Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Ross Antony weiht El Toro

plohn10Plohn - "Eine geht noch - eins, zwei, drei!" 24 Menschen rufen das gut gelaunt im Chor - vornedran der vor Euphorie kreischende Dschungelkönig Ross Antony. Ross winkt, breitet die Arme aus, macht Faxen, verzieht das Gesicht zum breiten Grinsen als das Blitzgewitter der vielen Kameras einsetzt und kurz drauf die nagelneue Holzachterbahn "El Toro" im Freizeitpark Plohn auf den Schienen abzischt. Hunderte von Menschen verfolgen am Karfreitag die Jungfernfahrt der einzigen Holzachterbahn in Ostdeutschland.

 

"Echt schnell. Da hat man richtig das Adrenalin gespürt", ruft der perfekt gestylte Medienstar Ross Antony begeistert in die Mikrofone - und legt, mit einem Seitenblick auf seinen Achterbahn-Nachbarn nach: "Genial. Wunderschön war, das der neben mir so viel Angst hatte". Der neben ihm war Mirko Jacob, Chef-Moderator von Hitradio RTL, der mit seinem Team volle drei Stunden live aus dem Freizeitpark sendete - auch das nur eine Minute währende Bauchkribbeln und Gekreische der Achterbahn-Crew auf der "Höllenfahrt" war im Äther zu vernehmen. Eine Minute Adrenalin-Kick pur auf 725 Metern Schienen, in 28 Meter Höhe, in 15 Kurven und mit 75 Sachen. Gleich zu Anfang raste der Zug den 28 Meter hohen Stich hinauf, um mit affenartiger Geschwindigkeit den Top wieder hinabzudüsen. "Gewöhnungsbedürftig, aber wunderschön", sagt Ralf Schubert aus Zwönitz, der mit recht weichen Knien dem Wagen entsteigt. Er hat die Jungernfahrt übers Radio gewonnen - es war sein allererstes Achterbahn-Erlebnis. "Sehr schnell, aber echt gut", urteilt sein 14-jähriger Sohn Thomas hingegen kennerhaft. "Einfach cool", so die Geschwister Seline (8) und Loreen (9) Kaiser aus Reuth noch ganz benommen, aber glücklich nach der ersten Runde. Familie Kaiser ist schon Freizeitpark-erfahren und hat im Internet das Privileg der Jungfernfahrt mit Ross Antony gewonnen. Genau 10.22 Uhr - Ross Antony hat seine vierte Runde hinter sich - öffnet dann Park-Geschäftsführer Lutz Müller die Achterbahn fürs Volk. Das schon geraume Zeit hinterm Absperrgitter stand, und hat nun die Wahl, worauf es sich zuerst stürzen kann: Auf die sich leerenden Achterbahn-Wagen oder ihren TV-Liebling Ross Antony, der bereitwillig mit den Leuten posiert, ihre Fragen beantwortet, Autogrammkarten verteilt, gute Laune versprüht.

 

1,5 Millionen Nägel stecken drin in der rasanten Bahn, hinzu kommen 60 000 Bolzen, 80 000 Meter feinsten Holzes, 2500 Kubikmeter Beton und 250 Tonnen Bewehrungsstahl. 5,1 Millionen Euro ließ sich Park-Inhaber Arnfried Völkel den Adrenalin-Kick kosten - das Geld holt man Tag für Tag nun durch höhere Eintrittspreise herein. "Im Schnitt hatten wir immer so 250 000 Besucher pro Saison. Durch die Bahn wollen wir nun die Besucherzahl um 10 Prozent steigern", so Lutz Müller. gl

 




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