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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Obdachlose Plauener leiden unter Kälte

030212 FrostFrostschutz ist angesagt für Mensch, Tier und Fahrzeuge. Das sibirische Kältehoch "Cooper" fährt seine eisigen Krallen aus. Mund zu, Mütze auf, Zwiebelschicht tragen und positiv denken kann ein Wärmeschutz sein für frostige Vogtländer.

Plauen/Erlbach - Brutale minus 23 Grad hatten am Donnerstagmorgen die Erlbacher zu verkraften. Gefühlt war es durch den Wind noch eisiger. Anderswo im Vogtland war es nur wenig "wärmer".

Vor allem obdachlose Menschen leiden unter den frostigen Temperaturen. In Plauen gebe es nach Aussage von Dr. Hartmut Denkewitz, Leiter der Diakonie Plauen/Oelsnitz, 106 Frauen und Männer, die wohnungslos oder in sozialen Schwierigkeiten sind und von der Diakonie ein Unterkunft bekämen. Müssen Obdachlose normalerweise am Morgen ihre Notunterkunft verlassen, dürfen sie jetzt länger bleiben.

"Schließlich wollen wir nicht, dass jemand erfriert", sagte Dr. Denkewitz. Auch eine warme Mahlzeit werde Ankömmlingen gereicht. "Falls die Polizei auf der Straße bei der klirrenden Kälte einen Obdachlosen aufgreift, steht bei uns per Notruf jemand bereit, der einen Platz zum Schlafen richtet sowie Essen und Trinken reicht. Es gibt eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt Plauen und dem Vogtlandkreis", betont der Diakoniechef. Es gebe aber immer wieder Obdachlose, die auf der Straße bleiben wollen. "Diese versuchen wir zu überzeugen, ins Haus zu kommen."

Wichtige Tipps haben Experten bei so viel Frost auch in Sachen Trinkwasserleitung. Ratsam sei, so Jürgen Hadel vom Zweckverband Wasser/Abwasser Vogtland (ZWAV), gezielt nach der Wasseruhr Ausschau zu halten. Die ist häufig in kaum beheizten Kellerräumen installiert und kann schon bei knapp unter 4 Grad Celsius den Geist aufgeben. "Dann platzt das Glas, bekommt einen Riss und Wasser läuft aus", mahnt Hadel die Vogtländer zur Vorsicht. Da helfe auch das warme Einpacken der Wasseruhr wenig. Besser sei, eine Wärmequelle zu installieren und die Kellerfenster bitte zu schließen.

Auch die Hausanschlüsse an Außenwänden seien zu überprüfen. "Manche Leitungsteile sind nicht frostfrei in der Erde verpackt, wie unsere Hauptleitungen", weiß der Fachmann. Für den 24-Stunden-Havariedienst des ZWAV blieb es gestern zum Glück stressfrei.

Sorgenvoll blickt Henry Schulz von der Agrargenossenschaft Tirschendorf auf die dünne Schneedecke. "Die könnte bei der Kälte ruhig etwas dicker sein", wünscht sich der Chef für die vogtländischen Landwirte. Allerdings seien für Winterraps und alle Wintergetreide Wechselfröste noch viel schlimmer. Dann wechseln die Pflanzen vom Wachstumsschub in frostfreier Zeit zurück in die Froststarre und die Wurzeln nehmen Schaden. Gleichbleibender Dauerfrost ist den Landwirten da schon lieber.

Ob die Schneedecke genug Schutz geboten hat, werde sich ohnehin erst im Frühjahr zeigen. Herny Schulz selbst hält es mit dem bewährten Zwiebelprinzip, um sich selbst warm zu halten. Tüchtig zugeheizt wird bei den Tierbeständen. "Vor allem bei den Läufern, den kleinen Schweinchen, ist der Wärmebedarf recht groß. Wichtig ist hier eine konstante Temperatur im Stall", weiß Herny Schulz. Tierisch viel zu tun haben auch die Mitarbeiter im Klingenthaler Tierpark. Dort leben schließlich neben Esel, Bergziege und allerlei Gefieder auch Exoten. "Unser persischer Leopard liebt Wärme.

Der kommt bei der Hundskälte gar nicht vor die Tür", bestätigt Tino Richter. Auch die aus Asien stammenden Rhesusäffchen schütteln sich, sobald sie die sibirische Kälte spüren und wollen freiwillig in der warmen Stube bleiben. "Auch wenn sich die Tiere gut an das vogtländische Klima gewöhnt haben, jetzt ist es einfach zu frisch für Freiluftaufenthalte", sagt der Tierpfleger der Klingenthaler Einrichtung, die übrigens im nächsten Jahr 50. Geburtstag feiern kann.

Morgen wird voraussichtlich der kälteste Tag - dann liegen die Temperaturen in weiten Teilen Sachsens auch am Tag im zweistelligen Minusbereich. mad, M. T.

2012-02-03




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