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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Plauener Spitze auf der Fashion Week Berlin
Spitze aus dem Vogtland ist zurück in der Modebranche. Zur Fashion Week in Berlin zeigten die beiden Designer Irene Luft und Andreas Trommler, wie modern und elegant Plauener Spitze wieder ist.
Von Martin Reißmann
Plauen – Für vier vogtländische Stickereien war es der erhoffte Glanzauftritt auf dem Laufsteg der Berliner Fashion Week. Sie sind wieder verstärkt im Modebereich aktiv. Seit einem Jahr arbeiten sie an der Mission, die Spitze zurück zu ihren Wurzeln zu führen.
Die Unternehmen wollen zeigen, dass es mehr als nur Spitzengardinen und Tischdecken gibt. Das Wiedersehen in der Modebranche ist viel versprechend – der Grundstein gelegt. Das Publikum war wie im Januar und vor einem Jahr begeistert von den Modenschauen der Designer Irene Luft und Andreas Trommler. Beide arbeiten nicht zum ersten Mal mit Plauener Spitze. Diesmal entwickelten die Stickereien aber sogar exklusiv für die Modemacher besondere Muster.
Vorgestellt wurden die Kollektionen für den Sommer 2012. Die Farben des Frühlings eingefangen hat dabei in ihren Teilen die Münchenerin Irene Luft. Gelb gestickte Blumenschnitte oder schwarze Ornamente kombiniert mit türkisen und weißen Stoffen wie Seide oder Tüll waren dabei. Zu sehen war die Show am Samstagmittag auf dem Hauptlaufsteg der Berliner Modewoche in einem gigantischen Zelt direkt gegenüber des Brandenburger Tors. „Aus Spitze lassen sich viele verschiedene Sachen machen und sie ist gut kombinierbar“, meint Designerin Luft, die außerdem erstmals auch Stoffe der Plauener Seidenweberei (ehemals Spinnhütte) verwendete.
Fotos: M. Reißmann
Elegante Stücke in schwarz und weiß präsentierte Designer Andreas Trommler. Mit filigranen und transparenten Spitzenmustern verhüllte er sexy die nackte Haut der Models. Dafür bekam er am Freitagabend viel Beifall von den rund 700 Zuschauern im Berliner Kosmos. „Mich fasziniert die Vielfalt der Spitze. Die Stickereien sind sehr innovativ“, sagte der gebürtige Stollberger.
Model-Agent und TV-Juror Rolf Schneider (Germanys Next Topmodel) war von der Spitze ganz angetan. „Es ist immer schön, wenn sie auf nackter Haut getragen wird“, sagte er nach der Show von Luft. In der ersten Reihe saß auch TV-Moderatorin und Dokumentarfilmerin Mo Asumang. Dass es Plauener Spitze ist, wusste sie nicht, aber das, was sie gesehen hatte, beschrieb sie als die „Königsklasse“. „Mir ist die Spitze echt aufgefallen.“
Was die Designer aus den Mustern der Stickereien gemacht haben, kam gut an bei den Firmen. „Ich fand die ganze Kollektion gut“, sagte Angelika Zoglauer von der Stickperle Falkenstein zu den Stücken von Trommler. Die Betriebe sehen ihre Chancen. Sabine Gerber von Gerber Spitzen und Stickereien Rebesgrün will künftig den Bereich Mode und Schmuck stärker fokussieren, sagt sie im Gespräch. Noch mehr dafür tun möchte auch Kati Reuter von W. Reuter und Sohn aus Reumtengrün. Erste Aufträge aus den Auftritten in Berlin seien eingegangen. Auf großen Modemessen in München und Berlin werden die Stoffe verkauft, sagt Reuter. Das Potenzial der Fashion Week erkannt hat auch Andreas Reinhardt von der Plauener Modespitze. „Es bringt etwas. Die Resonanz ist positiv.“ Die Stoffe würden bei Kunden gut ankommen, heißt es. Reinhardt plant, für den gehobenen Bereich zu produzieren. Kleine Stückzahlen für anspruchsvolle Damen, so sein Ziel. Die Stickereien streben an, bei der nächsten Fashion Week im Januar wieder dabei zu sein. Nun gehe es aber erst einmal darum, die neuen Kollektionen zu vermarkten.
Unterstützt wurden die Auftritte in Berlin unter anderem auch von der Wirtschaftsförderung Sachsen. Die Plauener Spitze gehöre mit zu den Aushängeschildern des Freistaates. „Modern, kreativ, tragbar und wunderschön“, sagte Heike Hempel von der Wirtschaftsförderung. Das Deutsche Innovationszentrum für Stickerei Plauen war erneut für den Ablauf und die Koordination der Modenschauen verantwortlich.
2011-07-11
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