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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Plauen begrüßt erstmals US-Botschafter

Philip Murphy zu Gast in der Spitzenstadt

  160410 US Botschaft Plauen – Die Stadt Plauen hat erstmals Besuch vom Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika bekommen. „Es ist für mich eine große Ehre heute hier zu sein“, sagte Philip Murphy zu Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer. „Es ist für mich ein besonderer Tag.“

 

Fotostrecke:
>>US-Botschafter Philip Murphy zu Gast in Plauen

Los ging dieser im Kultur- und Kommunikationszentrum Malzhaus. Hier traf der amerikanische Diplomat mit mehr als 50 Schülern zusammen, die vom Diesterweg Gymnasium, der Friedensschule und dem Berufsschulzentrum e.o.plauen kamen. Jugendliche der Friedens-Mittelschule überreichten dem Botschafter eine Informationsmappe ihrer 100-jährigen Bildungseinrichtung.

Die rund 90-minütige lebendige Gesprächsrunde, auf der zum Großteil Englisch gesprochen wurde, bot den Jugendlichen eine einzigartige Möglichkeit mit Veteranen und Zeitzeugen des zweiten Weltkrieges ins Gespräch zu kommen. Neben Murphy saßen auf dem Podium fünf ehemalige US-Soldaten, darunter Teilnehmer des Liberty Convoys.

Besonders interessant fanden viele der Schüler die Eindrücke der Zeitzeugen, sagten sie im Anschluss dem Vogtland-Anzeiger. Die fünf Amerikaner waren damals die ersten, die Plauen über die Pausaer Straße erreichten. Sie schilderten noch einmal ihr Eindrücke und damaligen Erlebnisse. Sagten aber auch, wie die Stadt heute auf sie wirkt. Vor allem als der 87-jährige Tom Stafford davon erzählte, wie er mit Unterstützung versuchte, die Elsterbrücke vor deren Sprengung zu schützen, wurde die Geschichte für die Jugendlichen spürbar wieder lebendig, die damit erstmals auch hautnah konfrontiert wurden.

„Es ist ein Erlebnis. Man kriegt noch einmal ein anderes Bild vom zweiten Weltkrieg. Es war eine wichtige Erfahrung, mit solchen Leuten zu sprechen“, sagt der 16-jährige Lino Markfort. „Es war sehr aufschlussreich und hat sich gelohnt. Auch die Ratschläge die der Botschafter uns geben hat“, fügt der 16-jährige Gabriel Stolze an. Beide sind Schüler des Diesterweg Gymnasiums. Nicht nur die Jugendlichen stellten Fragen, auch Botschafter Philip Murphy wollte einiges von den Schülern wissen und fragte unter anderem, wie die jungen Menschen in Plauen leben. Aber auch den ein oder anderen kulinarischen Tipp holte sich der Amerikaner, sagt Malte Striegler, ebenfalls vom Diesterweg Gymnasium.

Der Botschafter rückte bei der Diskussionsrunde vor allem die deutsch-amerikanischen Beziehungen früher und heute in den Mittelpunkt. „Plauen ist eine sehr wichtige Stadt für uns“, sagte Murphy.

Nach einem Mittagessen traf sich der Amerikaner mit Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer und Spitzenprinzessin Sophie Gürtler im Alten Rathaus. Im Trausaal erzählte der OB einiges zur Geschichte des Rathauses. „Das Gebäude wurde gebaut, da war Amerika noch gar nicht entdeckt“, scherzte der Stadtchef. Neben historischem stellte Oberdorfer auch einige Vertreter der Wirtschaft vor, die unter anderem in die USA exportieren.

Fast überhäuft wurde Botschafter Murphy mit Aufmerksamkeiten aus der Stadt. Ein ganzer Tisch voll Geschenke stand bereit. Oben drauf bekam der Diplomat noch ein eingerahmtes Bild vom Plauener US-Konsulat, das es bis 1905 am Albertplatz gab. Überreicht wurde auch eine Krawatte aus Plauener Spitze. Nach dem Eintragen ins Goldene Buch der Stadt Plauen gab es ein frisches Sternquell-Bier für den Botschafter, der auf seine Uhr schaute uns sagte, dass er eigentlich erst ab 14 Uhr Alkohol trinkt.

Am Nachmittag stand ein Stadtrundgang auf dem Programm. Oberdorfer führte Murphy und Consul General Katherine Brucker aus Leipzig zu den wichtigsten Punkten in der Innenstadt. Beim nächsten Besuch will Brucker und Murphy vom Rathausturm aus auf Plauen schauen, sagten sie beim Rundgang. Der Oberbürgermeister lud die beiden dann noch zur Einweihung des Wende-Denkmals im Oktober ein.

Von Martin Reißmann

Fotostrecke:
>>US-Botschafter Philip Murphy zu Gast in Plauen

 

2010-04-16




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