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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Pleite zu Weihnachten - Insolvenz bei Manroland
Hiobsbotschaft für die 726 Mitarbeiter des Plauener Manroland-Werkes (Plamag). Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet. Insgesamt stehen in den drei betroffenen Standorten 6500 Jobs auf dem Spiel.
Plauen/München - Der Siegeszug der Online-Medien hat den weltweit drittgrößten Druckmaschinenhersteller Manroland mit seinen 6 500 Beschäftigten in die Pleite getrieben. Der Konzern stellte am Freitag in Augsburg Insolvenzantrag.
Verhandlungen mit einem Investor seien "auf der Zielgeraden gescheitert", erklärte der Vorstand. In Augsburg stehen 2 400 Arbeitsplätze vor dem Aus, in Offenbach sind es 1 900 und in Plauen 726. Es ist die größte Firmenpleite in Deutschland seit der Insolvenz der Karstadt-Muttergesellschaft Arcandor vor zwei Jahren. Die Beschäftigten von Manroland in Plauen sind wie ihre Kollegen auf einer Betriebsversammlungen informiert worden - sie reagierten schockiert. Für viele kam die Nachricht überraschend.
Zum Insolvenzverwalter wurde Wirtschaftsprüfer Werner Schneider berufen, der schon bei Walter-Bau und Trevira Insolvenzverwalter war. Noch am gleichen Tag machten sich Vertreter des Insolvenzverwalters auf den Weg in die betroffenen Standorte, darunter nach Plauen, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Mit ersten Erkenntnissen sei nicht vor Montag zu rechnen, sagte Pressesprecher Alxander Görbing gegenüber dem Vogtland-Anzeiger.
"Der Insolvenzantrag wurde wegen drohender Zahlungsunfähigkeit zur Erhaltung der verbleibenden Sanierungs-Chancen gestellt", teilte das Gericht mit. Die Insolvenz erleichtert einen Schuldenschnitt und die Schließung unrentabler Firmenteile. Der Vorstand strebt jetzt "die Sanierung wesentlicher Einheiten" in Eigenverwaltung an. Der Weltmarkt für Druckmaschinen ist in den vergangenen drei Jahren um 50 Prozent geschrumpft. Manroland schreibt seit langem rote Zahlen, hat Kurzarbeit gefahren, Weihnachtsgeld gestrichen und allein vergangenes Jahr 800 Stellen abgebaut. Dem Vernehmen nach hatte Manroland bis vor Kurzem mit einem Schweizer Investor verhandelt. Der Druckmaschinenhersteller hätte aber sowohl eine frische Kapitalspritze der Eigentümer als auch eine Verlängerung der Kreditlinien von den Banken gebraucht. Weil der Markt erneut dramatisch einbrach, sei der Investor abgesprungen, hieß es.
Sachsen hat der Plamag am Freitag noch Hilfe angeboten. Die Staatsregierung sei offen für Gespräche mit dem Insolvenzverwalter für den Fall, dass man unterstützend eingreifen könne, sagte Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP). So seien Investitionszuschüsse möglich, sollten Investitionen im Werk Plauen angedacht sein. va
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2011-11-26
Kommentar zu Pleite zu Weihnachten - Insolvenz bei Manroland?
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