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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Philips: Plauener Belegschaft kämpft für Standort
Plauen – „Unser Ziel ist klar: Die H4-Lampe, das Herzstück unserer Produktion, muss in Plauen bleiben. Wir werden Zähne zeigen und um den Erhalt der 150 Arbeitsplätze und unseres Betriebes kämpfen“, rief am Donnerstag unter großem Beifall der Betriebsratsvorsitzende Andreas Rother, den weit über 300 Mitarbeitern zu.
Gewerkschaft und Betriebsrat hatten zu einer Betriebsversammlung vor die Tore der Philips Technologie GmbH (Narva) eingeladen. Auch Betriebsräte der manroland Plamag und Neoplan stärkten den Narva-Kollegen den Rücken. Und um diese Geschlossenheit geht es auch Karl Hegner, Gewerkschaftssekretär der IG Metall. „Wir müssen gemeinsam um den Erhalt der Plauener und vogtländischen Unternehmen und damit um eine Zukunft für unsere Kinder kämpfen“, sagte er mit einem Appell auch an die Bevölkerung, „wie ’89 mit auf die Straßen zu gehen“, wenn noch vor der Urlaubszeit ein Sternmarsch organisiert wird. Heute soll es beim Monatstreffen der Betriebsräte genau um eine solche Protestaktion gehen. Und sollte sich die Philips-Konzernleitung gegen einen Zukunftssicherungsvertrag, den Betriebsrat und Gewerkschaft anstreben, stemmen, so ist laut Hegner auch ein Streik nicht ausgeschlossen.
Inzwischen habe sich der Betriebsrat mit Jutta Gerstner aus Dresden rechtlichen Beistand geholt. Und auch die Werksleitung beauftragt, einen Wirtschaftsprüfer alle Zahlen durchrechnen zu lassen, weil der Glaube an eine um 70 Prozent billigere Produktion in Polen fehle. „Und wenn, dann ist Polen schon 20 Jahre billiger. Es ist einfach unverschämt den Leuten, die 20 Jahre fleißig gearbeitet haben und dies auch weiter tun wollen, zu sagen, ihr seid zu teuer. Und nur, weil die Geldgier der Aktionäre immer größer wird“, schimpfte Hegner.
Sauer reagierte die Belegschaft auf einen Treffen des Landrates Dr. Tassilo Lenk und des CDU-Bundestagsabgeordneten Robert Hochbaum allein mit der Geschäftsführung. „In Verlautbarungen wie Stärkung der Wirtschaft und Erhalt der Arbeitsplätze habe Priorität, sind sie groß. Doch war zählen diese, wenn man sich nicht traut, den Betroffenen in die Augen zu blicken oder mit dem Betriebsrat zu reden“, wettert der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Bernd Michalik. Überhaupt forderte er mehr Engagement der Regionalpolitiker angesichts der erschreckenden Zahl gefährdeter Unternehmen. Viel Beifall erhielt der ehemalige Betriebsrat und CDU-Fraktionsvorsitzende im Plauener Stadtrat, Hansjoachim Weiß, der seine Kollegen ermunterte, wie schon in der Vergangenheit im Kampf um die Narva nicht nachzulassen.
“Ein Rad löst sich immer dann, wenn eine Schraube weg ist. Also lassen wir es gar nicht soweit kommen“, sagte Bernd Zimmermann von manroland Plamag:. „Wie lange wollen wir uns das noch anschauen, dass Betriebe, die schwarze Zahlen aus Gewinnsucht kaputt gemacht werden?“ Frank Hilpert, stellvertretender Betriebsrat von Neoplan erklärte, dass momentan Verhandlungen in seinem Unternehmen zu einem Zukunftssicherungsvertrag liefen. „Jetzt geht es noch um die Investitionssumme für eine Ersatzproduktion, wenn der Rohbau in Polen erfolgt. Nur so können wir Jobs sichern.“ M. T.
Zum Thema:
Kommentar zu Philips: Plauener Belegschaft kämpft für Standort?
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Kommentar von _einem Ehemaligen am 21.05.2010; 12:24:29 Uhr
Kommentar zu Philips: Plauener Belegschaft kämpft für Standort
"Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!" oder frei nach dem Motto was interessiert mich mein Geschwätz von gestern... Ab einem Jahresgehalt von über 40.000 € geht die Moral flöten. Hinhaltetaktik, Halbwahrheiten, Lügen. Lasst euch das nicht gefallen !!! Egal, wie der Winter in Lottengrün war! Auf einen heißen Sommer - nicht nur in der Brenndauer und neben der "Quetsch".