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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Plauen will trotz Krise Bahnhof-Mitte
Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 10 Millionen Euro
Plauen – Ein großes anstehendes Verkehrsprojekt ist der Verknüpfungspunkt Reichenbacher Straße. Die Planungsunterlagen seien in der vergangenen Woche gestellt worden. Nun werde mit der Erteilung des Baurechts bis Ende des Jahres gerechnet.
Eine Beratung über die weitere Vorgehensweise fand am Montag statt. Der Landtagsabgeordnete der CDU, Frank Heidan, traf sich mit dem Abteilungsleiter im SMWA, Dr. Bernd Rohde als Ministeriumsvertreter, dem Oberbürgermeister der Stadt Plauen, Ralf Oberdorfer, Kerstin Schicker, Fachgebietsleiterin Tiefbau, dem Leiter des Straßenbauamtes, Frank Petzold, und Hagen Brosig, Sachbearbeiter für Stadtplanung. Mit veranschlagten zehn Millionen Euro bewege sich das Projekt in einem sehr hohen Investitionsrahmen für eine Verknüpfungsstelle, sei dies doch anderenorts auch bereits mit zwei bis 2,5 Millionen Euro möglich. Hier kämen aber entsprechend viele Faktoren zusammen, zum Beispiel, dass außer der straßenbaulichen Veränderung ein Gewerbegebiet angeschlossen sowie ein Brückenbauwerk erneuert wird.
Spuren werden aufgeweitet, in Links-, Geradeaus- und Rechtsabbiegerspur unterteilt und stadtauswärts zweispurig geführt. Die Straßenbahnhaltestelle wird verlegt. Ein dort eingebauter Lift soll die Verbindung zum darüber liegenden Bahnsteig bilden. Die Höheneinschränkung der Bahnbrücke von 3,80 Meter entspreche nicht mehr den heutigen Vorgaben und wird deshalb entsprechend verändert. Auch an der Stresemannbrücke werde es geringfügige Veränderungen geben, unumgänglich sei eine neue Lichtzeichenanlage. Außerdem verknüpft eine Bushaltestelle den Regionalverkehr. So werde ein Knotenpunkt für Bahn, Bus und Straßenbahn entstehen. Weiterhin bedeute dies erhebliche Verbesserungen für den Verkehr der Bundesstraße.
Bereits 2007 wurden umliegende Grundstücke von der Stadt erworben, somit seien Probleme diesbezüglich weitgehend auszuschließen. Nach Erhalt des Bau- und Finanzrechts könnten Gespräche mit der Bahn AG Leipzig geführt werden. Federführend sei jedoch die Landesdirektion. Im Haushalt der Stadt sei der Bau 2011 eingeplant. Ob schon im nächsten Jahr begonnen werden könne, hänge von Genehmigungen ab. Fest stehe, dass nicht alles in einem Los fertig gestellt werden könne. Von etwa vier Bauabschnitten sei nach bisherigen Erkenntnissen auszugehen. Die GA-Mittel wurden vom Bund nicht gekürzt und könnten so in vollem Umfang eingesetzt werden. Zusätzlich sollen weitere förderfähige Teilbereiche durch Mittel aus anderen ,,Töpfen“ realisiert werden. Durch die Neueinrichtung der Straße hätten sich dort Möglichkeiten eröffnet. Der städtische Anteil der Kosten werde sich dadurch nicht verändern.
Für die geplante Bauzeit von zwei bis zweieinhalb Jahren werde sicher mit Einschränkungen in diesem Stadtbereich zu rechnen sein. Eine unumgängliche Bahnstreckenunterbrechung werde mit Schienenersatzverkehr überbrückt. Eine Sperrung der Gleise sei mit sechs bis neun Monaten zu veranschlagen. Die Straßenbahn soll weitgehend einspurig durch entsprechende Weichenstellung fahren, kurzzeitige Ausfälle seien jedoch nicht auszuschließen. Die Verkehrsführung der Fahrzeuge wird je nach baulicher Lage durch Umleitungen gekennzeichnet werden.
Nach Fertigstellung werden die Bahnhaltestellen Unterer Bahnhof, Chrieschwitz und Zellwolle wegfallen. Dafür soll mit dem Bahnhof Mitte eine umso attraktivere Möglichkeit geschaffen werden, die auch eine höhere Frequentierung zur Folge haben sollte und jede Stunde eine Verbindung gewährleistet. In Thüringen habe die Strecke bereits den stündlichen Rhythmus. Von Greiz bis Weischlitz sei bisher nur alle zwei Stunden ein Zug gefahren. Beispielhaft sei Gera, dort sei eine baugleiche Verknüpfungsstelle bereits erfolgreich in die Tat umgesetzt worden.
Von Stefanie Rössel
2010-01-12
Kommentar zu Plauen will trotz Krise Bahnhof-Mitte ?
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