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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Pfandleihhaus Plauen ist oft Retter in der Not

301209 PfandhausPlauen – Das Haus in der Schulze-Delitzsch-Straße 18 in der Ostvorstadt ist eine feste, diskrete Institution für viele Menschen in der Region. Im Erdgeschoss befindet sich das Pfandkredithaus Plauen, das einzige weit und breit. Seit fast zehn Jahren führt Andrea Reimann ihr Geschäft, ein hartes, zähes, Geduld erforderndes, wie sie sagt.

 

Ihr Hauptmetier ist die Beleihung von Wertgegenständen aller Art sowie der An- und Verkauf von Schmuckwaren sowie dem Altgoldankauf. Dabei müsse man schon genau hinsehen, was welches Stück für einen Wert habe.


Die Klingel schellt. Wie an jedem Öffnungstag tönt es häufig an der Ladentür. Die öffnet die Diplomkauffrau und Diamantengutachterin per Knopfdruck hinter einer dicken Panzerglasfront sitzend. Das Geschäft im Pfandkredithaus braucht neben Diskretion auch Sicherheit.


Eine ältere Dame betritt den kleinen Vorraum, der eine Auswahl an einst beliehenen Waren ausstellt: Kinderfahrrad, Mountainbike, Computerbildschirme, zwei Ständer voller DVDs und eine schöne alte Wanduhr. „Ich möchte meinen alten Schmuck, da sind auch Erbstücke darunter, loswerden“, sagt die Rentnerin. Sie verkauft ein paar Stücke, Ringe und andere Teile, weil die eh nur daheim herumlägen, so die Dame. Fachkundig schaut sich die Pfandkredithausexpertin die Ware an. Der errechnete Erlös wird sofort ausgezahlt.


„Mit den Jahren sind mehr und mehr Kunden gekommen, wobei diese alle keine Bittsteller sind“, legt Reimann Wert auf diese Formulierung. „Die Leute haben etwas zu bieten, wenn sie Gegenstände mitbringen – danach bekommen sie Geld und die Gründe für ihr Kommen sind so vielfältig wie das Leben“, weiß sie.
Ein Mann, so um die 40, kommt in den Laden. Er löst einen Wertgegenstand aus: Seinen transportablen, kleinen Computer will er wieder mit nach Hause nehmen. Das macht die Beleihungssumme plus Zinsen, die Auslösung ist abgeschlossen.


„Es ist manchmal so, dass das Geld knapp wird, dann komme ich hierher und bringe meinen Laptop vorbei, und bekomme dafür eine Summe“, sagt der Plauener.
„Rentner sind auch öfteren hier. Man kann schnell mal einen Engpass haben“, weiß Reimann. Die Waschmaschine geht kaputt, die Reparatur kostet hundert Euro, die Rente reicht nicht, also wird ein Erbstück beliehen, nennt die Pfandhausfrau ein Beispiel. Wenn sich der Monat dem Ende zuneigt, steht schon mal eine Menschenschlange vor Reimanns Laden. Die Leute wollen über die Runden kommen, gerade jetzt in den schwierigen Zeiten scheint es schwieriger zu sein mit dem alltäglichen Durchkommen. „Doch nicht nur Menschen mit schmalen Budget erscheinen, auch solche, die mal eben schnell etwas Geld brauchen oder wo das Gehalt nicht gleich auf dem Konto ist. Oder es schauen Leute bei mir vorbei, die Gold kaufen oder verkaufen wollen“, erzählt die Diplomkauffrau Reimann. „Mitunter beleihen Menschen Gegenstände sogar nur für einen Tag“, so Reimann.


Sie mag ihren Beruf. Sie komme mit vielen Menschen, jung und alt und aus allen möglichen Schichten der Gesellschaft zusammen und erfahre viel. Mitunter entstehen auch beinahe persönliche Beziehungen, weil die Geschichten um die Wertgegenstände voller Leben, Schicksale und Anekdoten stecken.
Und dass die Wertgegenstände am Ende ihres Beleihens und des mehrmaligen Verlängerns durch den Kunden schließlich alle bei einer Auktion landen würden, sei eine Legende, weiß die Pfandkredithausfrau. „90 Prozent der Waren gehen an die Kunden zurück.“ Frank Blenz




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