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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Neuer Theater Intendant zu Gast in der Redaktion
Plauen – Vogtlandtheater Plauen am 22. August: Dann erfolgt die erste Premiere des Theaters Plauen-Zwickau in dieser Spielzeit – bis Saisonende sollen 31 Premieren und 27 Konzerte folgen in den beiden Städten. Allein am zweiten Oktober-Wochenende sollen es acht Premieren sein.
Der neue Generalintendant Roland May hat sich einiges vorgenommen: Viel machen – mit wenig (Geld), Altes bewahren – mit neuen Schauspielern, Neues wagen – mit bewährten Künstlern. Dabei lässt er keinen Zweifel, wer der Boss ist. „Theater werden nach feudalen Gesetzen geführt. Das ist wie beim Fußball: Einer muss die Verantwortung übernehmen“, sagt der 54-Jährige in einem Redaktionsgespräch des Vogtland-Anzeigers.
Vorschusslorbeeren muss May dabei nicht aus dem Weg räumen. Zu groß ist die Skepsis in einer Region, die für das Theater brennt: Wie konnte es May wagen, 60 Prozent der Solisten zu kündigen? „Das ist an ostdeutschen Theatern noch ungewohnt“, sagt „Ossi“ May und äußert Verständnis, dass viele Angst haben vor Neuem – und fast 15 Prozent Abo-Kündigungen eingegangen sind. Doch alles werde gar nicht umgekrempelt: „An tolle Sachen – Evita zum Beispiel – wollen wir anknüpfen: Alles andere wäre dumm. Aber wir wollen das Publikum verführen, Neues kennen zu lernen.“
Das Motto der Spielzeit heißt „anders leben“. May kündigt an, dass die Theaterleute mit den Besuchern erkunden wollen, wie Geschichte, Gegenwart und Zukunft sinnlich erlebbar gemacht werden kann – in einer rasant sich ändernden Welt. „Ist die nächste Wende schon in Sicht?“, heißt eine Diskussion am 11. Oktober, die an die Ereignisse vor 20 Jahren erinnert und Bezug nimmt auf die gegenwärtige Wirtschaftskrise. „Die Frage ist: Können, dürfen, wollen wir so weiterleben wie bisher.“ Erster Prüfstein des Bemühens, Antworten zu geben auf Fragen der Zeit ist May zufolge das zweite Oktoberwochende mit vier Premieren (Tanz, Drama, Schauspiel, Oper), Diskussionen und Rahmenprogramm – jeweils in Plauen und Zwickau: „Wir wollen zeigen, welchen Kraftakt wir meistern können.“
Die 340 Beschäftigten des fusionierten Theaters sind gefordert wirtschaftlicher zu arbeiten. „Wir wollen die Quote der selbst erwirtschafteten Mittel erhöhen – auf zehn Prozent. Das wären 1,7 Millionen des 17-Millionen-Euro-Haushalts“, sagt May und will das erreichen mit einem eigens dafür eingestellten Orchester-Manager und mehr Gastspielen, vor allem in die alten Bundesländer.
Aber auch Häuser der Region sind ein Thema, das König Albert Theater in Bad Elster zum Beispiel. „Warum müssen die Sächsischen Landesbühnen aus Radebeul dort spielen?“, fragt der neue Intendant. Eine Frage ist auch, wie das Zusammenwachsen des fusionierten Theaters Plauen-Zwickau befördert werden kann. Bisher ist es zum Beispiel nicht möglich, Eintrittskarten für Zwickau in Plauen zu kaufen.
Die Beschäftigten des Theaters arbeiten nach einem Haustarifvertrag – sie bekommen weniger Lohn. 2011 läuft diese Regelung aus: Dann fehlen jährlich mindestens drei Millionen Euro. Auch eine Frage, deren Lösung den neuen Intendanten beschäftigen muss. Und sicher auch ein Grund, warum die Gesellschafter des Theaters, die Städte Plauen und Zwickau, dem neuen Intendanten im ersten Jahr nicht aufgetragen haben zu inszenieren. „Ich soll die Produktion ins Laufen bringen“, sagt May – und ein bisschen Bedauern ist zu hören: Inszenieren ist seine Passion, wie es scheint. Die schönste seiner Inszenierungen? „Immer die letzte: Also Shakespeares ,Sommernachtstraum“ am Zittauer Theater.“
Die Liebe zum Theater hat May eigener Schilderung zufolge als Heranwachsender in Potsdam eingeimpft bekommen: Am Hans-Otto-Theater, einer ausgezeichneten Spielstätte, die viele DDR-Schauspieler als Sprungbrett zu Berliner Bühnen benutzt haben. Als junger Mensch hat May auch Staub gewischt in Potsdam-Babelsberg, dort wo die meisten DDR-Spielfilme entstanden. Zum Beispiel hat er in „Tambari“ mitgespielt, einem Film mit Schauspiellegende Erwin Geschonneck nach einem Kinderbuch von Benno Pludra. „Und ich war der junge Mann an der Schießbude in ,Die Legende von Paul und Paula’ “ ufa
2009-07-15
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