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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Vier Löwen wollen in Plauen den Weltrekord
Plauen – Wer derzeit im Sportpark Plauen vorbeischaut, der kann Teil eines Weltrekordversuchs werden. Ein Schweizer will bis zum Nachmittag 1400 Kilometer auf einem Rad fahren.
Absolut siegessicher und hoch motiviert schien der Schweizer Extremsportler Mehrzad Shirvani vor Antritt zu seinem Weltrekordversuch. Seit gestern 17 Uhr sitzt er auf einem Spinning-Rad. In 24 Stunden möchte er zusammen mit drei weiteren Ultrasportlern mindestens 1400 Kilometer zurücklegen und damit den bisherigen Rekord von mehr als 1377 Kilometer knacken.
„Wenn man sich nicht sicher ist, braucht man nicht anfangen“, sagt der Schweizer. Bei seinem Sportgerät handele es sich um ein ganz normales Spinning-Rad. Nur Lenker und Sattel wurden verändert. Der so genannte 24-Stunden-Indoor-Cycling Guinness-Weltrekordversuch wird rund um die Uhr ärztlich und notariell überwacht. Betreut wird Shirvani über die gesamte Zeit von Frank Trtschka. Im Frühjahr war der Schweizer Trtschkas Trainer beim Rekordversuch 200 Stunden nonstop Ergometerfahren. So kam unter anderem auch die Verbindung zustande, dass der Schweizer seinen Rekordversuch im Sportpark Plauen austrägt.
„Bei dem Versuch geht es nicht um die Zeit, sondern um die Kilometer“, erklärt Coach Trtschka, der fest an seinen Mentor glaubt. „Einen Plan B gibt es nicht.“ Acht Monate habe sich Shirvani auf den 24-Stunden-Ritt vorbereitet. Ans Limit der körperlichen Belastbarkeit geht der 51-Jährige seit mehr als 20 Jahren. 1989 fuhr er 24 Stunden nonstop Mountainbike, 1993 saß er 216 Stunden auf dem Rennrad, 1997 wurde er schnellster Mann der Welt und legte 1000 Kilometer in fast 33 Stunden auf dem Rennrad zurück. Weitere Rekorde stellte „The King of Nonstop“, wie er genannt wird, 2003, 2005 und 2009 auf. Wenn Mehrzad Shirvani sich nicht selbst irgendwo auf der Welt an einem Rekordversuch probiert, organisiert er Extremsport-Veranstaltungen für andere Sportler und trainiert sie.
Den Rekord im Sportpark holt Shirvani nicht alleine. An seiner Seite sind die beiden Schweizer Fitnesstrainer Samuel Marchand und Ludovic Flühmann sowie die Plauenerin Stephanie Hermann. Marchand fuhr in diesem Jahr die Schweizradrundfahrt mit 1200 Kilometer nonstop in 48 Stunden. 2011 will er die Grönlanddurchquerung in weniger als 14 Tagen schaffen. Flühmann und Hermann sind dabei, um sich auch für einen Weltrekordversuch in zwei Jahren vorzubereiten. Anvisiert wird eine Indoor-Weltumrundung. Traniert werden die beiden „Nachwuchsextremsportler“ ebenfalls von Shirvani.
Der laufende Weltrekordversuch kommt auch einem guten Zweck zugute. Der Sportpark Plauen hat sich entschieden, die Hälfte des Umsatzes in den 24 Stunden dem Plauener Sozialverein Karo zu spenden. Dazu kommen die Gelder, die während der Aktion in einer Spendenbox gesammelt werden und die Startgebühren der Sportler, die ebenfalls sich an der Aktion beteiligen wollen. Mehrzad Shirvani kündigte vor seiner 24-Stunden-Aktion an, dass er künftig weitere Weltrekordversuche in Plauen absolvieren will.
Von Martin Reißmann
2010-11-24
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