Auberginen-Kreation.
2011-08-27
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