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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Greiz weiht Vogtlandhalle ein
Greiz – Die Stadt Greiz schlägt neue Töne an: Morgen wird die Vogtlandhalle eröffnet – ein Prunkstück für 22 Millionen Euro.
Mit 16 850 Tonnen ist es zweifelsfrei eine gewichtige Angelegenheit. Doch nicht nur die 6800 Kubikmeter verbauter Beton und die 850 Tonnen verbauter Stahl stehen für das imposante Erscheinungsbild der neuen Vogtlandhalle. Mit der Eröffnung will die Stadt in eine neue kulturelle Ära starten. „Ich bin mir sicher, die Vogtlandhalle wird das kulturelle Zentrum der Zukunft für Greiz“, sagt der Bürgermeister Gerd Grüner (SPD).
Rund zweieinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich am 22. September 2008 wartet die mit Gesamtbaukosten in Höhe von 22 Millionen Euro größte Investition der Kommune in den vergangenen 20 Jahren nun auf ihre feierliche Eröffnung. Und da der Neubau eines multifunktionalen Kulturbaus in wirtschaftlich angespannten Zeiten keine alltägliche Sache ist, übernimmt Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) diesen festlichen Akt. Musikalisch umrahmt wird die seit langem ausverkaufte Eröffnungsgala, wie sollte es anders sein, von der Vogtland Philharmonie Greiz-Reichenbach, die im Haus einen Orchesterproberaum bekommt, der höchsten akustischen Wünschen lässig standhält.
Apropos Akustik. Der Große Saal der Vogtlandhalle ist mit einer elektro-akustischen Nachhallsimulation ausgerüstet, so dass auch das Publikum im Wortsinn viel mehr als bisher auf die Ohren bekommt. „Ohne zu übertreiben, das System bietet die wohl beste Akustik verglichen mit den Häusern im weiten Umland“, verspricht André Zien, Technischer Leiter der Vogtlandhalle. Allein für die Nachhallsimulation seien 100 Lautsprecher im Großen Saal verbaut, die es per hochkomplexer, elektronischer Ansteuerung ermöglichen würden, den Raumklang von einem Studio bis hin zu einer Kathedrale zu simulieren.
Regulierbar ist im Saal allerdings nicht nur die Akustik, auch der Raum selbst lässt sich anpassen. So kann die Platzkapazität von 500 Plätzen dank einer Auszugstribüne auf 800 erhöht werden, und eine Stufung der Stuhlreihen ist ebenso möglich wie eine ebenerdige Ausrichtung des Bodens, so dass der Saal sowohl für Theater- und Konzertveranstaltungen als auch für Bälle oder Messen nutzbar ist. Darüber hinaus bietet die Vogtlandhalle eine Studiobühne mit 150 Plätzen, die parallel zum Großen Saal bespielt werden kann. Tagungsräume, eine Gaststätte sowie Ballettsaal, Garderoben und Büros für Verwaltung und Greizer Vereine beherbergt das Gebäude ebenfalls. Mit der morgigen Eröffnung des Hauses für geladene Gäste und einer weiteren, ebenfalls ausverkauften Eröffnungsgala am Samstag wird auch ein Teil der Neugestaltung des Greizer Goetheparks fertig gestellt, sagt Bürgermeister Grüner.
Und zugleich sind die Tage des alten Greizer Theaters, dass seit 1899 für Bühnenkunst genutzt wurde, gezählt. Ab Mai fällt das Gebäude der Abrissbirne zum Opfer. Auf dem frei werdenden Grundstück entstehen neben weiteren Grünflächen 45 Parkplätze, die von den Besuchern der Vogtlandhalle genutzt werden. Der Bau, der aus Finanzierungsgründen über die Greizer Freizeit- und Dienstleistungs GmbH & Co. KG, einer Tochtergesellschaft der Stadt Greiz, abgewickelt wurde, ist mit der Eröffnung fast abgeschlossen. Die weiterhin in Trägerschaft der Kommune befindliche und mit jährlich rund 600 000 Euro bezuschusste Vogtlandhalle muss nun mit Leben erfüllt werden. Erste Programmhöhepunkte sind im März und im April ein Konzert mit den DDR-Altstars Chris Doerk und Frank Schöbel, eine Irish-Dance-Show sowie eine Musical-Gala oder das schon jetzt ausverkaufte, von Uta Bresan präsentierte MDR-Wunschkonzert.
Von Karsten Schaarschmidt
2011-03-17
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