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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Plauen scheitert vor OVG wegen Sonntagsöffnung

Stadt wollte alle vier Adventssonntage


Advents-Shopping In Plauen bleiben die vom Sächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) angeordneten Beschränkungen der Ladenöffnung im Advent bestehen. Einen Antrag der Stadt, die Entscheidung vom 9. November zu ändern, lehnte das Bautzner Gericht am Donnerstag ab.

Derweil geht die Diskussion um Änderungen am sächsischen Ladenöffnungsgesetz weiter. Nach einem Medienbericht planen CDU und FDP die komplette Freigabe der Geschäftszeiten an Werktagen.

Plauen wollte die Läden ursprünglich an allen vier Adventssonntagen öffnen. Dagegen ging die evangelische Landeskirche mit Verweis auf den Sonntagsschutz vor. Das Oberverwaltungsgericht genehmigte der Vogtlandstadt vor knapp einem Monat daraufhin nur noch die Öffnung am ersten und vierten Advent.

Den Änderungsantrag für diese Entscheidung begründete Plauen mit dem am Dienstag ergangenen Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Berliner Ladenöffnungen. Zwar hätten die Richter dort den Adventsbetrieb an Sonntagen eingeschränkt, hieß es. Wegen des angelaufenen Weihnachtsgeschäfts sei eine Neuregelung aber erst 2010 nötig. Eine solche Übergangsfrist sei auch für Plauen gerechtfertigt.

Nach Auffassung des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts begründeten diese Erwägungen keine Änderung des Beschlusses zu Plauen. Das Gericht habe die Vorbereitungen der Händler bereits in seiner ersten Entscheidung gewürdigt. Zudem könnten die Verhältnisse in Berlin und Plauen nicht verglichen werden, hieß es weiter.

Nach einem Bericht der «Sächsischen Zeitung» plant die CDU/FDP-Koalition im Freistaat die unbeschränkte Freigabe der Öffnungszeiten an Werktagen. Ab 2011 sollen Händler ihre Verkaufszeit an sechs Tagen rund um die Uhr selbst festlegen können. Ungeachtet der aktuellen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts soll es Kommunen weiter möglich sein, die Geschäfte an allen Adventssonntagen zu öffnen.

SPD und DGB reagierten mit scharfer Kritik. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Brangs, sprach sich gegen Änderungen aus. CDU und FDP wollten eine Marktpolitik ohne Regeln und Schranken fortsetzen. Wegen ihres Festhaltens an der Ladenöffnung im Advent warf er der Koalition Ignoranz vor. Ähnlich äußerte sich der sächsische DGB-Chef Hanjo Lucassen. Angesichts des Urteils des Bundesverfassungsgerichts seien die Pläne besonders empörend, betonte er. va

2009-12-03




Kommentar von _Kai Grünler am 03.12.2009; 17:19:39 Uhr

Kommentar zu Plauen scheitert vor OVG wegen Sonntagsöffnung

Ein Erfolg für die Familien. So können die im Handel tätigen Angestellten wenigstens an zwei Adventssonntagen bei Ihren Familien sein!

Kommentar von _Ralph Vogel am 03.12.2009; 23:22:15 Uhr

Kommentar zu Plauen scheitert vor OVG wegen Sonntagsöffnung

Zu Faul zum Arbeiten.
Was sollen Polizei, Eisenbahnen, Krankenhäuser, Feuerwehren und andere dazu dagen. Die müssen natürlich rund um die Uhr solchen verweigerern zu Diensten sein.Und geht es nach den Kirchen, haben wir bald wieder Scheiterhaufen und müssem tonnenweise Ablässe bezahlen.
Die Sache ist doch ganz einfach: Wer keine Lust hat, oder es, aus welchen Gründen auch immer, nicht machen will, soll sich einen anderen Job suchen.
Zur Erinnerung: Wir haben reinsten Kapitalismus. Der Kommunismus ist seit 20 Jahren Geschichte.

Kommentar von _Uhl, F. am 04.12.2009; 08:05:08 Uhr

Kommentar zu Plauen scheitert vor OVG wegen Sonntagsöffnung

Das Urteil ist ein Schlag ins Gesicht für Leute die für andere Leute da sind und das ganze Jahr über nach Dienstplan arbeiten müssen, egal ob Tag oder Nacht, ob Feiertag oder Sonntag. Gut man könnte natürlich sagen, die hätten ja auch Pfarrer oder Politiker oder Jurist werden könnnen.
Möchte mal wissen, was die Sesselpupser meinen würden wenn Ärzte, Pflegepersonal (Krankenhaus, Altersheim, mobile Pflege), Lokführer, Busfahrer, Straßenbahnfahrer, Polizisten, Beschäftigte bei Radio und Fernsehen, Theaterleute, Energieversorger, Seeleute, Feuerwehrleute, Gastronomen usw. auch an den Adventssonntagen die Arbeit niederlegen würden.

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