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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Schuhsammler als Katzenfänger unterwegs?
Lottengrün/Weischlitz – Die junge Frau am Telefon klingt aufgeregt. Eine orangefarbene Tonne stand vor einigen Tagen vor der Hoftür der Familie in Lottengrün. Der Verein „Help e.V.“ aus Sankt Georgen verkündet eine „Große Schuh-Sammlung“ und nennt dazu die Nummer eines Spendenkontos.
Außerdem können Altkleider abgegeben werden. Als gemeinnütziger Verein stellt sich „Help“ auf der Tonne dar mit dem Slogan „Kinder in Not brauchen ihre Hilfe“. Die farbigen Behälter wurden aus einem VW-Transporter heraus im Dorf verteilt. Auch in Theuma, Plauen und Falkenstein werden die Tonnen gesichtet.
Was die junge Frau stutzig macht, am Boden des Gefäßes entdeckt sie ein „Luftloch“. „Das waren Katzenfänger“, vermutet sie. Die Lottengrünerin surft im Internet. Unter dem Stichwort „Katzenfänger-Kleidersammlung“ wird man schnell fündig. Insgesamt 1320 Seiten behandeln den Zusammenhang von Kleider-/Schuh-Sammlungen und Katzenfängern, nur wenige Einträge sprechen von einer neuen „Verschwörungstheorie“. Das weiß offensichtlich auch „Help e.V. Sankt Georgen“ und baut vor: „Achtung Tierfreunde: Mit Katzenfängern haben wir nichts zu tun“ steht auf dem Eimer-Deckel.
Am Dienstag sind die orangefarbenen Eimer von „Help“ auch in Weischlitz abgestellt. Dem Aufkleber auf den Deckeln ist außer der Rufnummer eines Kontaktbüros noch zu entnehmen, dass es sich um eine gewerbliche Sammlung handelt. Müsste dafür nicht eine Genehmigung beantragt werden? „Nein“, sagt Dagmar Friedrich, die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes in Weischlitz. Nach dem Sammlungsgesetz sei das Aufstellen der Tonnen nicht erlaubnispflichtig. Sie habe sich im Landratsamt kundig gemacht. „Help“ sei ordentlich im Vereinsregister eingetragen.
Karin Oettmeier, Vorsitzende des für das Vogtland zuständigen Tierschutzvereins Plauen, hat am Mittwochmorgen schon fünf besorgte Anrufe wegen der Schuh-Sammelaktion in Weischlitz bekommen. Die Sache ist auch ihr nicht geheuer, sie wittert „eine unseriöse Masche“. Vorsorglich hat sie den Auftrag erteilt, eine der Tonnen sicherzustellen, um zu recherchieren. Das wird auf den Tierschutzseiten im Internet übrigens ausdrücklich empfohlen. Ihr liegen Meldungen vor, dass vor rund zwei Wochen sehr viele Katzen in Oelsnitz verschwunden sind. Von einer Kleider- oder Schuh-Sammelaktion ist dort aber nichts bekannt. Rund 20 Tiere stehen zurzeit auf der Liste vermisster Katzen des Tierheims Kandelhof, dem Oettmeier vorsteht. Doch kann das Verschwinden der Fellträger auch auf andere Ursachen wie Streunen oder Unfälle zurückgehen, weist die Tierschützerin hin.
Die Texte im Internet zum Vorgehen der Katzenfänger klingen alarmierend. Auf der Seite Katzensuchdienst.de heißt es: „Jährlich werden Hunderttausende Hunde und Katzen gestohlen und landen vor allem in Versuchslaboren.“ Unter anderem Altkleidersammlungen, Schrottsammlungen, Werbeaktionen für Tierfutter, Spendenaktionen würden von dubiosen Leuten missbraucht. Das Aufstellen der Tonnen diene dazu, sich in den Einfahrten und Straßen aufzuhalten und auszuspähen, ob Katzen an Fenstern oder in den Grundstücken sitzen. Der Katzenklau lohne sich, bis zu 600 Euro würden Labore pro Tier zahlen. In der Nacht würden die Straßen dann mit einem Lieferwagen angefahren und die Katzen durch eine Öffnung im Fahrzeugboden mit Sexuallockstoffen angelockt, mit Nervengas betäubt und in die Sammelbehälter zum Abtransport gesteckt.
Das Freie Wort Suhl hat am 21. April über den Verein „Help Sankt Georgen“ und die angeblichen Katzenfänger berichtet. Klaus Engesser, damals Vorsitzender des Vereins, heute Schriftführer, wehrt sich. Mit der Märchengeschichte werde die Bevölkerung unnötig beunruhigt. Dabei handle es sich um eine urbane Legende. „Ich habe die Schnauze voll“, geht Engesser auf Anfrage unserer Zeitung noch weiter. Jeden Tag werde die Katzenfängergeschichte an ihn herangetragen. Die kursiere seit 40 Jahren. Die Polizei müsse ja dumm sein, dass sie in dieser Zeit noch keine der dunklen Gestalten erwischt hat. Außerdem soll ihm mal jemand erklären, wie man mit einem Loch im Auto durch den TÜV kommt.
„Wir wollen jetzt energischer zur Aufklärung beitragen“, verspricht er. Auf üble Nachrede und Diebstahl soll Anzeige erstattet werden. Jährlich seien dem Verein an die 3000 Eimer gestohlen worden, Sachschaden von rund 12 000 Euro sei entstanden. Etwa 20 Tonnen brauchbarer Sachen verspricht er sich durch die Sammlung im Vogtland. Ein Teil werde verkauft, um die Transporte zu bezahlen, der Rest verteilt an Hilfsbedürftige im Kosovo und im Irak.
Ein Hinweis auf die tierquälerischen Umtriebe im Zusammenhang mit den Sammeltonnen ging auch bei der Polizei ein, gibt Annett Münster, Sprecherin der Polizeidirektion Zwickau, Auskunft. Eine Frau habe nach dem Lesen der Einträge im Internet Alarm geschlagen.
Es habe sich aber kein Anhaltspunkt ergeben, sagt Frau Münster. Die Eimer oder Tonnen haben Löcher aus einem ganz profanen Grund – damit sie für andere Zwecke nicht gestohlen werden. Und: „Damit sie beim Stapeln kein Vakuum erzeugen“, erkärt es Engesser, „sonst bringen wir sie nicht mehr auseinander“.
Kommentar zu Schuhsammler als Katzenfänger unterwegs??
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Kommentar von _Beatrice am 22.09.2009; 18:21:32 Uhr
Kommentar zu Schuhsammler als Katzenfänger unterwegs?
Hallo!Am 26.08.2009 fand in 07907 Schleiz eine Schuhsammlung statt.In unserer Strasse standen Wäschekörbe mit nur einem Griff. Genau zu dieser Zeit verschwand mein 7 Jahre alter kastrierter Kater.
Er hat eine ganz auffällige tigermusterung mit dicken schwarzen Streifen und seitlich 2 runden Flecken.
Kater verließ nie die nähere Umgebung, er war nur in den Nachbargrundstücken unterwegs. Und wir wohnen nicht an einer Hauptstrasse.
Ich habe bei der Polizei Anzeige erstattet.
Das bringt mir meinen Liebling nicht wieder, aber es muß endlich was unternommen werden um solchen Tierfängern das Handwerk zu legen.