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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Richtfest für neuen Klinikkomplex in Plauen

Halbzeit bei 58 Millionen-Bau

Richtfest für neuen Klinikkomplex in PlauenPlauen – Die Richtkrone über den Rohbau des neuen Bettenhauses am Helios Vogtland-Klinikum Plauen ist gestern auf den Tag genau ein Jahr nach dem ersten Spatenstich aufgezogen worden. Das mit 58 Millionen Euro derzeit größte Bauvorhaben in Sachsen wird vom Freistaat mit 42,1 Millionen Euro gefördert.

„Bislang sind zwölf Millionen Euro davon verbaut“, sagte Geschäftsführer Dietmar Beyer, der am gleichen Tag seinen Abschied von Plauen feierte. Doch zuvor hatte er für alle beim Richtfest Anwesenden noch eine Neuigkeit parat: Es wird auch einen 4. Bauabschnitt geben. Dafür sollen noch einmal 25 Millionen Euro investiert werden. Dort wo heute die Häuser 2 und 3 stehen wird ein Neubau die Augenklinik und eine größere Palliativstation aufnehmen. Die Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Andrea Fischer, die ihren Berufsweg einst im Landratsamt begonnen hatte und deshalb gern wieder nach Plauen gekommen sei, nahm die Neuigkeit mit auf den Weg nach Dresden.

Nachdem Beyer wie auch der Vertreter der Hauptgeschäftsführung der Helios Kliniken Gruppe, Franz Dietrich Gahrmann die Zusammenarbeit mit der Stadt aber auch mit dem Land Sachsen gelobt hat, wird dem Freistaat nichts anderes übrig bleiben, als auch das nächste Bauvorhaben finanziell zu unterstützen. Nach Aussage der Staatssekretärin seien bisher für Krankenhausbauten 145 Millionen Euro ins Vogtland geflossen. Sachsenweit seien 4,6 Milliarden Euro in die Krankenhauslandschaft investiert worden.

Geht es nach Gahrmann so sollte alle 20 Jahre ein Klinikbau komplett ersetzt werden. „Das schafft der Zeit angepasste effektive Strukturen“, sagte er: „In Plauen hat das ja geklappt.“ Damit spielte er auf das alte Bettenhaus an, das dem Neubau weichen musste. „Wir standen vor der Überlegung Sanierung oder Abriss. Entschieden haben wir uns für letzteres.“ Im Rückblick erklärte auch Beyer, dass der dritte Bauabschnitt eigentlich schon fertig wäre, „hätten wir kleinere Brötchen gebacken und auch die alte Cafeteria stehen gelassen“.

“Wir hätten solche Investitionen nie und nimmer als Stadt stemmen können“, betonte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer. Er sei froh, dass vor sechs Jahren der Stadtrat nach zähem Ringen für eine Privatisierung stimmte und dass Beyer so konsequent das Vogtland-Klinikum voranbrachte. „Er hat sich ein Denkmal gesetzt. Schade, dass er den Klinikkomplex nicht einweihen kann.“

Stolz auf das Erreichte ist auch die Reichenbacher Malzbau GmbH & Co. KG. Der Bau des Bettenhauses war bislang für das 70 Mann-Unternehmen das größte Projekt. Zwei Wochen vor dem eigentlichen Termin ist der Rohbau fertig. Bauleiter Kai-Uwe Kraus brachte bei seinem 19-seitigen Richtspruch, den er extra an drei Abenden für den Plauener Bau geschrieben hatte, auch manche Hürde in seiner Schmunzel-Chronik zur Sprache. Aber die Fakten, die er nannte, lassen aufhorchen: Aus der zehn Meter tiefen und 4000 Quadratmeter großen Baugrube wurden 10 000 Tonnen Erdmasse gebaggert.

Für den Rohbau wurden 1000 Tonnen Stahl und 20 000 Steine verbaut sowie 10 000 Kubikmeter Beton gegossen. „Mit 90 000 Kubikmeter umbauten Raum könnt sich ein Eigenheim – mit Dach und Ecken – 55 mal darin verstecken“, hat Kraus gedichtet und so seine lyrische Ader bewiesen, die sein Chef Michael Malz bereits lobte. Glücksscherben, wie sie zum Richtspruch dazu gehören, gab es auch und damit ein gutes Omen für den Baufortgang, für den jetzte andere Gewerke den Stab übernahmen. Am 27. Mai 2011 soll Einweihung sein.

Von Marjon Thümmel

2009-11-28




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