Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Aktuelle Umfrage:

Aktuelle Umfrage: "Autofahrer sollten sich aller 15 Jahre einem Fahrtauglichkeits-Check unterziehen. Dies fordert Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD). Im Visier sind vor allem ältere Verkehrsteilnehmer. Würden Sie sich einer derartigen Untersuchung unterziehen?"



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Verkehrschaos im Vogtland

161210 SchneechaosPlauen – Ergiebige Schneefälle, Schneeverwehungen und Schneeglätte haben für ein Verkehrschaos im Vogtland gesorgt. Auf zahlreichen Straßen ging am Mittwoch nichts mehr.

 

Vor allem Schneeverwehungen und quer stehende Lkw sorgten für Behinderungen. Die Räumfahrzeuge kamen an vielen Stellen nicht mehr durch. Auch bei der Bahn sorgten Schneeverwehungen für Verspätungen und Ausfälle. Die Vogtlandbahn konnte wegen umgestürzter Bäume nicht fahren, viele Straßen und Grenzübergänge mussten gesperrt werden. Erfreut über die Schneemassen dürften Tausende Schüler sein: Im Vogtland fällt wegen der schwierigen Lage auf den Straßen der Unterricht bis Ende der Woche aus.


Probleme gab es auch im regionalen Busnahverkehr, weil viele Strecken nur noch eingeschränkt oder gar nicht befahren werden können. Im Vogtlandkreis wird bis Ende der Woche der Schülerverkehr komplett eingestellt. Wie das Kultusministerium mitteilte, gibt es bis Ende der Woche daher keinen regulären Unterricht mehr. Von den 385 000 Schülern des Freistaates können 160 000 zu Hause bleiben. Eine Notbetreuung für Schüler, die ihre jeweilige Schule sicher erreichen können, ist nach den Angaben sichergestellt. Am Montag soll nach bisherigen Planungen wieder der reguläre Schulbetrieb aufgenommen werden.


Ein ungewöhnliches Bild bot sich gestern vor Unterrichtsbeginn vor der Weischlitzer Mittelschule: Kein Licht in den Räumen, keine Schüler, keine Busse und Pkws, die alles zuparkten. Die Schule hatte den Unterricht abgesagt. Nur eine Handvoll Lehrer war vor Ort. Nachdem beschlossen wurde, dass es keinen Schülerverkehr geben wird, entschied sich die Mittelschule für einen generellen Ausfall des Unterrichts. Das fand auch der MDR interessant und schickte prompt ein Drehteam vorbei. Ins Auerbacher Goethe-Gymnasium kamen gestern nur vier Schüler, den Weg ins Rodewischer Pestalozzi-Gymnasium fanden nur drei Kinder. „Als wir Dienstag erfahren hatten, dass die Busse nicht fahren werden, haben wir allen Schülern per Telefonkette Bescheid gesagt. Die sind dann zu Hause geblieben“, so Dr. Jörg Oettler, stellvertretender Schulleiter an der Pesta. In der benachbarten Rodewischer Schillergrundschule allerdings trafen wackere 216 von insgesamt 240 Kindern ein. Dort findet laut Schulleiter Gunter Konrad auch heute regulär Unterricht statt. Allerdings sei es den Eltern selbst überlassen, ob die Kinder heute und morgen in die Schule gehen oder nicht.

 

Am Reichenbacher Goethe-Gymnasium wollten gestern trotz Schnee 120 von 583 Schüler etwas lernen, an der Lernförderschule Cunsdorf bei Reichenbach 16 von 117. Diese Schüler kommen aus dem ganzen Vogtland und seien auf Busse angewiesen, so die Schulleiterin. Auch an der Bobenneukirchener Grundschule fällt der Unterricht aus, jedoch ist von 8 bis 12 Uhr ein Notdienst zur Betreuung der Kinder eingerichtet. Auch der Hort sei besetzt, so Schulleiterin Katrin Ebert.
„Es gibt keinen Sprit mehr“ – diese Nachricht ließ manchen Autofahrer gestern noch eilig an die Tankstelle fahren. Im Vogtland blieben Treibstoff-Lieferungen aus. Nach Angaben einzelner Tankstellenpächter reichen die Vorräte derzeit noch für zwei Tage, Diesel ist bereits jetzt zum Teil ausverkauft. Wie das Serviceteam der Shell-Tankstelle in Plauen mitteilt, gibt es zwar noch Notreserven, aber wie lange diese reichten, könne niemand sagen. Hinzu komme, dass die Benzinpumpen im Winter anfälliger für Komplettausfälle wären. Dieser Faktor würde durch geringere Benzinvorräte noch verstärkt, heißt es von offizieller Seite. Ob wirklich jeder Kunde bedient werden könne, sei nicht zu sagen.


 An der Falkensteiner Aral-Tankstelle war gestern Abend bereits weder Diesel noch Super zu haben. Die Autofahrer können hier auf höherwertigen Kraftstoff zum gleichen Preis zurückgreifen. Die anderen Tankstellen der Region, wie Total oder Agip, betonen zwar, dass es bei ihnen noch keine Engpässe gebe und die Kunden nach wie vor bedient werden können. Wie lang man dies aber noch garantieren könne, wagte niemand zu sagen.


 In den nächsten Tagen werde man sehen, wie sich die Lage entwickelt. Alle Tankstellen, auch Shell, gehen davon aus, in keine Notsituation zu geraten. „Die Sicherheit unserer Fahrer geht vor. Wenn es nicht weitergeht, muss der Fahrer die Fahrt abbrechen“, so Aral-Sprecher Detlef Brandenburg aus Bochum. Mit bis zu 50 000 Litern Kraftstoff geht so ein Truck auf Tour.


Auf einer Länge von 45 Kilometern mussten sich die Autofahrer gestern auf der A 72 zwischen Reichenbach und Chemnitz auf stockenden Verkehr und Stau einstellen. Noch schlimmer erwischte es die Brummis auf der A 9. Auf 15 Kilometer Länge kam bei Schleiz nach Polizeiangaben der Verkehr für Lastwagenfahrer völlig zum Erliegen, nachdem gegen 3.30 Uhr ein Gefahrguttransporter mit Ethanol ins Schleudern geraten und umgekippt war. Der Umleitungsverkehr durch die Stadt Schleiz brachte führte den Verkehr auch hier zum Kollaps. Seit dem Morgen waren bereits die Grenzübergänge Reitzenhain, Deutscheinsiedel und Olbernhau gesperrt, Schneekettenpflicht bestand am Grenzübergang Schönberg.


Aufgrund der massiven Schneefälle bleibt die Vogtland Arena bsi voraussichtlich morgen für Besucher geschlossen. „Vor allem auf den Bäumen im Gelände, speziell entlang des Aufzuges Wie-Li, iegen riesige Schneemassen und wir können nicht einschätzen, ob die Bäume dieser Last standhalten“, sagte Geschäftsführer Alexander Ziron. Nach Angaben der Meteorologen fielen im Vogtland stellenweise bis zu 40 Zentimeter Neuschnee. Starker Wind und Sturmböen sorgten zudem immer wieder für Verwehungen. Die Unwetterwarnung wurde zwar am Mittwochmittag aufgehoben. Die Polizei erklärte, die Lage auf den Straßen werde sich aber erst allmählich entspannen.  red  

 

2010-12-16




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